2021-07-21 - Heim 101 - Kurznachrichten

Im Garten des Heimes 101 war etwas zuviel Moos gewachsen. Dafür haben wir zum Glück eine perfekte Lösung:

Die bisherige Erfahrung hat gezeigt: Reinigen mit einem Hochdruckreiniger ist genau das, was den Mädchen am meisten Spaß macht:

Die Jungs haben derweil ganz anderen Spaß:

Alle unsere Heime haben inzwischen einen Computer für die Kinder oder ein 10" Tablet. Das wird dankend angenommen:

Und wer noch nicht mit der Technik klar kommt, kann seiner Kreativität trotzdem freien Lauf lassen:

Alle diese Kinder sind sog. "externe" Kinder, die nicht im Heim, sondern bei Ihren Familien wohnen. Aber das Heim steht ihnen immer offen. Wir bieten einen sicheren Platz zum Spielen.

 

2021-06-29 - Heim 127 - Kurznachrichten

Schon wieder haben wir Nachwuchs zu vermelden!

Weitere 9 Küken sind geschlüfpt. Wir werden bald die vor einigen Monaten zuerst geschlüpften Hühner an einige Familien der Patenkinder verschenken.


Auch wenn wir keinen konkreten Verdacht hatten, so wollten wir doch mal zur Sicherheit eine Kontrolle durchführen. 5 interne Kinder haben heute einen Corona Schnelltest über sich ergehen lassen. Erwartungsgemäß waren alle 5 Tests negativ. Nicht jeder Test ging ohne Tränen über die Bühne, aber hinterher waren alle froh, dass keiner angesteckt ist.


Einmal pro Monat müssen alle Patenkinder die mindestens 14 Jahre alt sind im Heim kurz vorbei kommen und Hallo sagen. Nur so können wir sicher gehen, dass es keine unschönen Überraschungen gibt, weil man sich ein paar Wochen nicht persönlich sieht. Während eines solchen Besuches wird ein "Beweisfoto" gemacht, das auch im Kinderordner gespeichert wird.


Nachtrag: Impfungen

Auch in Brasilien werden zunächst bestimmte Gruppen bei der Impfung priorisiert. So z.B. die Lehrer. In fast allen unseren Heimen ist es uns mittlerweile gelungen die zuständige lokale Gesundheitsbehörde davon zu überzeugen, dass unsere Mitarbeiterinnen der Position eines Lehrers gleichzusetzen sind. So haben inzwischen über die Hälfte der Mitarbeiterinnen ihre 1. Impfung erhalten:

Am 10.06. erhielten die Mitarbeiterinnen des Heimes 127 ihre 1. Impfung. Es wurde der chinesische Impfstoff SINOVAC verabreicht.
Schon 3 Wochen später gab es sogar die 2. Impfung:

Eine Kollegin hat die 2. Impfung leider nicht erhalten können, denn sie lag stationär im Krankenhaus wegen einer akuten Covid-Infektion. Der bislang 1. Fall, der solch einen schweren Verlauf hatte. Wohl 80% der Mitarbeiterinnen haben in den letzten Monaten eine Covid Infektion mit leichten Beschwerden, die meist am 2.-4. Tag verschwanden, überstanden. Zum Glück wurde auch besagte Kollegin dann heute, am 02.07.21, nach 5 Tagen im Krankenhaus nach Hause entlassen.

2021-06-23 Online-Unterricht

Rette ein Kinderleben e.V. kümmert sich intensiv darum, dass alle Patenkinder die von den Schulen bereitgestellten Unterlagen bearbeiten und die gelösten Aufgaben wieder in die Schule zurückbringen. Das funktioniert im Prinzip sehr gut. Bislang sind uns nur 2 Fälle bekannt, in denen Patenkinder zu faul waren und absolut nichts für die Schule getan haben. Diese Patenkinder und Ihre Familien wurden ermahnt, aber es hat nichts gebracht. Daher haben wir die Patenschaften in diesen beiden Fällen beendet. In allen anderen Fällen funktioniert dieser "schriftliche Unterrichtsersatz" seit inzwischen über einem Jahr viel besser als erwartet.

Man muss dazu wissen: Es gibt in Brasilien bis zum Schulabschluß keine Schulzeugnisse und keine Noten. Es zählt am Ende lediglich: "Versetzt" oder "Nicht versetzt". (Approvado / Reprovado)
Unsere Mitarbeiterinnen gehen aber auch jetzt 3-4 Mal pro Jahr zur Schule und reden mit der jeweiligen Schulleiterin über die Leistungen der einzelnen Kinder. Es wird immer ein Formular ausgefüllt, in dem notenähnliche Bewertungen (Bereich 0 bis 10 Punkte) aufgelistet werden. Wobei wir in diesem Jahr eine vereinfachte Form benutzen, in der es u.a. darum geht: Macht das Kind die Aufgaben oder gibt es Probleme, denn Noten spielen derzeit absolut keine Rolle.

Nun bieten einige Schulen (Nicht alle!) zusätzlich zu den gedruckten Materialien auch die Möglichkeit an, an einer Art Online-Unterricht teilzunehmen. Das ist aber für bitterarme Kinder nicht wirklich einfach, denn nicht nur, dass man eine geeignete Hardware benötigt, die für die meisten unerschwinglich ist, man benötigt ja auch noch einen ausreichend schnellen Internetzugang. Und spätestens daran scheitert jeder Versuch.

In unseren 3 Heimen mit internen Kindern haben wir dafür eine Lösung gefunden. Da wir dort ohnehin schon seit 5 Jahren je ein 32" TV Gerät haben, mussten wir keine neuen Monitore kaufen und konnten 2 Computer bereitstellen, die in den Büros zu langsam und zu "klein" waren. Internet haben wir im Heim ohnehin (10 fach... aber nur wenn es nicht regnet...). Hier ein Bild aus dem "Fernsehraum" des Heimes 125 in Princesa Isabel:

Über die Software "Google Meet" können die Kinder nun am Online-Unterricht teilhaben. Interessanterweise ist dies keine Art "Fernsehprogramm", welches zentral in ganz Brasilien ausgestrahlt wird, sondern es sind Lehrerinnen aus der Gegend. Nicht selten kennen die Kinder diese Lehrerin sogar aus der Schule. Über je eine WebCam können die Kinder auch "mitmachen" und Fragen stellen.

Diese "Teams" Sitzungen finden getrennt nach Altersstufen statt, so dass z.B. nach diesen beiden 14jährigen Mädchen hinterher vielleicht die 10 jährigen die Plätze übernehmen.

Hier ein Blick in das Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde:

Von mehreren eingegangenen Spenden haben wir 6 einfache Tablets aus brasilianischer Produktion in der Größe 10" , 2GByte Ram anschaffen können. Diese wären hier bei uns hoffnungslos veraltet, aber für den geplanten Einsatzzweck funktionieren sie zufriedenstellend. Hier die Kinder im Heim 126 mit "ihrem" Tablet:

Natürlich stellen wir diese Möglichkeiten auch "externen" Patenkindern zur Verfügung, die nicht im Heim leben. In den Heimen 101, 102, 103, 112, 122 können die Kinder gerne täglich ins Heim kommen und die Tablets benutzen. Unsere Heimleiterinnen wissen sehr gut, wer Hilfe benötigt und wer nicht. Sie organisieren das vorbildlich, so dass niemand "auf der Strecke bleibt".

Aber leider spielt manchmal die Distanz zum Heim eine Rolle. Wer mehrere Stunden Fußmarsch vom Heim entfernt wohnt, der bleibt eher bei den schriftlichen Aufgaben. Wie schon gesagt: Es macht keinen Sinn, diesen Kindern auch ein Smartphone oder Tablet zu kaufen, denn es fehlt ja in den Sítios der Internetzugang.

Hier ein Bild mit einigen externen, also nicht im Heim lebenden Patenkindern, aus dem Heim 122 in Jaqueira-PE mit dem neuen 10" Tablet:

 

Natürlich werden die Patenkinder weiterhin von unserern Mitarbeiterinnen intensiv bei der Bearbeitung der Aufgaben unterstützt:

2021-05-28 Überall wird geputzt

Als hätten sie sich abgesprochen... In fast allen Heimen gab es heute einen großen Putztag...

Im Heim 110 in Olinda hat die Heimleiterin Gabi das vereinseigene Motorrad sauber gemacht. Rette ein Kinderleben e.V. hatte vor ca. 5 Jahren gleich 3 solcher 125er Maschinen angeschafft. Ein Pate, der im Rahmen einer Rundreise vor Ort bei einem Besuch der Heime erfahren hatte, dass Motorräder sehr viel Arbeit abnehmen würden, hatte dafür den entsprechenden Betrag gespendet. Dieses Motorrad war zuvor sogar schon in 2 anderen Heimen zu Hause. Das Nummernschild stammt noch aus Triunfo, was ca. 400km entfernt liegt. Da dort aber Mitarbeiterinnen gewechselt bzw. sich eigene Motorräder gekauft haben, konnte dieses hier letztendlich nach Olinda abgegeben werden, wo wir im Umkreis von gut 20 km in einer durchaus hügeligen Gegend arbeiten und die Familien zu Hause besuchen.
Unsere Motorräder werden gehegt und gepflegt und sind praktisch täglich im Einsatz.

 Das hier sind übrigens unsere Motorrad-Damen aus dem Heim 127. Das mittlere ist das ReK-eigene Motorrad, die äußeren beiden sind private Maschinen:


Im Heim 125 in Princesa Isabel-PB müht sich unsere Assistentin Andreia beim Wischen ab:

Während gleich rechts um die Ecke die Assistentin und Köchin Maria das Graças wie jeden Tag die Töpfe und Pfannen wieder sauber bekommen muss.


In Araçoiaba-PE in unserem Heim 112 wurde heute von der Assistentin Marilia "schweres Gerät" aufgefahren um den Boden von einer Dreckschicht zu befreien:

Übrigens hat man auch dort im Heim eine ehemalige Betonfläche "renaturiert" und u.a. Mais angepflanzt:


In unserem Heim 122 in Jaqueira-PE haben gleich mehrere Patenkinder beim Reinigen des Bodens mitgeholfen. Dieses Mädchen wollte gar nicht mehr aufhören, so viel Spaß hat ihr das gemacht...


Auch richtig zur Sache ging es im Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Viele der internen Patenkinder, die am Wochenende lieber im Heim bleiben als nach Hause zu gehen, halfen mit:

 

Auch innen, wo die neue betonierte Einfahrt fertiggestellt ist, wurde viel Dreck von den Wänden geholt:

Ach ja: Auch der Hund musste dran glauben:

Am Ende gab es für alle die geholfen haben eine Menge Süßes und Salziges:

 

2021-05-25 Beton, Impfung und Depression

Kaum dreht man sich um, ist schon wieder irgendeine Wand oder Mauer marode...
Diese Wand im Heim 127 hat sich "durchgemogelt." Sie ist lange niemandem aufgefallen, da man diese Stelle hinter dem Haus kaum von der Straße aus sieht. Der Regen hatte die einfachen Ziegelsteine "angegriffen".
Aber zum Glück hatte neulich unsere Administratorin Sra. Taís einen Besuch bei mehreren Heimen im Hinterland absolviert und dabei auch die Bausubstanz überprüft. So sah das aus:

OK. Das war kurz vor dem Durchbrechen. Das wurde nun verputzt und wird in Kürze farbig angestrichen. Danach folgt dann hier ein Foto.

 Nachtrag 28.05.2021: Na bitte, wird doch schön:

 

Eine andere Baustelle im selben Heim ist diese:

Auch wenn die Infektionszahlen im Nordosten von Brasilien deutlich geringer sind als in den Regionen um São Paulo, so wollen wir weiterhin vorsichtig sein. Aus diesem Grund finden die Versammlungen zur Couponausgabe nur noch in sehr kleinen Gruppen  und im Freien statt. Unter dem Vordach der Einfahrt.

Aber wenn es regnet, dann ist das alles "Matsch". Trotz Dach, denn wenn es regnet, dann richtig! Also haben wir erstmal das hier gemacht:

Diese alten Bodenplatten wurden mühsam entfernt. Anschließend wurde auf der Straße vor dem Heim "angerührt":

Und dann eine Schicht Beton aufgebracht:

Und das ist das Ergebnis:

Zum Glück kosten solche Aktionen bei weitem nicht so viel wie in Deutschland. Rette ein Kinderleben e.V. hat öfter mal die eine oder andere Reparatur-Arbeit. Und so haben auch "nicht Patenkinder" aus der Region ein kleines "Stück vom Kuchen".


Unsere Heimleiterin Sra. Elizabete aus dem Heim 102 in Igaci meldete sich heute und berichtete freudestrahlend, dass sie die erste Impfung bekommen hätte.
Während in Deutschland bereits über 40% eine 1. Impfung bekamen, so liegt die Quote im Nordosten von Brasilien um die 13-15%. Auch in Brasilien werden zuerst bestimmte Gruppen priorisiert. U.a. auch Lehrer. Und unsere Elizabete hat "wen auch immer" davon überzeugt, dass sie und die Assistentin Jéssica zu dieser Gruppe der Lehrer gehören. Es gab AstraZeneca. In 3 Monaten folgt dann die 2. Dosis. Hier auf dem Foto Sra. Elizabete links und Jéssica rechts bei einem Ausflug mit einigen Patenkindern:


Wenn der eigene Kopf zum Feind wird... Wir hatten vor kurzem 2 Mädchen aufgenommen, die uns das Jugendamt in Obhut gegeben hatte. Die Mutter vom Vater ermordet und anschließend vom Onkel, der die Mädchen dann betreuen sollte, mißbraucht. Sowas steckt man nicht einfach weg. Sowas vergißt man nicht.

Im Gegenteil: Schuldgefühle und Millionen anderer Sachen blockieren dann das "normale" Denken und überlagern es z.B. mit einer schlimmen Depression. Und eine Depression ist tückisch, denn sie spielt sich, für Außenstehende fast unbemerkt, nur im eigenen Kopf ab. Das weiß man nicht erst, seit der in der Öffentlichkeit immer gut gelaunte Schauspieler Robin Williams Selbstmord beging. Oder der Fußballtorwart Robert Enke...
"Man sieht den Leuten nicht in den Kopf" heißt es im Volksmund.

Beide Mädchen sind in regelmäßig stattfindender psychologischer Behandlung. Sie haben u.a. starke Medikamente bekommen, die man z.B. bei Schizophrenie verschreibt. Kein "Kinderspiel" also.

Das größere der beiden Mädchen hat nun versucht sich im Heim das Leben zu nehmen. Ein "Hilfeschrei", denn für einen tatsächlichen Suizid hätte das alles nicht gereicht.

Wir versuchen alles um diesen Mädchen zu helfen. Bei aller Erfahrung mit ähnlich gelagerten aber nicht so extremen Fällen, haben unsere Mitarbeiterinnen geholfen soweit es geht. Hier kommen wir vielleicht an eine Grenze, wo unsere Möglichkeiten nicht mehr ausreichen. 3 unserer langjährig erfahrenen Heimleiterinnen, die alle selbst schon mit Kindern in ähnlichen Situationen zu tun hatten, haben sehr lange über diesen extremen Fall beraten.
Wir werden solange weiter unsere Hilfe und unser Heim zum darin leben anbieten, solange keine anderen Kinder beeinträchtigt oder gar in Gefahr geraten könnten.
Wir können aber auch die anderen Kinder nicht vernachlässigen und uns nur noch um die beiden Schwestern kümmern. Eine schwierige Abwägung, wie oft wir sie unbeobachtet lassen können.
Hoffentlich wird es nicht schlimmer werden... Sie hat bei uns im Heim Ablenkung und viele andere Kinder im etwa gleichen Alter, aber wenn Sie abends im Bett die Augen schließt, dann kann sich keiner von uns ausmalen, was Sie durchmachen muss...


Zum Abschluß kann jetzt vielleicht ein fröhliches Gesicht nicht schaden. Hier freut sich ein Patenkind aus dem Heim 122 in Jaqueira riesig über eine Sonderspende ihres Paten. Wir wollen doch alle, dass Kinder glücklich und ohne Sorgen sind:

2021-05-01 Heim 127 - Die Kraft der Sonne

Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, welche Kraft die Sonne hat und was die Natur damit zustande bringt.
Vor einem Monat sah es neben dem Spiel- und Sportplatz unseres Heimes 127 noch so aus:

Dann wurde dort ein wenig "aufgeräumt". Ebenso im "Hühnerstall" links daneben. Unkraut wurde entfernt, Steine, Müll usw. Anschließend kam dieser Mann mit einem interessanten "Holzapparat":

Er sticht ein kleines Loch in den Boden, drückt die beiden Seiten seines Apparates zusammen und lässt so einige Maiskörner in die Erde fallen. Das macht er dutzende Male. Dies war am 23.04.21

Nur 1 Woche später, am 30.04.21 sieht es an derselben Stelle schon so aus:

Überall kommen schon kleine Maispflanzen aus der Erde. Nach nur 1 Woche. Das ist so unfassbar schnell... Schon in wenigen Wochen können wir ernten. Dann wird hier ein kleines Update eingefügt.

Nachtrag 2021-05-12:

Nur Sonne allein reicht natürlich nicht. Pflanzen brauchen natürlich auch Wasser zu wachsen. Eigentlich regnet es dort in der Gegend nur im Hochsommer, also im Februar, aber in diesem Jahr hat sich alles etwas verschoben und derzeit sieht vor Ort ziemlich trist und grau aus:

Auch unser Heim 126 in Triunfo-PE hat derzeit mehr Nebel als Sonne:


Ganz andere Sache: Wenn die Mütter mit dem Einkaufscoupon im Supermarkt einkaufen gehen, dann kann das schonmal eine Weile dauern. Dieser Kleine hier, der zu unserem Heim 124 in União dos Palmares-AL gehört, hat seine eigene Variante gefunden, um die Zeit zu überbrücken:

 

2021-04-22 Projekt 5 Mal 500 - Wir brauchen Ihre Unterstützung

Seit inzwischen über einem Jahr sind in Brasilien die Schulen geschlossen. Den Abgangsjahrgängen hatte man im letzten November/Dezember praktisch den Schulabschluss geschenkt. Aber all die anderen hängen ziemlich in der Luft.

Die Schulen bieten selbst erstelltes, gedrucktes Material an, welches man dort abholen kann. Unsere Heime kümmern sich intensiv darum, dass alle Patenkinder auch ihre Aufgaben bekommen und helfen dabei diese zu bearbeiten.
Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit online am (Fern-)Unterricht teilzunehmen. Eine Möglichkeit, die die Ärmsten der Armen kaum haben.

In unseren Heimen sind praktisch alle Smartphones der Mitarbeiterinnen den ganzen Tag in den Händen der Kinder, die damit am Unterricht teilnehmen. So wie hier:

Sie sehen schon: Das ist keine zufriedenstellende Lösung. Ein briefmarkengroßes Video ist selbst für Kinderaugen extrem schlecht zu erkennen.

Weitere "Handys" zu kaufen macht nicht nur deswegen keinen Sinn: Sie kosten zu viel. Geräte die hier bei uns in der 150-200€ Preisklasse erhältlich sind, kosten in Brasilien oft mehr als das doppelte!

Wir haben stattdessen nun 2 neue, günstige komplett PCs gekauft, mit SSD, Windows10 und 17" Monitor. Sicher nicht das "modernste" auf dem Markt, aber für den Zweck mehr als geeignet. Das kostet incl. Tastatur, Maus und dem zwingend notwendingen "Estabilizador" (Spannungswandler auf 110V um Netzschwankungen auszugleichen) alles zusammen rund 500€ pro PC.

Das möchten wir auch in 5 weiteren Heimen den Kindern bereitstellen. Aber das geht nur mit Ihrer Hilfe! Wir bitten Sie also um Spenden, damit wir 5 Mal 500 Euro für Computer ausgeben können, damit möglichst viele Kinder den Onlineunterricht mitverfolgen können. Jede Spende würde hier sehr helfen. Oben im Menü finden Sie unser vorbereitetes Formular "Sondespende". Danke!

2021-04-14 Heim 125 - Also manchmal kommt es schlimmer als man sich vorstellen kann...

Da sitzt man am Computer, alles "normal" wie immer und dann ruft das Heim 125 an:

Das Jugendamt "Conselho Tutelar" hat sich gemeldet.
Oh... Erstmal Schreck... Haben die was zu reklamieren, weil wir trotz Corona Kinder im Heim betreuen...

Nein, es kam viel schlimmer. Ein Vater hatte die Mutter 2er gemeinsamer Kinder umgebracht. Daraufhin kamen die beiden Mädchen zu einem Onkel. Der Vater sitzt im Gefängnis. 
Der Onkel hat die Mädchen (13 und 15) bei sich eingesperrt, so dass sie das Haus nicht verlassen konnten. Und dann hat er sich mehrfach an Ihnen vergangen... Das muss einige Zeit so gewesen sein, bis irgendwann die Möglichkeit bestand Aussenstehende zu informieren, die dann natürlich die Polizei und letztendlich das Jugendamt informiert haben.
Und heute hat man dann bei Rette ein Kinderleben e.V. angefragt, ob wir die beiden Mädchen aufnehmen könnten, denn staatliche Heime gibt es nicht.

Natürlich haben wir sofort zugesagt. Die Mädchen werden bei uns erstmal ein neues zu Hause finden. Die Kosten finanzieren wir aus allgemeinen Spenden. Sie sind natürlich willkommen uns mit Ihrer Sonderspende dabei zu helfen! Kennwort: 2 Schwestern im Heim

Das Jugendamt brachte also die beiden Mädchen und 2 "Madrinhas" (Patentanten) kamen auch mit. Diese sorgen an den Wochenenden für die Kinder, da unser Heim 125 bislang nur Montags bis Freitags geöffnet ist.

Wir werden nun dafür sorgen, dass sie sich erstmal bei uns willkommen fühlen.

Übrigens war das Jugendamt von unserem Heim begeistert. Man hatte wohl mal von uns gehört, aber es war nie jemand vor Ort...in den ganzen, über 20 Jahren nicht, die dieses Heim schon existiert...
Heute nun hat man sich alles angesehen und war restlos davon begeistert, was wir alles für die Kinder machen.


Seit einem halben Jahr haben wir im Heim 125 einige Hühner und einen kleinen Hund. Es war sehr interessant zu beobachten, wie z.B. der Hund den Kindern hilft. Besser als jeder "Psychiater".

 

 

 

2021-04-06 Wegen BREXIT leider keine Osterüberraschung

Alles war so schön vorbereitet gewesen... Seit Anfang Dezember hatten so nach und nach alle Patenkinder für Ihre Paten ein kleines Bild gemalt.

Dieses Bild sollte dann zu Ostern in Form eines "Kühlschrankmagneten" an die Paten verschickt werden.

Aber dann kam leider der BREXIT. Plötzlich war der Lieferant des Plastik-Teils mit dem Magneten nicht mehr in der Lage in die EU zu liefern. Das kam dann doch schneller und überraschender als gedacht, denn bis dahin war BREXIT ja nichts weiter als ein zähes hin und her an Verhandlungen.
Wir bitten um Entschuldigung, dass wir uns nicht früher um die "Rohlinge" gekümmert haben und Ihre Überraschung leider ausfallen musste. 


 In unseren 3 Heimen mit internen Kindern gab es jeweils eine kleine Feier zu Ostern. Diese 3 Schwestern im Heim 127 haben im letzten Jahr ihre Mutter verloren, die elendig an Krebs zugrunde gegangen ist. Vor rund 2 Monaten ist dann auch ihr Vater gestorben. Das Virus hatte ihn erwischt und aufgrund seiner Vorerkrankungen hatte er keine Chance das zu überleben. Ihre größeren Geschwister haben sie nun praktisch auf die Straße gesetzt und wollen sie nicht mehr im Haus haben. Eine neue Heimat mit herzlicher Betreuung haben sie nun in unserem Heim 127 gefunden.

Die Heimleiterin, Sra. Eliane Cristina:

 

2021-03-30 Heim 102 - Neues aus Igaci

Weit entfernt von allen anderen Heimen, die Rette ein Kinderleben e.V. im Nordosten von Brasilien betreibt, liegt im Bundestaat Alagoas unser Heim 102 in der kleinen Stadt Igaci.

Wie praktisch überall in Brasilien sind auch in Igaci derzeit alle Geschäfte auf Anweisung des Gouverneurs geschlossen. Es kommt zusätzlich auch schon zu den ersten Versorgungsengpässen. So gibt es derzeit weder in Igaci noch in den nächst größeren Städten Palmeira dos Índios oder Arapiraca Milchpulver (fürs Fläschchen) zu kaufen.

Im Heim 102 beginnt gerade unsere neue Mitarbeiterin Vanessa ihre "Ausbildung".

Hier erkundet Vanessa, die eigentlich aus der Region unseres Heimes 127, ca. eine Tagesreise entfernt, stammt die eindrucksvolle Umgebung der Stadt Igaci:

Unsere langjährige Heimleiterin Elizabete ist mit ihrer Erfahrung und vor allem auch Genauigkeit eine gute Lehrmeisterin. Sie wird ihr alles gut erklären und nach einigen Monaten beurteilen, ob Vanessa bei uns bleiben wird.

Diese Fotos wurden nicht, wie in all den letzten Jahren, mit einem "Fotoapparat" gemacht, sondern mit einem Smartphone. Wir haben für zunächst 4 Heime günstige Smartphones vom Typ Redmi Note 8 angeschafft. Die bisherigen Apparate (Nikon S9700) waren nun schon 5-6 Jahre alt und lösten sich nach tausenden von Fotos teilweise schon in Wohlgefallen auf.
Die Unschärfe am Rand ist, je nach gewählten "Programm", gewünscht. Damit entsteht ein schöner optischer Effekt, vergleichbar mit Schärfentiefe bei teuren DSLR Kameras.

Auch die Bürokatze "Floquinho" wollte mit aufs Bild:


Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei unserer ehemaligen Mitarbeiterin Sra. Edneide, die viele Jahre im Heim 102 gearbeitet hat. Sie hatte vor einigen Jahren einen schweren Unfall als Mitfahrende auf einem Motorradtaxi. Eine erste Operation der gebrochenen Knochen am Bein ging schief, eine zweite OP musste erst vor Gericht erstritten werden. Hier besucht sie das Heim mit einem ihrer Kinder.

Wir werden im Heim 102, solange es möglich und nicht verboten ist, den Nachhilfeunterricht fortführen:

 

 

2021-03-29 Gratis Früchte, Obst & Gemüse...

Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein unordentlicher Supermarkt...

ist in Wirklichkeit der Versammlungssaal in unserem Heim 101 in Triunfo-PE. Unsere Heimleiterin Sra. Sandra überblickt einen Teil der Lieferungen die gerade angekommen sind. Diverses Obst und viele Früchte.

Einen Tag zuvor wurden auch schon Kisten mit "Macaxeira" (Maniok Wurzeln) angeliefert, über die sich hier unsere Assistentin Jéssica freut. Roh sind diese Wurzeln giftig, aber aber nach der Bearbeitung in der Küche z.B. zu Kuchen oder Maniok-Mehl ist das alles ungefährlich. Und "der Brasilianer" liebt Maniokmehl und streut es gerne auf alle alle möglichen Gerichte.

Der brasilianische Staat kauft Kleinbauern im Rahmen des "COOPCAFA" Programs einen Teil ihrer Produktion ab und verteilt diese dann kostenlos an Bedürftige. Unser Heim 101 nimmt an diesem Programm teil und verteilt dann kurzfristig alle Waren, nicht nur an Familien von Patenkindern, sondern an grundsätzlich Bedürftige. Der Saal war übrigens schon am Abend wieder leer, denn natürlich waren die Familien auch schon informiert worden und holten sofort ihre Zuteilung ab.


2021-03-25 Diverse Heime: Was wir (auch) mit Ihren Sonderspenden machen...

 

Mehrere Kinder, die auf einer Matratze auf dem Boden schlafen müssen. Nicht selten eine uralte, stinkende Matratze, die als Bett für mehrere Kinder dient.

Solch fürchterlichen Situationen treffen unsere Mitarbeiterinnen in Brasilien immer wieder aufs neue an. Als nun ein neuer Pate solche Fotos seines neuen Patenkindes bekam, schickte dieser umgehend eine Sonderspende im 4stelligen Bereich, damit wir mehreren Kindern in armen Familien ein Bett kaufen können.
Herzlichen Dank für diese tolle Idee! Und... Gesagt, getan:

Mit der Sonderspende dieses Paten konnten wir schon 14 verschiedenen Familien neue Box-Betten kaufen. "Herkömmliche" Betten, also Holzgestell und Matratze, gibt es praktisch nicht mehr zu kaufen. Heutzutage stehen in den Geschäften ausschließlich noch solche Box-Betten. Zwar eine einfache Qualität, aber deutlich besser, als wie ein Hund auf dem Boden schlafen zu müssen.

Leider erreichen uns praktisch jede Woche solche Fotos, da derzeit besonders viele Familien in unseren Heimen nach Hilfe fragen. Es gibt in Brasilien kaum noch Unterstützung vom Staat (...die Kassen sind langsam leer...) und die "übliche" Armut wird derzeit zu "extremer" Armut.

Ihre Spende an Rette ein Kinderleben e.V. sorgt mit dafür, dass wir in solchen Fällen kurzfristig helfen können. Danke!

2021-03-22 Heim 126 - Eindrücke aus einem unserer beiden Heime in Triunfo-PE

Einige Eindrücke aus unserem Heim 126 in Triunfo-PE:

Unsere Heimleiterin Cláudia im Gespräch (Skype) mit den Heimleiterinnen der Heime 125 und 127. Es geht um den Entwurf eines besseren Dokumentes/Fragebogens zur Bewertung der Situation bei den Familien:

 

2021-03-17 - Diverse Neuigkeiten aus Limburg

In den letzten Wochen gab es viele Veränderungen bei Rette ein Kinderleben e.V.

Fangen wir mit einer internen Meldung an: Frau Margot Menzner, Gründungsmitglied und langjährige Büroleiterin in Limburg, hat sich nun aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen.
Schon seit 12 Jahren Rentnerin kam sie doch noch jeden Tag ins Büro. Ohne sie wäre der Verein nicht das, was er heute ist!
Aber die Treppe in den 2. Stock ist dann irgendwann Gift für die Knochen und die Luft fehlt dann auch noch.
Dazu kam ein Bruch des Handgelenks im privaten Umfeld, so dass sie viele Wochen einen Fixateur an die Knochen geschraubt hatte.
Rette ein Kinderleben e.V. bedankt sich ganz herzlich für die vielen Jahre der perfekten Organisation des Vereins!

Dieses Foto vom Mai 2016 zeigt Margot Menzner am Ende ihrer letzten Reise nach Brasilien, hinter einigen unserer damaligen Mitarbeiterinnen, am Flughafen von Recife


Die Situation mit den Übersetzungen wird gaaaaanz langsam besser. Aber derzeit dauert es leider immer noch einige Wochen, bis Ihre Briefe in Brasilien ankommen. Was war passiert: Es kamen überraschend viele Briefe von Paten an ihren Patenkinder. Deutlich mehr als in den Jahren zuvor. So hatten wir plötzlich einen Berg von über 300 Briefen, die übersetzt werden mussten. Gleichzeitig hatten wir auch sehr viele Briefe aus den Heimen, da zum Jahreswechsel rund 100 Kinder aus unserer Versorgung entlassen wurden, da diese z.B. die Schule abgeschlossen hatten oder aus unserer Region weggezogen waren.
Gleichzeitig hatte einer der beiden Übersetzer in Brasilien eine feste Arbeitsstelle gefunden und konnte nur noch ca. 20 Briefe pro Woche übersetzen. Der andere Übersetzer hatte gesundheitliche Probleme und musste kürzer treten. Wir haben schnellstmöglich eine weitere Übersetzerin aktiviert. Eine Schweizerin im Bundesstaat Pará. Aber auch Sie schafft nur ca. 20 Stk. pro Woche. Nun haben wir noch eine 4. Übersetzerin zusätzlich, die ausschließlich Deutsch -> Portugiesisch übersetzt, also Ihre Briefe. So nähern wir uns ganz langsam wieder dem Normalzustand.


Dieser Junge aus dem neuen Heim 131, welches die Ortschaft Jatiuca-PE betreut, hatte Glück und gerade eine Patin gefunden. Wir möchten hier aber auch einmal über das Ende von Patenschaften informieren: Wir haben in den letzten Wochen relativ viele Patenschaften von unserer Seite aus beendet, da oftmals keine Notlage mehr vorgelegen hat. Das ist natürlich bitter für die Paten, die über die Jahre per Brief eine enge Beziehung aufgebaut haben. Aber wir sind gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob eine Familie noch den Kriterien entsprechend notleidend ist. Und schließlich wollen wir Ihnen kein Geld "aus der Tasche ziehen", welches nicht satzungsgemäß verwendet wird!
Die jahrelange Hilfe des Paten hat die Situation in aller Regel entscheidend verbessert!
Wir möchten auch keine "Inseln der Glückseligkeit" fördern, wo eine Familie alles hat, während die Nachbarn drumherum in bitterer Armut leben.

Nun zeigt unsere Erfahrung, dass kaum ein Kind, welches mit 14-16 Jahren die 9. Klasse (Ensino Fundamental) beendet hat, noch notleidend ist. Daher werden wir uns zukünftig wieder mehr zurück zu unseren Wurzeln bewegen, die heißen: Rette ein Kinderleben.

Es gibt heute leider immer noch viel mehr Kleinkinder als man sich vorstellen kann, die unschuldig in eine fürchterliche Situation hinein geboren wurden. Sollen wir nun weiterhin dem "satten, 18 jährigen" helfen oder doch lieber dem hungrigen, notleidenden Kind. Wir werden die betroffenen Paten persönlich anschreiben, wenn es denn soweit ist.

Aber...was ist dann mit Schulabschluß und Ausbildung und Arbeit... Keine Angst. Wenn ein Pate sein bisheriges Patenkind noch weiter fördern möchte, dann finden wir eine Lösung. Die Erfahrung zeigt hier aber leider, dass Paten oft vollkommen falsche Vorstellugen von der Situation vor Ort haben. Es gibt praktisch keine Berufsausbildung. Ein gut funktionierendes duales Ausbildungssystem wie in Deutschland ist in Brasilien unbekannt.

Wer wirklich gut in der Schule war und die ENEM Prüfung im Anschluss an den Abschluss der Mittelschule "Ensino médio" gut abgelegt hat, der kann studieren.
Ob es sich wirklich lohnt, einem schon älteren Patenkind weiterhin zu helfen, werden wir in Zusammenarbeit mit den Heimleiterinnen vor Ort klären. Es gibt durchaus einige Fälle, da macht es Sinn.
Arbeit zu finden ist im Nordosten von Brasilien fast nur in den größeren Städten möglich. Oder man zieht gleich in den Süden, z.B. nach São Paulo, und sucht dort sein Glück. 


Nach dem Ende einer Patenschaft hören wir nicht selten: Ich bin jetzt viel zu alt für eine neue Patenschaft. OK, verständlich. Dafür haben wir nun eine perfekte Lösung: FFV/CCE - Weiterhelfen ohne Verpflichtungen.
Was verbirgt sich dahinter: Wie bereits berichtet verstarb eine langjährige Patin und hinterließ uns einen Betrag im Testament. Um möglichst vielen Kindern zu helfen haben wir 10 Kinder mit dem neuen Status CCE ("Criança Coupon Especial" - Kind mit besonderem Coupon) aufgenommen. Diese Kinder erhalten rund 2/3 der üblichen Hilfsleistungen. Das ist immer noch gut ausreichend, um für Essen auf dem Tisch zu sorgen.
Dann gab es im letzten Jahr vor Weihnachten mehrere Spenden an den Verein im 4 und 5 stelligen Bereich. Davon haben wir weitere rund 40 CCE Kinder aufgenommen. Dazu die "IsNichWahr" Aktion (siehe im Blog), die zu insgesamt 4 CCE Kindern führte.

Und nun bietet sich für EX-Paten, die keine neue Patenschaft mehr übernehmen möchten die Möglichkeit als FFV - Förderer für (den) Verein für genau solche CCE Kinder zu spenden. Also kein persönliches Patenkind mehr, keine Briefe mehr, aber wenn Sie möchten bekommen Sie zu Ihrer regelmäßigen FFV-Spende gerne ein Foto des Kindes, welches durch Ihre Spende besser und ohne Hunger lebt.

Seit Januar haben schon über 60 EX-Paten diesen Weg gewählt und spenden z.B. den gleichen Betrag weiterhin oder passen diesen entsprechend der Lebenssituation an.
Wir bieten viele flexible Möglichkeiten zu Helfen. Bitte rufen Sie einfach mal im Büro an, wenn Sie fragen dazu haben: 06431 / 28 38 28 , Täglich zwischen 08:00h und 15:30h.

2021-02-05 Heim 125 - Neues aus Princesa Isabel

Es wurde gesägt und gehämmert: In unserem Heim 125 haben wir das Dach aufschneiden müssen, um einen 1000 Liter fassenden Wasserbehälter (Caixa de Água) in die alte, nicht mehr vertrauenswürdige, gemauerte Caixa zu stellen. Wir berichteten bereits über die Probleme mit dem Wasser in den Wänden...
Abends war dann alles schon wieder ver- und angeschlossen. Zum ersten Mal seit Monaten haben die Mitarbeiterinnen wieder fließendes Wasser für die Toilette.  Auch die Dusche funktioniert nun wieder.

Die Kinder hatten heute ausnahmsweise mal Zugang zum "Schlaraffenland": Das ist der ansonsten abgeschlossene Raum, in dem unsere Köchin die Lebensmitteleinkäufe lagert:

Anschließend wurde der Speiseplan für die kommende Woche inspiziert:

Hier haben die Mädchen "Autos" für ihre Puppen gebaut:

Ja und dann die absolute Sensation für die Kinder: Auch das Heim 125 hat nun einen Hühnerstall angelegt, in dem 4 Hühner leben und hoffentlich viele Eier legen werden.  Auch unsere Kinderbetreuerin Sra. Rejane sieht begeistert zu:

2021-02-02 Änderungen bei der Hilfe für ältere Schulkinder

Rette ein Kinderleben e.V. legt sehr viel Wert darauf, dass Patenkinder durch eine gute Schulbildung später bessere Chancen im Leben haben. Das wird weiterhin so bleiben. Allerdings mit kleinen Anpassungen. Fangen wir zunächst mit dem brasilianischen Schulsystem an.

Oftmals kommen kleine Kinder schon mit ca. 4 Jahren in eine Vorschule. Dort werden die ersten Buchstaben und Zahlen erklärt und viel gespielt.

Mit normalerweise 6 Jahren beginnt dann die Grundschule (Ensino fundamental). Diese endet mit der 9. Klasse, in der die Kinder dann oft 14-15 Jahre alt sind.

Anschließend kann man 3 weitere Jahre in einer Art Mittelschule lernen um diese mit dem Abschluss "Ensino Médio" zu verlassen. Einige wenige schaffen dies schon mit 17, andere erst über 20.

Wer den Ensino Médio in der Tasche hat, darf an einer Abschlußprüfung "ENEM" teilnehmen. Dabei entscheidet sich, wer studieren darf. Schafft man die Prüfung sehr gut, dann studiert man kostenlos und bekommt ein Stipendium obendrauf. Schafft man die Prüfung nicht ganz so gut darf man immer noch studieren, muss dies aber selbst finanzieren. Kommt man nur durchschnittlich durch die Prüfung so ist die akademische Zukunft praktisch unerreichbar.

Nun zeigt sich, bei genauerer Betrachtung, dass Familien mit kleinen Kindern sehr viel mehr Unterstützung benötigen, als Familien mit größeren Kindern.
Wenn statt dessen Patenkinder mit inzwischen 20 jahren immer noch zur Schule gehen, kommt oft von den Paten "Wie lange muss ich denn noch bezahlen...".

Außerdem zeigt sich leider, dass es sich einige Familien von älteren Patenkinder in einer Art "Hängematte" von kontinuierlicher Hilfe des Paten sehr gemütlich gemacht haben. Es gibt einige wenige Einzelfälle, in denen wir deutlich sichtbar "Faulheit" fördern. Das möchten wir nicht fortsetzen!

Daher müssen wir hier etwas regelnd eingreifen. In Zukunft erhalten Paten von uns, wenn die Grundschulbildung mit der 9. Klasse abgeschlossen wurde, eine Mitteilung, dass die Patenschaft beendet ist.

Wir bieten dann die Möglichkeiten an, dasselbe Kind weiterhin (also noch 3 weitere Jahre) durch den Ensino Médio hindurch zu unterstützen. Dann aber nicht mehr als Pate, sondern als Förderer. Der Unterschied liegt darin, dass wir dann nicht mehr die volle Notfallunterstützung für Hungernde ausgeben, da es erfahrungsgemäß in dem Alter keine solchen Notfälle mehr gibt, denn die Hilfe des Paten hat ja über die Jahre dafür gesorgt, dass sich die familiäre Situation immens verbessert hat.

Wir bieten dann aber auch eine Alternative an, die in der Praxis sinnvoller ist: einem anderen, kleinen Kind, welches tatsächlich noch notleidend ist, während der Schulzeit der Grundschule zu begleiten. Ein anderes Patenkind also.

Ab März werden wir die erste Gruppe der Paten anschreiben. Bei größeren Heimen ab Sommer.

Wir nehmen niemandem sein liebgewordenes Patenkind weg. Wer möchte kann mit seinem ehemaligen Patenkind sogar noch bis zu 10 Jahren nach Ende der Patenschaft in Kontakt bleiben, sofern es noch vor Ort wohnt.

Wir möchten lieber dort mehr helfen, wo die Hilfe dringender benötigt wird und dort weniger, wo es keine wirklichen Notlagen mehr gibt.

 

 

 

2021-01-21 Heim 130 - Covergirl

Die Heimleiterin Sra. Eliane Cristina war heute zur Couponausgabe in unserem neuen Stützpunkt "Heim 130" in Serra Talhada-PE. Dort konnte Sie 2 der Familien aus unserer Broschüre ebendiese zeigen:

Unser "Covergirl" vom Titelbild heißt übrigens Evelyn. Zum Glück hat Sie seit November eine Patin in Süddeutschland. Nun muss sich ihre Mutter keinen Sorgen mehr darum machen, ob und wo es etwas zu Essen für ihre Tochter gibt

Auch die Mutter von Jasmin Vitória war dort, um ihren Einkaufscoupon zu holen. Sie hatte einen ihrer Söhne dabei:

2021-01-17 Heim 109 - Allgemeine Spenden für den Verein? Warum...

Wie wir bereits vor ca. einem halben Jahr mitgeteilt hatten, suche ich zusammen mit den Heimleiterinnen jeden Monat Kinder aus, die noch niemals einen Brief von Ihrem Paten erhielten, geschweige denn eine Sonderspende.

Mit einem kleinen Teil der allgemeinen Spenden an den Verein versuchen wir auch diesen Kindern einmal eine Freude mit einer Sonderspende zu machen. Meist im Rahmen bis 50€, meist 1-2 Kinder pro Monat.

Tja, und dann fällt mir zufällig ein Foto mit einem Jungen auf. Ein kurzer Blick auf seine schulischen Leistungen: Er ist ein sehr guter Schüler. Welch ein freundlich und lustig blickendes Kind. Unter den Fotos, die wir seit 2015 sichern, kann ich auch nachsehen, wie es ihm in den letzten Jahren erging. Ich war geschockt.

Da stand er, schon vor einigen Jahren, mit seiner vom Leben gezeichneten Mutter und 2 von 3 Brüdern vor der Bruchbude, in der sie leben. Man sieht der Mutter an, dass Sie es schwer hat. Aber wie schlimm die Situation tatsächlich ist, kann man kaum glauben.

Wohl jede Mutter will, dass es ihren Kindern einmal besser geht. Aber wenn die Kraft einfach nicht reicht... Wenn es täglich einfach nur darum geht zu überleben...

Wie schafft es dieser Junge, obwohl er täglich in diesem Umfeld lebt, solch eine Freude auszustrahlen. Für 2 der Kinder gibt es kein Bett. Sie müssen auf Pappkartons auf dem Boden schlafen.

Hier ging es dann nicht mehr darum, ihm einmal eine kleine Freude zu machen. Hier musste sich ganz gewaltig etwas ändern. Ich habe mir erlaubt, hier statt der üblichen 50€ einen größeren Betrag in die Hand zu nehmen, um der Familie eine Toilette an das Haus anzubauen. Darin auch eine Dusche. Dazu ein neues Zimmer, in dem der Junge nun menschenwürdig leben statt vegetieren kann.

Falls Sie die Toilettenspülung vermissen: Es gibt keine. Es ist ziemlich selten, dass jemand unter diesen Umständen eine funktionierende Wasserversorgung hat. Eimer schleppen ist daher angesagt. Auch die Dusche ist eher provisorisch, denn es gibt noch keinen Wasserhahn. Aber auch das ist schon in Angriff genommen worden. Hier ein Blick in das neue, an die bestehende Hütte angebaute Zimmer:


Inzwischen sogar blau gestrichen. Nicht "perfekt", aber in diesem Umfeld nun fast schon eine Luxuswohnung mit genug Platz für die kleine Familie. Die Vorräte in der Küche wurden auch nochmal zusätzlich aufgefüllt.

SOWAS machen wir mit Ihren allgemeinen Spenden an den Verein. Wir setzen das Geld satzungsgemäß ein und helfen notleidenden Kindern wie diesem und seiner Familie. Die Mutter ist so glücklich wie seit langem nicht mehr und bedankte sich unter Tränen viele Male bei der Heimleiterin und Administratorin Sra. Taís für diese große Hilfe durch Rette ein Kinderleben e.V.

Der Junge und seine Brüder haben nun ein deutlich besseres Umfeld. Vielleicht wird er in einigen Wochen auch noch einen Tisch und einen Stuhl für sein Zimmer bekommen. Je nachdem wie es mit den allgemeinen Spenden an den Verein aussieht. Aktuell gibt es aber andere Notfälle, die nun noch dringender sind.

Danke für Ihre allgemeinen Spenden an den Verein!

2021-01-14 Heim 101 - 4 Kinder: Ein Update nach 6 Monaten

Im Juli 2020 hatten wir hier davon berichtet, dass eine junge Mutter von 4 Kindern bei einem schweren Epilepsie-Anfall, vor den Augen der hilflosen Kinder, qualvoll gestorben war.

Daraufhin erreichten uns mehrere Spenden, mit denen wir zunächst die Versorgung der Kinder sichergestellt hatten. Leider wurden die Kinder seitdem unter Verwandten "verteilt", denn bei der Oma im Haus war einfach nicht genug Platz für alle.

Deren Haus (ein Anbau an einen Anbau an eine Bruchbude...) war in einem extrem schlechten Zustand und absolut nicht mit dem relativ guten und sauberen Niveau vergleichbar, in dem die Kinder zuvor lebten. Zu eng, zu tiefes Dach, das auch noch stellenweise undicht war...

Vor Weihnachten kamen erneut 2 größere Spenden für diese Kinder, so dass wir nun einen Ausbau des Hauses in Angriff nehmen konnten. Es wurde diverses Baumaterial gekauft: Dachziegel, Zement, Holz...

Hier mit auf dem Foto der "Tio" (Onkel, der Bruder der verstorbenen Mutter), der dem "Pedreiro" (Bauarbeiter) beim Um- und Ausbau hilft. Eine der kleinen Schwestern wohnt noch bei einer Tante in einer weiter entfernten Stadt. Der kleine Junge bei einem anderen Onkel, ca. 1km entfernt.
 

Auch wenn Bauarbeiten in Brasilien zunächst immer etwas "rustikal" anmuten, so sind sie doch sehr zweckmäßig. Hinterher sieht es immer deutlich besser aus, als man zunächst vermutet! Hier wird gerade eine Vorbereitung getroffen, damit das Dach später ordentlich und komplett neu gedeckt werden kann.

Die tragenden Holzbalken waren nicht mehr zu gebrauchen und mussten mühsam ausgetauscht werden.

Glauben Sie mir, Sie möchten nicht wissen, wie die bisherige Toilette aussah... Die wird auch erneuert.

Diese ganzen Arbeiten werden noch einige Tage andauern. Danach werden hier noch zusätzliche Bilder und Informationen eingefügt.

Von den Spenden gab es aber auch eine kleine Weihnachtsüberraschung für die Kinder:

Niemand wird ihnen jemals die Mutter ersetzen können. Wir und Sie können nur dabei mithelfen, dass die Kinder nicht auch noch in Armut und Elend versinken müssen...

Danke für Ihre Spenden, die hier wirklich sehr helfen!

2021-01-23 Nachtrag: Das Dach ist inzwischen fertig repariert und neu gedeckt!

Mit auf dem Foto, neben dem schon vorgestellten "Tio" (Onkel), auch die "Tia" (Tante) der Kinder, die ebenfalls dort wohnt.

2021-01-12 Heim 125 - So vollkommen sinnlos...

Gerade haben wir uns so gefreut, dass wir wieder einige Kinder in den Heimen haben, da kommt heute eine schreckliche Meldung aus unserem Heim 125 in Pincesa Isabel-PB.

Eine junge Mutter von 3 kleinen Mädchen, davon 2 aktuell in unserem Heim, wurde nachts auf offener Straße ermordet.

Solch ein sinnloser Tod... So möchte doch niemand enden.

"Weshalb" ist noch nicht bekannt. War es ein Raubmord wegen ein paar Münzen in der Tasche? Oder der typische "abgewiesene Liebhaber"? Vielleicht werden wir es nie erfahren, aber 3 kleine Mädchen sind nun ohne ihre Mutter. Die beiden dazu gehörenden Väter hatten sich schon vor längerer Zeit aus dem Staub gemacht...

Erfahrungsgemäß geht nun der Streit unter den Verwandten los, wer die Kinder haben darf, denn der Staat zahlt pro verstorbenen Elternteil eine Hinterbliebenenrente in Höhe eines Mindestlohnes an die Nachkommen. Das weckt gewisse Begehrlichkeiten.
Mit viel Glück können wir die Kinder wochentags weiter im Heim betreuen. Die Heimleiterin Sra. Aparecida sagte mir, dass die mit inzwischen 10 Jahren größte Tochter schon den ganzen Tag ununterbrochen weint...

Während hier bei uns Corona omnipräsent ist und fast alles andere verdrängt, vergisst man allzu leicht, dass es auch noch so viele andere schlimme Dinge gibt.
Beispiele aus dem selben Ort: In Princesa Isabel wurde vor einigen Monaten ein Stadtverordneter verhaftet, weil dieser mit einem Mord in Verbindung gebracht werden konnte. Einige Wochen später sterben im selben Ort zwei 13 jährige Jungs, vermutlich weil sie Drogen verkauft haben und nicht korrekt bei Ihrem Dealer bezahlt haben.
In der umliegenden Region sind alleine 5 Frauen geköpft worden und deren Körper hat man in Wasserstellen abgelegt...

Der Nordosten von Brasilien ist dramatisch gefährlich! Wenn wir hier Bilder von glücklichen Kindern zeigen, dann denkt man kaum noch daran, wie schlimm es ohne die Hilfe von Paten und Spendern zu Hause bei diesen Familien aussehen würde.

Im Falle der 3 Mädchen habe ich unserer Heimleiterin freie Hand gelassen. Egal was gekauft werden muss, es soll gekauft werden. Und ich habe auch darum gebeten, dass die Mutter würdevoll beerdigt wird.

Falls Sie in dieser Angelegenheit etwas spenden möchten, so geben Sie bitte als Verwendungszweck "3 Schwestern" mit an.

Danke!


2021-01-18 Nachtrag: Nach der Beerdigung in São José da Princesa-PB

Erste Gespräche mit dem Jugendamt "Conselho Tutelar" und einer Oma der Kinder haben ergeben, dass von allen beteiligten Seiten gewünscht wird, dass die Mädchen wochentags weiterhin im Heim leben und an den Wochenenden bei der Oma. Allerdings hat der Vater der beiden kleineren Schwestern schon einen Vorgang bei der Justiz gestartet, um die beiden zu sich zu holen.


Nachtrag 2021-02-04: Durch den Eingang 2er großzügiger Spenden können wir hier weitere, besondere Hilfe leisten: Die Kleinste braucht dringend eine psychologische Behandlung. Diese wird sie nun kurzfristig in der etwas entfernt liegenden, größeren Stadt Serra Talhada-PE erhalten. Sie war schon immer etwas labil und kränklich, aber in der derzeitigen Situation leidet sie besonders.

Auch in diesem Fall ist leider das uralte Haus der Großmutter nicht wirklich dafür geeignet diese 3 Kinder zusätzlich aufzunehmen. Wir versuchen hier gerade in Gesprächen zu klären, was man machen kann. Vermutlich müssen einige Wände neu gemauert und verputzt werden. Auch da Dach werden wir uns ansehen.

Wochentags sind die beiden Größeren in unserem Heim 125. Die Kleinere kommt auch ab und zu tagsüber im Heim vorbei. Letztendlich sollte auch sie mit den Schwestern zusammen im Heim leben. Wir arbeiten daran...

 

2021-01-08 Endlich kommt wieder Leben in die Bude...

Im März 2020 hatten wir unsere Heime für interne Kinder geschlossen. Jetzt, im Januar 2021, denken wir, dass es an der Zeit ist mit kleinen Gruppen von Patenkindern einen Neuanfang zu machen.

Unsere Heime 125, 126 und 127 haben jeweils 5-8 Kinder aus extrem komplizierten Familienverhältnissen (Gewalt, Verwahrlosung usw.) aufgenommen. Die Eltern sind froh, dass sie wieder ihre Ruhe haben und die Kinder glücklich, dass sie wieder im sauberen Heim im eigenen Bett schlafen können.

Hier einige Eindrücke aus unserem Heim 125 in Princesa Isabel-PB:

Die meisten Betten bleiben noch leer, aber diese 6 Mädchen haben schon einen riesen Spaß daran zu entdecken, was es alles neues gibt. So hat das Heim nun z.B. einen faltbaren "Camping"-Tisch, denn immer nur auf dem Fußboden liegen oder sitzen macht auf die Dauer auch keinen Spaß.

Ja und dann eine riesen Überraschung: Ein Tischfußball. Zwar schon im letzten April gekauft, aber bislang noch unbenutzt.

Außerdem noch etwas vollkommen unbekanntes, was aber, direkt nach dem mühsamen Aufbau, eine immense Freude bebreitet hat: Ein Kaufmannsladen mit Einkaufswagen, Kasse, Scanner... So sollen die Kinder lernen mit Geld umzugehen.


Ähnliche Szenen in unserem Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Hier sieht zwar der neue Camping-Tisch etwas anders aus, aber auch diese Variante erfüllt ihren Zweck sehr gut:

Welch eine Freude dabei zuzusehen. Gerade wenn man weiß, dass viele Kinder (wie auch unser jüngster Neuzugang) zu Hause kaum eine geistige Anregung haben. Hier erarbeiten sie sich Lösungen und entwickeln spürbar ein Gefühl für Dinge und Zusammenhänge. Und natürlich soll es auch Spaß machen. Wasserfarben sind vor Ort praktisch unbekannt. Diese hier stammen aus einem Sonderangebot bei Aldi. Auch das Karaoke-Mikrofon wurde aus Deutschland mitgebracht. Ja und kaum waren die Kinder im Heim, gabe es auch schon einen Geburtstag zu feiern. Das macht natürlich mit Freundinnen viel mehr Spaß, als ganz alleine zu Hause.


Auch unser Heim 126 in Triunfo-PE nimmt zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder interne Kinder auf. Zunächst mussten noch einige Kleinigkeiten angeschafft werden:

Dann durften die ersten 5 Kinder seit vielen Monaten wieder einziehen. Einem ehemaligen Patenkind geben wir hier die Chance mit einem Probevertrag als Assistentin zur Kinderbetreuung mitzuhelfen.

2021-01-05 IsNichWahr punkt de

Ganz zufällig hat sich aus etwas lustigem etwas ganz tolles ergeben.

Es gibt im Internet viele "Quatsch" Seiten, die lustige Bilder und Videos zeigen. Eine davon ist die Seite eines Österreichers, die unter isnichwahr.de zu finden ist. 
Ab und zu wird dort auch lustiges aus Brasilien gezeigt. Und dabei kam es dann vor einigen Wochen zu einem netten Austausch von Kommentaren. Am Ende erklärte ich etwas über die Arbeit von Rette ein Kinderleben e.V. und gab auch unserer Web-Adresse an.

Letzte Woche, zum Jahresende, passierte dann dies: Jemand aus dieser "Community" (Gruppe von Usern dieser Webseite) spendete urplötzlich einen größeren Betrag an den Verein.

Was für eine Überraschung. Das war ja schon Wochen her, mit den Kommentaren, aber jemand hat das im Hinterkopf behalten und an den Verein gespendet. Dafür wollte ich mich natürlich auch bedanken. Dies tat ich, indem ich unsere Heimleiterin Sra. Eliane Cristine vom Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE bat, einige "verrückte" Fotos mit Kindern und dem ausgedruckten Logo der Webseite zu machen. (Auch unsere Hühner haben mitgemacht...über deren Begeisterung wurde mir aber auch auf Rückfrage hin nichts mitgeteilt...) Das habe ich dann zusammen montiert und bei isnichwahr.de online gestellt.

Daraufhin gab es viele Reaktionen die zum einen in einer neuen Patenschaft mündeten und zum anderen in diversen Spenden anderer User dieser Seite.

Rette ein Kinderleben e.V. sagt ganz herzlich Dankeschön! Von der ersten Spende finanzieren wir 1 notleidendes Kind für 1 Jahr. Von den nun, aufgrund der gezeigten Dankesseite, zusätzlich gespendeten Beträgen, kam erneut so viel zusammen, dass ein weiteres Kind 1 Jahr lang Unterstützung erhält!

So wird aus "Quatsch" plötzlich eine gute Sache!

2021-01-14 Nachtrag: Inzwischen kamen so viele Spenden zusammen, dass jetzt schon 3 Familien 1 Jahr lang unterstützt werden können! Danke!

 

 

2021-01-03 Heim 102 - Casa Sabine und 10 Kinder ohne Hunger

Leider verstarb im Jahr 2019 viel zu früh und völlig überraschend unsere langjährige Patin Sabine J.
Da Frau J. ein "richtiges" Testament gemacht hatte, erhielt auch Rette ein Kinderleben e.V. dann Ende 2020, so wie von ihr gewünscht, einen Teil der Erbschaft.
Mit "richtiges" Testament ist hier gemeint: Beim Notar, nach aktuellen rechtlichen Grundlagen erstellt, beglaubigt und beim Amtsgericht hinterlegt, mit einem "Universalerben", der später die gesamte Erbschaft nach dem Willen des Erblassers verteilt.

Leider denken immer noch viele, dass ein handgeschriebenes Testament "Mein letzter Wille" ausreichend sei. In den allermeisten Fällen streiten sich aber die Erben, "noch bevor der Körper kalt ist" (Zitat). Solche handgeschriebenen Testamente sind dann vor Gericht in aller Regel nichts Wert, da oft Formulierungen verwendet werden, die rechtlich keinen Bestand haben.

So hat Rette ein Kinderleben e.V. schon mehrfach von Paten die Ankündigungen erhalten: "Wenn ich einmal nicht mehr bin, dann...", aber die Erben sorgen meist ziemlich schnell dafür, dass der letzte Wille nicht so ausgeführt wird, wie es eigentlich gedacht war.

Zu Ehren der verstorbenen Frau J. haben wir unser Heim 102 in Igaci-AL für 1 Jahr in "Casa Sabine" umbenannt:

Und nicht nur das! 10 Kinder und Ihre Familien erhalten von der Erbschaft für 1 ganzes Jahr Hilfe im Rahmen einer Basis-Förderung. Sie müssen sich nun erstmal keine Sorgen mehr darum machen, ob und was es morgen zu Essen gibt!

Und von dem Rest-Betrag, der nun noch "übrig" ist, werden wir spontan in akuten Notsituationen helfen können.

Sie wissen ja schon: Alles, aber auch wirklich Alles, was wir an Spendengeldern erhalten, MUSS satzungsgemäß für die Unterstützung notleidender Kinder verwendet werden. Wir dürfen keine Beträge "zweckentfremden". Da sieht uns das Finanzamt ganz gewaltig auf die Finger!

2020-12-10 Heim 126 ...und das so kurz vor Weihnachten...

Heute erreichte mich, zu meiner vollkommenen Überraschung, ein Brief eines Mächens aus dem Heim 126.

Die Übersetzung lautet:

Herr Ralf!
Ich kam, um diesen Brief zu schreiben und mich für die Unterstützung zu bedanken.
Es war mir eine große Freude Sie hier im Heim 126 kennenzulernen. Ich würde so gerne weiter ein Teil dieser Familie bleiben, die uns mit offenen Armen aufgenommen hat und so viele besondere Momente beschert hat.
Nun sitze ich hier, habe Papier und Stift in der Hand und es kommt mir vor wie am Tag, als Sie das erste Mal das Heim 126 besucht hatten und Geschenke für uns alle mitbrachten. Ich erinnere mich, wie Sie alle Mädchen gebeten haben Ihnen auf der Landkarte Länder zu zeigen. Ich erinnere mich, als wäre es heute gewesen.
Als ich die Nachricht erhielt, dass ich nicht mehr Teil dieser Familie sein werde habe ich geheult. Aber ich gehe heute in der Hoffnung, dass ich eines Tages wiederkommen kann und alle wiedersehe.
Nochmals Danke!
Adriciane Maria

Der Pate von Adriciane hatte leider kurzfristig die Patenschaft beendet. So kurz vor Weihnachten...

Im Heim 126 wohnen wochentags die Mädchen, die ansonsten einen extrem langen Schulweg von oftmals 2 Stunden haben, damit sie ausgeruht vom Heim aus zur Schule gehen können und hier, neben regelmäßigem Essen, sauberem Bett, Fernsehraum, Freundinnen... , ggf. auch noch Nachhilfe bekommen. Leider muss Adriciane darauf nun verzichten und wenn die Schulen wieder öffnen, dann hat sie es nun etwas komplizierter.

Dass sie einen anderen Paten bekommt ist extrem unwahrscheinlich, da sie in Ihrem Alter von 15 Jahren kaum eine Chance hat ausgesucht zu werden...

Oder möchten Sie Ihr vielleicht helfen die verbleibenden 4 Jahre Schule unter optimalen Bedingungen abzuschließen? Das wäre zu schön. Auch die kleinen Schwestern würden sich freuen, wenn die Versorgung mit Lebensmitteln wieder sichergestellt wäre.

Nachtrag 2020-12-14: Juchuu! Adriciane hat eine neue Patenfamilie. Sie hat es wirklich verdient. Danke schön!

2020-12-02 Rette ein Kinderleben e.V. eröffnet 2 neue Heime

Rette ein Kinderleben e.V. wird mit Jahresbeginn 2 neue, mehrmals pro Monat besetzte Büro-Stützpunkte einrichten.

Das neue Heim 129 wird die Betreuung der Familien im Bereich der Ortschaften Tavares, Juru und Água Branca im Bundesstaat Paraíba übernehmen. Wir haben dort rund 40 Patenkinder, die bislang unser Heim 125 in Princesa Isabel-PB betreut. Die Entfernung beträgt etwas über 50 Kilometer. In Deutschland ist eine solche Distanz relativ leicht zu überwinden aber in Brasilien kann dies schon eine Tagesreise sein. Durch Umstrukturierung der Zuständigkeiten entstehen dabei keine zusätzlichen Personalkosten.

Das neue Heim 130 wird die Betreuung der Familien im Raum um die Stadt Serra Talhada im Bundesstaat Pernambuco übernehmen. Dort sind über 50 Kinder in unserer Versorgung, die bislang unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE betreut. Nun ersparen wir den Familien die Anfahrt von rund 30km. Auch hier wird es durch Umstrukturierung nicht nötig neue Mitarbeiterinnen einzustellen.

Für die Paten ändert sich praktisch nichts.


Ach ja, wir sollen schön grüßen... Von unserer Hündin "Mel" im Heim 112. Sie wird in diesen Tagen schon 1 Jahr alt.

2020-12-04 80% Inflation

Bitte sehen Sie sich diese beiden Fotos an, die unser Heim 128 gemacht hat. Beide aus dem selben Geschäft in Manaira-PB:

Im Zeitraum von März bis November haben sich die Preise für Grundnahrungsmittel extrem erhöht. Sie sehen hier z.B. Packungen von je 1kg Reis (Arroz - gesprochen: "Arhoiß"), die im März noch R$2,99 gekostet haben und im November 80% teurer waren und R$5,39 kosteten.

Reis wird in Brasilien nicht angebaut. Der Import ist aufgrund des extrem schwachen Brasilianischen Real (R$) viel teurer als zuvor. Aber Reis ist dort das absolute Nr. 1 Nahrungsmittel in jeder Küche, was die Situation für die armen Familien noch komplizierter macht.

Ein weiteres Beispiel Pflanzenöl: von R$4,65 auf R$8,99... Wir werden diese Situation weiter beobachten.

2020-11-17 Heim 109 - Auf Wiedersehen Sra. Anália Adriele

19 Jahre lang, und damit den größten Teil Ihres Lebens, war Sra. Anália Adriele ein Teil von Rette ein Kinderleben e.V.

Als kleines Mädchen wurde sie Patenkind. Nie vergessen wird sie, wie ihr Traum Wirklichkeit wurde und sie mit 14 dann in eines unserer Kinderheime einziehen konnte. Mit 15 Jahren machte Rette ein Kinderleben e.V. einen ebenso großen Traum war: Sie hatte ein "Festa de 15 anos", ein "rauschendes" Fest zum 15. Geburtstag, wie es Tradition in ganz Südamerika ist.

Mit 17 Jahren war Sie schon so positiv aufgefallen, dass sie als Assistentin in einem unserer Heime nahe der Stadt Recife-PE mithelfen durfte.

Es dauerte nur wenige Jahre und ihr wurde die Verantwortung für ein kleines Heim übertragen. Zuletzt war sie einige Jahre lang die Heimleiterin des Heimes 109 in Jaboatão dos Guararapes-PE. Dort im Stadtteil Barra de Jangada leben die meisten Leute in sog. Favelas. Es ist lebensgefährlich dort nachts auf die Straße zu gehen. Drogen, Waffen Gewalt gehören dort zum Alltag. Nicht jede Mitarbeiterin hätte es dort "ausgehalten". Man muss schon eine starke Persönlichkeit sein, um mit diesen Bedingungen klar zu kommen. Mehrere Überfälle, die sie zum Glück körperlich unbeschadet überstanden hat, konnten sie nur kurz aus der Ruhe bringen.

2014 konnten viele Paten in Deutschland und der Schweiz sie auch persönlich kennenlernen, als sie mit einer Gruppe von Heimleiterinnen hier auf mehreren Patentraffen war. Nie wird sie den Schnee vergessen, am Kehlsteinhaus über dem Königssee.

Wie die meisten unserer Mitarbeiterinnen hat auch sie ihre freie Zeit dazu genutzt, um sich weiterzubilden. Sie fuhr mehrmals pro Woche einige Kilometer mit dem Bus in eine "Faculdade". Nun hat sie dort fertig studiert und ist ausgebildete Physiotherapeutin!

Sra. Anália Adriele hat nun vor, sich mit einer eigenen Praxis in ihrem Heimatort Triunfo-PE selbständig zu machen. Daher verlässt sie nun Rette ein Kinderleben e.V. auf eigenen Wunsch. Natürlich hat Sie sich mit einer kleinen Feier von Ihren bisherigen Patenkindern und Familien im Heim 109 verabschiedet. Alles Gute, wünscht Rette ein Kinderleben e.V.

 

2020-11-06 War das eine Überraschung?

Hoffentlich haben wir Sie alle mit unserer neuen Broschüre überrascht?! Die Reaktionen am Telefon waren jedenfalls bislang alle sehr positiv.
Rund 6 Jahre nach dem letzten gedruckten Heft war es einfach an der Zeit Ihnen mal wieder etwas Gedrucktes in die Hand zu geben. Um Kosten zu sparen haben wir dieses Heft übrigens komplett selbst gestaltet, ganz ohne irgendeine "Werbeagentur". (Software: Affinity-Publisher) Der Offsetdruck erfolgte über eine Internet-Druckerei zu günstigen Konditionen, so dass ein Heft nur rund 90Cent gekostet hat.

Aus komplizierten, rechtlichen Gründen ist es uns leider nicht möglich diese Broschüre online oder als PDF zu veröffentlichen.
Falls Sie aber noch weitere gedruckte Exemplare haben möchten, um diese an andere weiterzugeben: Kein Problem. Einfach bei uns anrufen. --> 06431 / 28 38 28

 

 

2020-10-14 Kleine Überraschungen und Weihnachtsspenden

Seit dem Sommer haben wir jeden Monat je 1 Kind aus den vielen hunderten Patenkindern ausgesucht, welches noch nie einen Brief vom Paten- oder gar eine Sonderspende erhielt. Um diesem Kind eine Freude zu machen erhielt es je eine Sonderspende von 50€, die wir aus den allgemeinen Spenden an den Verein genommen haben. Hier einige Beispiele:



Bitte verstehen Sie uns nicht falsch. Kein Pate ist verpflichtet seinem Kind zu schreiben und natürlich ist auch kein Pate verpflichtet seinem Patenkind zusätzlich zur regelmäßigen Spende noch eine Sonderspende zu schicken. Die überwiegende Zahl unserer Paten möchte schlicht helfen und schreibt nie. Das ist vollkommen OK.

Aber wir wollten Ihnen hier einmal die Freude in den Gesichtern dieser Kinder zeigen.


Nun ist es schon wieder Mitte Oktober und im Supermarkt liegen bereits Spekulatius, Stollen und Schoko-Weihnachtsmänner. Das bedeutet aber auch: Wenn Sie Ihrem Patenkind eine Sonderspende zu Weihnachten schicken möchten, dann wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt.
Nur die Spenden, die bis Ende November bei uns eingegangen sind, haben noch eine Chance bis Weihnachten in Brasilien anzukommen. Noch sicherer ist es vor Ende Oktober die Weihnachtsspende zu schicken, denn Sie können sich sicher vorstellen, dass um die Weihnachtszeit herum viel los ist.

Danke!

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

2020-09-27 Man arrangiert sich irgendwie

Im Großen und Ganzen arrangieren sich derzeit alle unsere Heime täglich neu mit der aktuellen Situation. Die monatlichen Versammlungen zur Couponausgabe werden wieder durchgeführt. Natürlich mit weniger Personen und mehr Abstand.

 

Die Heime versuchen die vielen jugendlichen Patenkinder und deren Sorgen, Nöte und Wünsche über Einzelgespräche zu erreichen. Dabei stellten sich einige Dinge heraus: Extrem viele Familien ziehen derzeit in den Süden in die Region São Paulo. Wir haben allein 12 Patenkinder auf dem Weg "verloren". Das ist extrem ärgerlich, denn viele Paten haben die über die Jahre ein intensives Verhältnis zu Ihrem Patenkind aufgebaut und sind nun verständlicherweise sehr enttäuscht.

Dann haben wir inzwischen 4 schwangere Mädchen im Alter von 13-15. Damit haben Sie Ihre Chance auf eine bessere Zukunft leider verwirkt. Diese Patenschaften haben wir entsprechend beendet.
In diesem Zusammenhang der Hinweis: Wir sind gesetzlich verpflichtet mit unserer Hilfe eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Einfach nur Essen verteilen reicht nicht aus. Daher legen wir viel Wert auf die Förderung der Bildung. Wenn ein Mädchen vor der Volljährigkeit und insbesondere vor dem Schulabschluss schwanger wird ist nach unserer jahrzehntelangen Erfahrung nicht mehr damit zu rechnen, dass sich die Lebenssituation verbessern wird. Im Gegenteil...


Alle Jugendlichen bekommen von uns mindestens 4 Mal pro Jahr viele Informationen zu diesem Thema. Wir laden Ärzte und andere Vertreter der Gesundheitsbehörden in unsere Heime ein um zu Informieren. Es liegen kostenlose, vom Staat bereitgestelle, Kondome bereit. Wer trotzdem schwanger wird, dem können wir leider nicht mehr helfen.

Andere Baustelle: Es gab zwischendurch kurze Aufregung, weil bei 3 Mitarbeiterinnen in 2 Heimen der Antikörpertest angeschlagen hatte. 2 mit IgM und eine mit IgG. Das wurde dann mit anderen Testverfahren verifiziert und letztendlich konnte keine Virusinfektion und erst Recht keine Krankheit nachgewiesen werden. Aber zunächst hatten diese Mitarbeiterinnen 2 Wochen (bezahlte) Quarantäne einzuhalten. Anscheinend haben wir aber nun in Triunfo das allererste Patenkind mit einer nachgewiesenen Infektion in der Familie. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

 

Und nun noch zu unseren neuen Mitbewohnern im Heim 127:

Auf der einen Seite des Hauses haben wir ja bereits seit einigen Monaten sehr ergiebige Beete mit Früchten, Obst und Gemüse. Nun hatten wir spontan die Idee auf dieser anderen Seite, direkt neben dem Sportplatz ein brachliegendes Stück Land sinnvoll zu nutzen: 5 Hennen und ein Hahn haben nun hier ihr Zuhause. Das hat eine gewisse Flut an Eiern zur Folge:

Unsere Köchin Maria José freut sich jedenfalls sehr und hat auch das Füttern übernommen. Und für die Kinder gibt es nicht nur viel Spaß am Gehege sondern wahrscheinlich auch mehr Proteine im Essen.

2020-08-06 Diverse Heime: Wir tun was wir können

In Deutschland haben so manche Eltern gemerkt, dass ihre Kinder ganz schön anstrengend sein können, wenn sie nicht in der Schule sind und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung fehlt...
So ähnlich, aber leider noch viel komplizierter, ist es in Brasilien.

Das Schuljahr in Brasilien ist das Kalenderjahr. Ende Januar/Anfang Februar waren die großen Sommerferien zu Ende und die Kinder gingen gerade wieder in die Schule, als das Virus auch Brasilien erreichte. Mitte März wurden alle Schulen geschlossen. Daraufhin haben wir auch unsere Heime zunächst zu gemacht und alle internen Kinder nach Hause geschickt. Nun sind unsere internen Kinder genau die, die meist zu Hause gewaltige Probleme haben. Deswegen leben Sie ja bei uns und wollen eigentlich gar nicht mehr zurück zu dem Elend, vor dem wir sie mit Ihrer Hilfe bewahren.

Es kam, wie es leider zu erwarten war: Schon 4 Mädchen im Alter von 13-15 haben es zu Hause nicht ausgehalten und wohnen nun zusammen mit ihren Freunden. Den Eltern ist das relativ egal. Dem Jugendamt sowieso und wir haben erst Recht keinerlei Möglichkeiten oder Befugnisse... Letzte Woche kam die Nachricht, dass die 13 jährige schon schwanger ist. Bei den anderen ist es vermutlich auch nur noch eine Frage der Zeit...

Ein anderes kleines Mädchen kam ins Heim und bat heulend um Hilfe: Sie hatte den Kopf voller Läuse. Zu Hause muss sie auf dem Fussboden schlafen, weil die Eltern keine Betten oder Matratzen für die Kinder haben. Unsere Assistentin Edivânia, die früher unsere Friseurkurse leitete, hat ihr dann die Haare kurz geschnitten. Unsere Kinderbetreuerin Aldecina hat ihr dann mit entsprechenden Mitteln aus der Apotheke über der "Waschmaschine" (Waschbrett) die Haare gewaschen.


Seit einigen Wochen überlegen wir schon, ob wir es wagen können ein wenig mehr Hilfe anzubieten. Insbesondere Unterricht für die Schüler, die ohnehin nicht so gut mitkommen.

Die Schulen in Brasilien bieten diverses Material zum Abholen an. Inzwischen macht man sich von schulischer Seite aus sehr viel Mühe und stellt verschiedene Materialien für alle Altersklassen bereit. Nur... So einigen Schülern ist das zu schwer, diese Aufgaben alleine zu verstehen. Also versuchen wir, soweit es möglich ist, insbesondere den schwächsten Schülern bei ihren Aufgaben zu helfen.

Aber vorher kam erstmal DAS hier:

Ausnahmslos ALLE unsere brasilianischen Mitarbeiterinnen mussten zunächst einmal Ende Juli/Anfang August einen Covid-19 Test machen. Das kostet pro Person in etwa das Gleiche wie in Deutschland: ca. 40€. Das werden wir nun jedes Mal zum Ende eines Monats so durchführen.

Vollkommen unerwartet hatten wir sogar eine Mitarbeiterin, die positiv auf Antikörper getestet wurde, ohne bislang Anzeichen der Krankheit zu zeigen. Sie und ihre Familie werden nun vom Krankenhaus weiter betreut. Entsprechend ist sie natürlich von der Arbeit bis auf weiteres freigestellt. (Nachtrag 13.08.2020: Bei einem weiteren Test wurden bei ihr dann keine Antikörper festgestellt. Zus Sicherheit haben wir einen 3. Test in einer anderen Stadt gemacht: Ebenfalls keine Antikörper- Also ist sie doch gesund.)

Nun haben nicht alle unsere Heime ausreichend Platz, um Unterricht und Nachhilfe zu geben. Aber in 6 von 13 Heimen ging es nun "richtig" los. Zuvor haben wir ein wenig "experimentiert", was möglich ist.

Schon vor ca. 4 Wochen hatte das Heim 128 eine Gruppe von Kindern in einem Sítio nahe der Stadt Manaira geholfen. Es wurde diverses Material eingekauft, u.a. auch eine Wandtafel, die wir am Haus einer Frau anbringen durften. Die Kinder bekamen dann diverses Schreib- und Malmaterial und nicht zuletzt auch etwas zu Essen und zu trinken von uns..

Es zeigte sich schnell, wie froh die Kinder waren, das sich endlich mal wieder jemand um sie kümmert und nicht zuletzt gab es riesigen Zuspruch von den Eltern!

Unser Heim 125 hat nun die bislang beurlaubte Kinderbetreuerin Rejane und die Köchin Maria das Graças ins Heim zurück geholt um mit den Materialien der Schulen Unterricht und Nachhilfe anzubieten. Die Heimleiterin Aparecida berichtet von der Reaktion der Eltern, die überglücklich sind, dass ihre Kinder nun wenigstens ein bisschen betreut werden. Bevor es ins Heim geht, misst die Assistentin Regivanillia erstmal die Temperatur:

In 3 Räumen sitzen einige Kinder mit viel Abstand über dem Aufgabenheft. Natürlich verteilen wir auch ein "Lanche", was man mit "Zwischenmahlzeit" übersetzen kann.

Ähnlich im Heim 127, das mit dem Testunterricht vor ca. 3 Wochen begann. Hier haben wir sogar das Glück, dass wir nicht nur in unseren eigenen Räumen unterrichten können, sondern sogar die Räume einer Schule in einem entfernten Sítio (Siedlung) nutzen dürfen. Dort können wir entsprechend nur Snacks und Getränk anbieten, während die Kinder im Heim in der Schlange an der Essensausgabe warten, wo die Köchin Maria José ein Lanche vorbereitet hat.

 

Auch im weit entfernten Igaci im Bundesstaat Alagoas, in unserem Heim 102, haben wir heute mit Unterricht begonnen. Das Heim hatte für die entsprechenden Kinder Pakete mit Block und Stiften vorbereitet. Nach Unterricht und Snack konnten die Kinder auch noch auf dem großen Hof des Heimes spielen.

Und so tun wir was wir können um den Kindern zu helfen. Das Schuljahr scheint verloren zu sein...aber bevor das letzte Wissen "versickert" wollen wir es wach halten und ausbauen. Auch die Heime 101 und 126 in Triunfo haben ein Unterrichtsangebot gestartet.

Rette ein Kinderleben e.V. hat einige hundert Euro in die Hand genommen um die Mitarbeiter zu testen und Material bereit zu stellen. Zum Glück haben schon einige Paten mit dem Verwendungszweck "Covid-Hilfe" an uns gespendet. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir an dieser Stelle erneut unsere Spendenkontonummer zeigen. Wir möchten diese Extra-Hilfsarbeit gerne fortsetzen und es soll doch nicht am fehlenden Geld scheitern...

Danke!

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

2020-07-31 Heim125 - Kein Wasser in der Steppe, aber unser Heim ertrinkt...

Unser Heim 125 in Princesa Isabel-PB wird von einer "Wasserplage" heimgesucht. Eigentlich sogar von mehreren...

Normalerweise regnet es dort in der steppenähnlichen Gegend (Wikipedia --> Sertão) ca. 11 Monate lang nicht. Flüsse und Quellen versiegen regelmäßig. In der Zeit kommt es häufig vor, dass nichts aus der Wasserleitung kommt und man statt dessen Wasser per LKW bestellen muss. (Was sich notleidende Familien natürlich nicht leisten können...)
Nun hat natürlich jedes Haus einen eigenen Wasserspeicher, irgendwo oben, so dass dort 500-5000l gespeichert werden können. Die meisten haben aus statischen Gründen eher einen 1000l Behälter. Sowas nennt man "Caixa de Água". Caixa kann man grob mit "Behälter" übersetzen. Aber es gibt auch eine Sparkasse, die "Caixa Econômica" heißt. (Sie wissen ja inzwischen schon, dass man das "x" in Brasilien wie ein "sch" ausspricht und das "c" meist wie ein "k")

Unser Heim 125 hat, da es aus mehreren Häusern besteht die zu unterschiedlichen Zeiten gebaut wurden, sogar mehrere Caixa de Água. Eine davon ziemlich direkt über dem Büro und den angrenzenden Schlafzimmern von Mitarbeiterinnen.
Schon seit Jahren moniere ich immer wieder, dass es dort im Büro so "muffig" und nach "alten Wasser" riecht. Die Mitarbeiterinnen, deren Nasen in den Slumgebieten deutlich schlimmeres riechen müssen, bestätigten mir aber jedesmal, dass sie nichts riechen würden...alles sei normal.

Irgendwann sahen die Wand und die Decke dann aber so aus:

Sowas hatten wir schon früher. Da kam das Wasser bei starkem Regen durch das Dach. Daher haben wir das Dach abgedeckt und statt mit Dachziegeln mit "Brasilit" (Eternit) gedeckt. Seitdem regnet es definitiv nicht mehr rein. Aber wo kommt nun dieses Wasser her, das hier offensichtlich die Wand feucht hält? Ganz offensichtlich von oben. Sie ahnen es schon: Caixa de Água:

Dieses nette kleine "Biotop" ist über der betroffenen Wand und offensichtlich undicht. Das ist keine übliche Caixa de Água aus Kunststoff, sondern eine etwas rustikalere Variante die vor zig Jahren mal gemauert und verputzt wurde. Wie man links oben am blauen "Schwimmerschalter" erkennt, hatte das Heim das Wasser nicht mehr neu zulaufen lassen und den Inhalt weitegehend verbraucht. Genau der richtige Zeitpunkt, um diese "Wanne" zu reparieren und neu zu verputzen. Leider hatte das Heim diese Informationen erst relativ spät nach Deutschland gemeldet, denn wir hätten das natürlich auch mit Kacheln ausgekleidet. Aber inzwischen war das Wasser schon wieder drin.

OK, nun war also der unerwünschte Wasserzulauf von oben gestoppt. Nun beginnt des Dramas 2.Teil:

Plötzlich hatten wir "Wasser von unten". Jetzt zog Wasser vom Boden her in mehrere Räume... Nicht nur diese Schlafzimmer der Mitarbeiter, auch unser Büro musste geräumt werden. Dann wurde der Putz abgeklopft, um die Ursache zu finden:

Nasses Mauerwerk soweit das Auge reicht. Übrigens hatten wir so ziemlich das Gleiche auch 2016 in unserem Büro in Limburg. Auch dort mussten wir nach über 30 Jahren ausziehen, weil die Wände bis über einen Meter hoch nass waren und es hinter den Schränken bereits anfing zu schimmeln. Zum Glück fand sich damals eine andere Möglichkeit für unser Büro im selben Haus.
Das Büro des Heimes 125 ist nun vorübergehend im "Fernsehsaal" der internen Patenkinder untergebracht. Da wir derzeit keine internen Kinder betreuen dürfen stört das auch gerade niemanden.

Es stellte sich schnell heraus, dass es die Zuleitung war, die von der Straße kommend unter dem Büro verläuft. Als diese, um die oben reparierte Caixa de Água wieder befüllen zu können, wieder in Betrieb genommen wurde, muss das Plastikrohr wohl undicht geworden sein.

Wir lassen das jetzt bei offenem Fenster einige Wochen trocknen. In den Schlafzimmern werden wir auch den Putz abschlagen. Später wird das dann neu verputzt und gestrichen. Damit ist dann hoffentlich auch der "muffige" Geruch endlich weg...

Ja... und dann gibt es da, auch im Heim 125, das typische Problem des gesamten Nordostens:

Die Wände fangen "untenrum" an zu schimmeln. Dagegen kämpfen wir praktisch ständig in allen Heimen an.
Hier haben wir nun zu einer bereits bewährten Lösung gegriffen: Ein ca. 10cm Sockel aus Beton der das Wasser etwas von den Wänden abhält und darüber 90cm Kacheln (Cerâmica). Bevor Sie sich wundern: Das Heim hat diese Farbkombination selbst ausgesucht. Wir haben diese bereits in mehreren Heimen und alle sind davon begeistert.

Das Reinigen von Kacheln ist deutlich einfacher, als das von vollgesogenem Putz. 3 Heime (auch das Heim 125) haben deswegen schon einen Hochdruckreiniger aus der brasilianischen Produktion der Fa. Kärcher erhalten. Hier lernen einige Assistentinnen des Heimes 127 wie das neue Gerät funktioniert:

Die 4. Wasserplage, die das Heim 125 erlebt hatte, finden Sie etwas früher hier im Blog (2018-02-20 Land unter), als das Regenwasser damals im Büro Computer, Telefon und diverse Unterlagen zerstörte.
Und das alles in einer Gegend, die ansonsten extrem trocken ist....

2020-07-21 Heim 101 - ...und plötzlich bricht die Welt zusammen.

Da sitzten 4 Kinder am Grab Ihrer Mutter. Urplötzlich ist diese am Freitag jung verstorben. Sie hatte schon seit Jahren immer wieder epileptische Anfälle. In den letzten 10 Jahren hatte Sie allerdings vom staatlichen brasilianischen Gesundheitssystem keine Hilfe mehr bekommen, weil es schlicht keinen Arzt oder gar Medikamente gab um ihr zu helfen.
Noch am Mittwoch war sie im Heim 101 und hat Geschenke entgegen genommen. Am Freitag hatte Sie einen schlimmen Anfall, an dem sie vor den Augen der Kinder verstorben ist. Die Kinder wussten nicht, wo und wie sie Hilfe bekommen konnten. Der kleine Bruder bekam bislang noch die Brust...

Solche Fälle sind immer wieder entsetzlich schlimm. Von heute auf morgen bricht alles zusammen. Die Kinder werden nun vermutlich auseinandergerissen, denn sie sind von verschiedenen Vätern, von denen auch schon einer tot ist. Dann hat ein anderer Vater seine Tocher nie registriert. Sie "existiert" praktisch gar nicht. Leider kommt auch dies häufig vor.
Eine schwer depressive Oma kümmert sich seit Freitag mehr oder weniger um die Kinder.

Wir von Rette ein Kinderleben e.V. haben natürlich sofort angeboten, dass die Kinder zusammen im Heim 127 intern leben können, damit sie zusammen bleiben und zur Schule gehen können. Leider können wir unsere Hilfe nur anbieten. Ob sie akzeptiert wird ist eine andere Sache.

Falls Sie hier finanzielle Hilfe leisten möchten, die wir natürlich ohne Abzug weiterleiten würden, dann benutzen Sie bitte als Verwendungszweck Ihrer Spende "4 Kinder".

Danke.

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM


Nachtrag 05.08.2020:

Dank großzügiger Sonderspenden 2er Spender aus Köln und aus Bayern konnten wichtige Dinge wie Lebensmittel für die nächten 2-3 Wochen, dringend benötigte Kleidung und auch Spielzeug gekauft werden. Herzlichen Dank dafür!


Derzeit "reissen" sich die Onkel, Tanten und Verwandte um die Kinder, denn diese erhalten schon bald eine Art Hinterbliebenenrente in Höhe eines brasilianischen Mindestlohnes. Das weckt natürlich gewisse Begierlichkeiten...
Noch sind alle zusammen und wohnen mit der Oma.
Unsere Heimleiterin Sandra berichtet, dass der kleine Junge praktisch ständig nach seiner Mutter schreit. Die jüngeren der Schwestern haben die Situation bislang noch nicht vollständig verstanden. Die Kleinste möchte so gerne bei der Mama leben. Vermutlich hat man ihr erklärt, dass die Mama nun im Himmel wohnt...

2020-07-20 Heim127 - Heimliche Hilfe

Die Schulen in Brasilien sind weiterhin geschlossen. Seit einigen Monaten haben die Schüler nun "Ferien". Wer ein Smartphone hat, kann online Aufgaben abrufen und zur Korrektur bei der Schule abgeben. Natürlich haben Familien, die kaum wissen was sie ihren Kindern zum Essen geben können, keine Möglichkeiten den Kindern je ein Smartphone zu kaufen.
Aber auch Patenkinder, die ja durch Ihre Spenden keinen Hunger mehr leiden müssen, haben kaum eine Möglichkeit an Smartphone oder gar Internet zu kommen.

Es geht zum Glück auch pragmatischer! Die Aufgaben werden nämlich von den Schulen auch auf Papier ausgegeben. Man muss sie nur abholen. Hier kommt Rette ein Kinderleben e.V. nun wieder mit ins Spiel, denn wir helfen dabei aktiv mit.
Unsere Mitarbeiterinnen gehen in die Schulen und holen die verschiedenen Aufgaben für die einzelnen Jahrgangsstufen ab. Im Heim 127 haben wir mehrere kleine Lerngruppen gebildet. Jeden Tag eine andere Klassenstufe. Unsere Mitarbeiterinnen helfen den Kindern gerne. Da unsere Köchin auch im Zwangsurlaub ist gibt leider kein Mittagessen, aber zumindest einen kleinen Snack dazu.

 

2020-07-04 Heime 127 & 128 - Unerwartet und erfreulich

Als wir im Januar 2019 auf brachliegenden Flächen im Heim 127 anfingen verschiedenen Dinge zu pflanzen waren wir sehr überrascht, wie schnell das alles wuchs. Schon nach 2 Monaten konnte das erste Gemüse geerntet werden. Seitdem gab es zig mal Ernte von Paprika, Erdbeeren, Salat, Radieschen, Lauch und diversen anderen, einheimischen Gewächsen. Nur eine Sache ließ lange auf sich warten:
Es wurde damals auch Ananas in mehreren Reihen angepflanzt, da es im größeren Umkreis niemanden gibt, der dies anbaut. Nun, nach 18 Monaten und damit deutlich früher als erwartet zeigt sich die erste Ananas-Blüte, die zur Frucht wird.


An unserem Heim 127 blätterte aussen mal wieder die Farbe ab. So alle 2-3 Jahre haben Sonne und Regen ihre zerstörerische Arbeit getan und es muss neu gestrichen werden. Vor etwa einem Jahr hatten wir den Sportplatz mit Brasilianischer Flagge neu angemalt und die Heimleitung hatte die anliegenden Wände, als Überraschung für uns in Deutschland, in verschiedenen Farben gestrichen.

Nun waren die Außenmauern fällig. Auch hier hatte die Heimleitung den Wunsch, ähnliche Farben zu verwenden.
Gesagt, getan:

Die Heimleitung berichtet, dass die Nachbarn so sehr begeistert sind, dass einige Ihre Häuser nun auch so streichen möchten. Ein Nachbar erhielt gleich die restlichen Farben und will sofort loslegen mit dem streichen...


Eine andere Nachricht, die wirklich glücklich macht, kam von unserem Heim 128. Kinder in einem Sítio (Siedlung) nahe der Stadt Manaira haben sich selbst zu einer Art "Notunterricht" zusammen gefunden. Ältere helfen jüngeren.

Die Heimleitung erhielt sofort die Erlaubnis notwendige Dinge zu kaufen, auch wenn nicht alle Kinder unsere Patenkinder sind. Solch ein Engagement muss einfach unterstützt werden. Hier das Material, welches unsere Heimleitung für diese Kinder gekauft hat. Natürlich auch ein bisschen Süßes.

2020-07-02 Heim 127 - Unerwartet und sehr ärgerlich

Unsere Heime sind ja nun schon einige Wochen ohne interne Kinder, die ansonsten dort leben. Interne Kinder haben meist extrem komplizierte Situationen zu Hause. Sei es, dass der Vater Alkoholiker ist oder sie geschlagen werden oder man sie vor sexuellen Übergriffen aus der Familie schützen muss.
Wir mussten, als die Schulen geschlossen wurden, diese Kinder wieder zurück nach Hause, in genau dieses Umfeld schicken.
Und so passierte es, dass zwei 15 jährige Mädchen es schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu Hause ausgehalten haben. Sie sind einfach zu Ihren volljährigen Freunden gezogen.

Das ist keine gute Kombination. Insbesondere da beide Mädchen eher unterdurchschnittlich begabt sind und nach der bisherigen Erfahrung auch weiterhin viel Hilfe und Betreuung benötigen.
Unsere Heimleitung hat von alledem erst nach mehreren Wochen erfahren, denn Besuche bei den Familien vor Ort sind derzeit nur sehr, sehr eingeschränkt möglich.

Es gab nun Einzelgespräche mit beiden Mädchen. Beide lehnen es kategorisch ab, wieder zu Ihren Eltern bzw. zur Mutter zurück zu gehen. Ebenso lehnt eine es grundsätzlich ab, jemals wieder ins Heim zurück zu kommen. Die andere überdenkt zumindest diese Option, aber viel Hoffnung haben wir nicht. Wir alle können uns an den Fingern abzählen, wann die Erste schwanger sein wird...

"Inoffiziell" haben wir sogar die Möglichkeit geschaffen, dass interne Kinder notfalls und übergangsweise im Heim 126 im benachbarten Triunfo unterkommen könnten, in dem Nachts 2 Mitarbeiterinnen schlafen. Das haben aber beide Mädchern leider auch abgelehnt.

Welche Möglichkeiten gibt es: Mit den Eltern bzw. der Mutter wurde schon gesprochen. Alle sagen, dass sie keine Möglichkeiten sehen, die Entscheidung ihres Kindes zu beeinflussen. Sie sind schlicht "zu schwach" ihre Kinder zu erziehen. Eine Anfrage beim Jugendamt (Conselho Tutelar) ergab, dass sich dieses in dem Alter nicht mehr zuständig fühlt und verweist auf die Verantwortung der Eltern. Wir, als Hilfsorganisation können unsere Hilfe niemandem "aufzwingen", sondern immer nur anbieten. Und wer die Hilfe ablehnt, dem können wir nicht endlos hinterherlaufen.

Den dazu gehörenden Paten müssen wir nun leider mitteilen, dass diese Vorgänge dazu geführt haben, dass wir die Patenschaft beenden müssen. Erfahrungsgemäß verlieren wir auf diesem Weg natürlich auch Paten die sich fragen, ob das über die Jahre gespendete Geld denn nun "aus dem Fenster geworfen" ist. Wie haben gemacht, was in unseren Möglichkeiten stand...

Dies alles ist extrem ärgerlich. Wir verlieren ja auch extrem hilfsbedürftige Mädchen, die von unserer Heimbetreuung sehr profitiert haben. Bislang sind es nur diese beiden Fälle und wir hoffen inständig, dass es dabei bleibt.

Es gibt leider noch keine Aussicht darauf, wann wir unsere Heime wieder offiziell für interne Kinder eröffnen können. Derzeit redet man davon, dass ab August/September die Schulen wieder öffnen...

2020-06-07 - Heim 127 - Couponausgabe unter erschwerten Bedingungen

Auch in unserem Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE, in dem sonst die Kinder fröhlich spielen, arbeitet man derzeit unter erschwerten Bedingungen. Die Kinder wurden ja bereits alle vor einigen Wochen nach Hause geschickt. Die Versorgung der notleidenden Familien erfolgt daher derzeit grundsätzlich über Einkaufscoupons. Hier unsere Heimleiterin Sra. Eliane Cristina bei der individuellen Couponausgabe am Tor des Heimes:

Für die weiter entfernt lebenden Familien in den Sítios führt man Sammeleinkäufe der notwendigen Sachen durch und liefert diese, dank der Hilfe durch den Supermarktbesitzer der seinen LKW zur Verfügung stellt, fast bis vor die Haustür.

2020-05-04 - Heim 101 - Couponausgabe und Versorgung der Familien in den Sítios

In Triunfo-PE soll es nun den ersten, bestätigten Covid19 Todesfall gegeben haben. Details zu Alter oder weiterem gibt es aber leider nicht. Die schon bestehenden Maßnahmen wurden nochmals verschärft. Inzwischen werden sogar Autos desinfiziert, die in den Ort kommen.

 

Die Familienmitglieder, die zum Heim 101 kommen um einen Coupon für ihren monatlichen Einkauf abzuholen, werden, wie hier von unserer Heimleiterin Sandra, mit Masken versorgt, während ihre Schwester und Assistentin Ana die Unterschriftslisten führt.

 

Nun geht es darum, wie diese Einkäufe in die Sítios kommen. Diese Siedlungen liegen oft viele km entfernt verteilt in den Bergen, rund um Triunfo. Die ansonsten üblichen Personentransporte sind praktisch komplett eingestellt worden. In Einzelfällen nimmt nun z.B. der Vater, wenn er von der anstrengenden Feldarbeit kommt, die Einkäufe in der Schubkarre mit nach Hause.

 

Zum Glück hat sich der Supermarkt, in dem die Familien seit vielen Monaten regelmäßig kaufen, bereiterklärt, per Pick-Up die vorgepackten Einkäufe zu Sammelstellen in den Bergen zu liefern.

 

Dort holen die umliegenden Familien dann Ihre Ware ab und tragen diese über Stock und Stein nach Hause.

Es ist für alle eine außergewöhnliche und nicht zuletzt sehr anstrengende Zeit mit der ständigen Ungewissheit, ob man sich selbst auch ansteckt. Bislang sind weder bei den Patenkindern und ihren Familien noch bei unseren Mitarbeitern Verdachtsfälle aufgetreten.

2020-04-23 - Heim 125 - Wie Rette ein Kinderleben e.V. weiterhin die Kinder und Familien versorgt

Leider gibt es inzwischen auch im Hinterland von Brasilien die ersten bestätigten Infektionsfälle. Eingeschleppt z.B. von Familienmitgliedern, die aus São Paulo zurück in den Nordosten reisten, um die Familie zu besuchen. Zum Glück noch sehr wenige Fälle. Z.B. sind in Triunfo-PE, wo wir unsere Heime 101 und 126 betreiben, 2 Personen nachweislich erkrankt und in deren Umfeld andere Familienmitglieder infiziert. Diese stehen nun natürlich unter Quarantäne.

Praktisch alle Orte haben Kontrollstellen an den Zufahrtsstraßen eingerichtet. Es wird befragt und Fieber gemessen. Dies ist z.B. eine Kontrollstelle am Ortseingang von Tavarez-PB:

Unser Heim 125 in Princesa Isabel betreut mehrere Ortschaften in einem Umkreis von ca. 70km. Unsere Heimleiterin Sra. Aparecida wird entsprechend mehrfach pro Tag überprüft, wenn die Familien ihre monatlichen Hilfsleistungen erhalten sollen.

Da es derzeit keine üblichen Versammlungen für die Ausgabe von Einkaufscoupons gibt, mussten die Heime andere Lösungen finden. Unsere Heimleiterin Sra. Gabriela des Heimes 110 in Olinda-PE hatte die Idee, die monatlich benötigten Grundnahrungsmittel gesammelt und in größerer Menge einzukaufen und im Heim für die einzelnen Familien in Tüten und Säcken einzuteilen. Diese Idee haben auch die meisten anderen Heime aufgegriffen.

Hier unsere Assistentin Sra. Damiana des Heimes 125 beim Großeinkauf in einem Supermarkt in Princesa-Isabel-PB:

Hier ein Bild mit einigen vorbereiteten Lebensmittelpaketen im Heim 125:

Da unsere Mitarbeiterinnen die Familien ja grundsätzlich monatlich in den Supermarkt begleiten (u.a. um sicherzustellen, dass diese beim Einkauf nicht betrogen werden), wissen diese sehr gut, was benötigt wird. Zwar kann auf diesem Wege keine Kühlware bereitgestellt, aber das kaufen ohnehin nur die wenigsten Mütter. Einige Supermärkte haben sich sogar bereiterklärt diese Säcke per Pick-Up in die viele KM entfernten Sítios zu fahren, denn auch der übliche Personentransport dorthin ist fast überall eingestellt worden.

Eine Schneiderin in Princesa Isabel-PB hatte die Idee Gesichtsmasken zu nähen. Unser Heim hat gleich 160Stk.davon gekauft, um diese u.a. an Besucher des Heims zu verteilen.

Wer kein "fertiges" Einkaufspaket möchte bekommt auch gerne weiterhin seinen individuellen Einkaufscoupon ausgehändigt und dazu gibt es auch, zusätzlich zur Handdesinfektion, eine der Masken:

 

 

2020-03-24 Einschränkungen nun auch in Brasilien

Brasilianer sind deutlich herzlicher, als wir es in unseren Breiten gewohnt sind. Bei der Begrüßung umarmt man sich und gibt unter Freunden bzw. Familie auch Küsschen auf die Wange. Es gibt viel mehr Körperkontakt.
Aber nun gibt es auch in Brasilien eine täglich steigende Anzahl von Infizierten und plötzlich muss man, vollkommen ungewohnt, Abstand zu anderen Personen einhalten. Durch eine Ausgangssperre wird das übliche Zusammenleben auf engstem Raum natürlich nicht einfacher...
 

Für die Arbeit von Rette ein Kinderleben e.V. vor Ort bedeutet die aktuelle Situation, dass wir viele Dinge derzeit schlicht nicht durchführen können. So gibt es zur Zeit keinen Nachhilfeunterricht, regelmäßige Versammlungen mit den jugendlichen Patenkindern finden nicht mehr statt, Einkaufscoupons werden nicht, wie üblich, bei Versammlungen ausgegeben, Besuche bei den Familien zu Hause sind gestrichen. Es gibt aktuell keine Möglichkeit mehr, Ihre Briefe an die Patenkinder auszugeben. Natürlich sind inzwischen auch alle Heime mit internen Kindern geschlossen worden und die Kinder sind zu Ihren Familien zurückgekehrt. Die Heimleiterinnen haben Ihnen Lebensmittel mit nach Hause gegeben, die ansonsten von der Küche des Heimes angeboten werden.

In Brasilien gibt es so etwas wie "Kurzarbeit" nicht. Jetzt stehen unsere Mitarbeiterinnen plötzlich ohne Arbeit da. Da nicht absehbar ist, ob sich die Situation in Kürze wieder normalisiert, muss Rette ein Kinderleben e.V. vorsorglich für rund die Hälfte der Mitarbeiterinnen die Kündigung zu Ende April aussprechen. Man bekommt in Brasilien bis zu 6 Monaten Arbeitslosengeld, das fast dem bisherigen Nettolohn entspricht.
Rette ein Kinderleben e.V. hat genug finanzielle Reserven vor Ort, um im April die ausgegebenen Einkaufscoupons für die Patenkinder und deren Familien bei den Supermärkten zu bezahlen. Die Gehälter sind für März und April sicher. Aber ab Mai kann es kompliziert werden. Daher müssen wir schon jetzt Einsparungen planen.
Die Spenden, die wir Anfang April von Ihren Konten einziehen, schicken wir (wie üblich) unverzüglich nach Brasilien. Bislang ist aber nicht wirklich absehbar, ob die Banco do Brasil, die natürlich auch die Filialen geschlossen hat, unser von Deutschland aus transferiertes Geld auch im üblichen Zeitraum von 2-4 Wochen umtauscht. Dazu ist nämlich jedes Mal aufs Neue die Genehmigung einer "Behörde zur Vermeidung von Geldwäsche" notwendig, die im Bundesstaat Belo Horizonte liegt. Ob dort weiterhin gearbeitet wird, werden wir in 2-3 Wochen erfahren.
Natürlich werden Ihre Spenden ankommen. Aber wie Sie nun erkennen können, kann dies im ungünstigsten Fall einige Wochen dauern. Das ist für die Patenkinder und Ihre Familien eine extrem unangenehme Situation. Wir versuchen wirklich alles, um die Hilfe weiterhin aufrecht zu erhalten.


Leider muss nun auch etwas anderes pausieren: Alle Patenkinder über 14 Jahre haben die Verpflichtung, mindestens 1 Mal pro Monat persönlich im Heim zu erscheinen. So hat die Heimleitung einen direkten Kontakt, kann Probleme schneller erkennen und für die OnlinePaten wurde auch jedes Mal ein neues Foto gemacht, damit Sie die Entwicklung des Kindes besser miterfolgen können.

Hier zeigt ein Patenkind ein Schild auf dem steht "Ich habe das Heim im März besucht". So wollten wir das nun eigentlich jeden Monat machen. Auch das wird leider warten müssen.

Ach ja, da war noch was... Klopapier... In Brasilien kann man unsere Probleme mit der Klopapierversorgung nicht so ganz nachvollziehen. Dieser Vater eines Kindes des Heimes 128 steht hier im Supermarkt in Manaira-PB vor einer ganzen Wand vom Klopapier:

Hoffentlich wird der Virus auch in Brasilien irgendwann besiegt sein und wir können dann zur Normalität zurückkehren...

Bitte bleiben Sie gesund!

2020-03-17 Covid-19 - Auswirkung auf Rette ein Kinderleben e.V.

Auch Brasilien meldet die ersten rund 250 Infektionen mit dem umganssprachlich als "Corona" bezeichneten Virus. Für Kinder und Jugendliche besteht, nach bisherigem Wissensstand, ein zu vernachlässigendes Risiko bei einer Infektion auch zu erkranken. Aber als Überträger des Virus kommen natürlich auch Kinder in Frage.

Aus diesem Grund sind auch in Brasilien ab dieser Woche praktisch alle Schulen geschlosen worden. Da schliessen wir uns natürlich den Vorsorgebemühungen an und haben alle unsere Heime vorerst geschlossen. Die Kinder gehen zu Ihren Familien nach Hause und werden mit einem monatlichen Einkaufscoupon versorgt.

Wenn sich die Situation wieder besser darstellt, werden wir die Heime natürlich schnellstmöglich wieder öffnen.

Es wird interessant sein zu beobachten, ob die durchschnittlichen Temperaturen von deutlich über 30°C die Übertragung des Virus in Brasilien aufhalten können, so wie es bei uns im Sommer in aller Regel keine Grippe Fälle gibt.

Für unser Büro in Limburg ist ab April Kurzarbeit angmeldet. Die dadurch stark reduzierten Bürozeiten führen eventuell dazu, dass Briefe und Übersetzungen manchmal ein wenig länger brauchen.

Bitte bleiben Sie gesund!

Ralf Fitzner
1.Vorsitzender & Geschäftsführer

2020-02-10 Heim 127 - Familie in Not und dann stirbt auch noch die Mutter.

9 Kinder lebten mit der Mutter in einem kleinen Haus in Serra Talhada-PE. Die älteste Tochter schwanger. Zu Hause sind die Zustände wirklich extrem schlimm. Nicht alle haben ein Bett zur Verfügung. Einige schlafen, wie hier auf dem Bild zu sehen, auf einer kleinen Unterlage auf dem Boden. Ungeschützt vor Ratten und allem anderen, was dort krabbelt. Auch sonst gibt es praktisch keine Möbel.

 

Hier im unteren Bild sieht man 3 der Kinder in der "Küche". Auf dem Kanister wurde, wenn es die Möglichkeiten zuließen, ein Topf Reis gekocht.

Da die Gesamtsituation so extrem schlimm war, haben wir vor einigen Monaten diese 3 Schwestern in unserem Heim 127 als interne Kinder aufgenommen, obwohl wir nur für eines der Kinder einen Paten haben. Die anderen beiden werden von uns durch allgemeine Spenden mitversorgt.

Zu allem Unglück ist nun gestern auch noch die Mutter an Unterleibskrebs gestorben. Die Großfamilie steht jetzt praktisch hilflos da, denn der Vater der Kinder ist auch krank und kann nicht arbeiten.

Man kann nun sicher lange und breit über die Verantwortung der Eltern diskutieren, aber das hilft den hungernden Kindern nicht weiter. Sie brauchen Ihre Hilfe. Jetzt sofort.

Bitte unterstützen Sie uns mit einer allgemeinen Sonderspende, damit wir in diesem Notfall wenigstens durch Essen für die kleinsten Geschwister helfen können. 

Danke!

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

Verwendungszweck: Familie in Not

 

2020-02-20 Nachtrag:

Mit Hilfe von 2 Sonderspenden ist die Versorgung mit Essen für die nächsten 3 Monate gesichert. Und es konnte nun ein ordentliches Bett angeschafft werden, damit die Kinder nicht mehr auf dem Boden schlafen müssen. Herzlichen Dank!

 

2020-01-24 Verrückt nach Meer besucht Rette ein Kinderleben e.V.

Am Mittwoch, d. 29.01.2020 um 16:10h wird in der Folge 389 der ARD Vorabendserie "Verrückt nach Meer" über den Besuch der Patin Katharina S. in Brasilien berichtet.

Bitte sehen Sie sich dazu auch nochmal unseren Bericht vom 16.04.2019 hier unter "AKTUELLES" an.

Falls Sie die Sendung verpassen sollten, so finden Sie diese auch noch viele Wochen lang, bis Ende Januar 2021, in der ARD Mediathek unter:

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/verrueckt-nach-meer/videos/verrueckt-nach-meer-folge-389-video-100.html

 

2020-01-23 Zuwendungsbestätigungen 2019

Die Zuwendungsbestätigungen für 2019 sind ausgerechnet, kontrolliert und ausgedruckt worden. Unsere Damen im Büro sind momentan beim "falten, in den Umschlag stecken und frankieren".
Ein kleiner Teil von ca. 200 Stk. konnte schon verschickt werden, der Rest sollte Anfang der Woche zur Post gehen. Auf jeden Fall werden wir, wie in all den Jahren zuvor, bis Ende Januar alle Zuwendungsbestätigungen verschickt haben.

Sollten Sie also bis ca. 07. Februar KEINE Zuwendungsbestätigung erhalten haben oder gar einen Fehler in der Zusammenstellung finden, so melden Sie sich bittte über unser Kontaktformular.

Bitte denken Sie daran: Sie dürfen die Zuwendungsbestätigung NICHT mehr beim Finanzamt einreichen!
Sie können also Ihre Steuererklärung auch schon abgeben, ohne unsere Zuwendungsbestätigung erhalten zu haben, wenn Sie die gespendeten Beträge selbst kennen.

Wenn Sie nicht wirklich komplizierte Einkommensverhältnisse aus diversen Quellen haben, so empfiehlt sich eine der online und vor allem kostenlos bereitgestellten ELSTER Varianten für Ihre Steuererklärung.

Leider hatte unser Laserdrucker ein kleines Problem. Daher haben einige Seiten einen gelblichen Rand.

2020-01-21 Heim 112 - Freund und Begleiter

Leider verstarb im letzten Jahr unser Wachhund des Heimes 112 in Araçoiaba-PE an Altersschwäche. Der neue Hund sollte nun kein Wachhund mehr sein, sondern eher ein Freund und Begleiter für die vielen Kinder, die täglich das Heim besuchen.

Hier stellt sich Ihnen unser neues Familienmitglied "Mel" (deutsch: Honig) im Heim 112 vor:

2019-12-16 Feliz Natal - Frohe Weihnachten

Die wochentags im Heim 125 in Princesa Isabel-PB lebenden Kinder haben nun große Sommerferien bis Ende Januar. Daher fand die Weihnachtsfeier schon Mitte Dezember statt. Die Kinder verbringen die kommenden Wochen natürlich zusammen mit ihren Familien. Ab Februar kommen sie dann zurück ins Heim. Die Kinderbetreuerin Rejane (ganz links) und die Köchin Maria das Graças (ganz rechts) können nun auch erstmal Urlaub machen.

Im Heim 101 in Triunfo-PE sah der Kuchen ein wenig anders aus. Hier war das Motto Musik. Da das Heim 101 keine internen Kinder hat, gab es hier eine Feier für die Mitglieder unserer Musikgruppe. Mangels Platz im Heim ging man in eine Pizzeria. Die Heimleiterin Sandra berichtete, dass nicht alle Kinder mitkommen wollten. Einige hatten Angst, da sie noch niemals in ihrem Leben in einem Restaurant waren und oft auch nicht mit Messer und Gabel umgehen können. Für alle anderen war es ein schöner Abend.

Unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE hatte am 20.12.2019 seine Weihnachtsfeier für die internen Kinder:

Früher haben wir in allen Heimen eine Weihnachtsfeier gehabt. Da die Paten meist nur für das Patenkind spenden und es kaum noch Spenden für die allgemeine Vereinsarbeit gibt, mussten wir den meisten Kindern die Feiern leider vor 3 Jahren ersatzlos streichen.

2019-11-21 Weihnachtspost (Backstage)

In jedem Jahr um diese Zeit erhalten alle Paten eine handgemachte, individuelle Weihnachtskarte von Ihrem Patenkind. Bis diese Karte in Ihrem Briefkasten steckt, ist eine ganze Menge Vorarbeit nötig.

Üblicherweise beginnen die Heime im Mai/Juni mit den Vorbereitungen. Es müssen alle Patenkinder fotografiert werden. Das sind hunderte von Bildern...

Hier fotografiert unsere Assistentin Sra. Aparecida vom Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE
viele Patenkinder aus dem ca. 25km entfernt liegenden Ort Serra Talhada-PE

Dann müssen die Patenkinder ihren persönlichen Text für den Paten zu Papier bringen.

Jetzt geht es an die Dekoration der Karten. Das ist aber nur im Team zu bewältigen. Es wird wochenlang ausgeschnitten, geklebt, gemalt...

...bis die Karte endlich komplett fertig ist.

Wenn dutzende-, in den großen Heimen sogar hunderte Karten fertig sind, das ist etwa im August der Fall, werden diese von den einzelnen Heimen an unsere Zentrale in Jaboatão dos Guararapes-PE geschickt. Unsere Administratorin, Sra. Taís, packt die Karten dann platzsparend in wirklich riesigen Kartons zusammen und schickt diese nach Deutschland. Das kostet übrigens deutlich über hundert Euro an Porto pro Paket. Der Postweg dauert meist 10-12 Wochen.

Irgendwann ist dann endlich alles in unserem Büro in Limburg angekommen. Jetzt beginnt wieder tagelange Handarbeit, denn die Karten müssen in einen Umschlag gesteckt werden, das richtige Adress-Etikett muss aufgeklebt werden, ebenfalls eine Briefmarke, dazu 2 Aufkleber. Es kommen noch weitere Beilagen mit wichtigen Informationen in den Umschlag. Und Paten die mehrere Patenkinder haben, sollen möglichst nicht mehrfach Post bekommen, also muss auch das extra sortiert werden...

Frau Jeuck in unserem Büro in Limburg beim Eintüten der Weihnachtskarten für die Paten

Diese Weihnachtskarten sind nur eines der vielen Beispiele an denen Sie sehen können, wie "anders" wir arbeiten. Viel Handarbeit, sehr persönlich, denn wir möchten, dass Sie an Ihrer Patenschaft viel Freude haben!

2019-10-21 Heim 101 - Que vergonha - Wie peinlich

"Que vergonha" oder auf Deutsch: "Wie peinlich".

Im Gegensatz zu unserer sehr offenen Denkweise in Deutschland und Europa ist man in Brasilien leider oft noch sehr zurückhaltend. Gerade Frauen sprechen nicht gerne über Dinge wie Krankheiten oder anderes, was z.B. ihren Körper betrifft. Daher ist für uns auch das Thema Verhütung nur mit viel Vorsicht und Einfühlvermögen ansprechbar.

Unsere neue Mitarbeiterin Carla, die noch in der Probezeit ist, hatte nun die mutige Idee, im Rahmen des "Outubro Rosa" (Rosa Oktober) die Mütter der Patenkinder des Heimes 101 zu einer Informationsveranstaltung über das Thema Krebs einzuladen.

Carla und Ana, Assistentinnen des Heimes 101 in Triunfo-PE.

Es ist für uns hier kaum vorstellbar, wie wenig Wissen über Brustkrebs oder Krebs im Unterleib vorhanden ist. Mit einem Beamer wurden, von der Gesundheitsbehörde bereitgestellte, Informationen projeziert. Dazu sprachen unsere Heimleiterinnen Sandra und Cláudia, der beiden Heime in Triunfo-PE, zum Thema.

Die Mütter nahmen diese Veranstaltung sehr positiv auf und hatten anschließend viele Fragen zum Thema.

Dies war eine relativ ungewöhnliche Veranstaltung für uns. Aber auch eine sehr wichtige, denn gerade weil bislang niemand darüber spricht, gibt es eine signifikante Anzahl von Todesfällen. Unsere Mitarbeiterinnen hoffen sehr, dass die Mütter nun besser informiert sind und z.B. durch Abtasten der Brust eventuelle Veränderungen früher erkennen, damit die Heilungschancen besser sind.

Unsere Heimleiterinnen Sandra (Heim 101) und Cláudia (Heim 126)

2019-10-15 Prinzessin für eine Nacht

In ganz Mittel- und Südamerika feiert man den 15. Geburtstag eines Mädchens als großes Fest. Nach einer Jahrhunderte alten Tradition ehrt dieses Fest den Übergang vom Mädchen zur Frau. 

Schon seit Monaten liegen die Mädchen den Heimleiterinnen in den Ohren, wann denn nun endlich IHR Fest stattfindet. Die armen Familien der Mädchen haben keine finanziellen Möglichkeiten dieses Fest zu veranstalten. Daher springt, seit inzwischen Jahrzehnten, Rette ein Kinderleben e.V. ein und veranstaltet ein großes Fest, gleich für einen ganzen Jahrgang...

Aus armen Mädchen werden für einen Abend Prinzessinnen:

Karolina lebt in einfachsten Verhältnissen auf dem Land in einem "Sítio". Aber zum "Festa de 15 anos" trägt Sie eine Tiara im Haar und ein langes Kleid mit hohen Schuhen. Sie darf sich schminken und einen ganzen Abend lang mit Eltern und Freunden ein rauschendes Fest feiern.

Hier die Gruppe aus unserem Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Eigentlich ist dieser Brauch für Jungen nicht überliefert oder etabliert, aber wir bei Rette ein Kinderleben e.V. haben entschieden, auch die Jungen in dem Alter zum Fest einzuladen und Ihnen einen Anzug zu leihen.

 

In diesem Jahr hatten wir auch 3 Mädchen aus dem befreundeten, nahegelegenen Heim Sta. Elizabete mit eingeladen, denn dort hat man nicht die Möglichkeiten ein Fest zu veranstalten. Gern gesehener Gast auf unserem Fest ist jedesmal auch deren Ordensschwester Elma, die den Jugendlichen einige Worte mit auf den Weg gab:

Anfangs gibt es immer einen "offiziellen Teil" für die Debütantinnen. Die jeweilige Begleitung (Freund, Vater, manchmal auch Freundin) wartet in der Reihe dahinter auf den ersten Tanz.

Dann geht es los. Natürlich mit einem Walzer:

Es gab warmes Essen vom Buffet für alle und natürlich viel Spaß an diesem besonderen Tag. An solch ein Fest erinnert sich jedes der Mädchen noch viele Jahre später. 

Rette ein Kinderleben e.V. arbeitet und hilft ausschließlich durch Ihre Spenden. Bitte unterstützen Sie uns, damit wir auch in den kommenden Jahren wieder ein solches Fest veranstalten können. Auch die Mädchen auf dem Foto unten träumen davon, einmal solch ein Fest feiern zu dürfen. Danke!

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

2019-10-11 Heim 126 - Wieder-Eröffnung

Nach einigen Monaten "Dornröschenschlaf" hat seit Anfang Oktober unser Heim 126 in Triunfo-PE, unter neuer Leitung, wieder geöffnet.

Sra. Cláudia (links im Bild), die viele Jahre lang das Heim 112 in Araçoiaba-PE leitete, hatte schon seit Jahren immer wieder den Wunsch geäußert, näher bei Ihrer Familie im Raum Triunfo arbeiten zu können.
Dies wurde nun möglich, indem eine Umstrukturierung der Patenkinder im Raum Triunfo vorgenommen wurde. Das Heim 101 mit seiner Leiterin Sra. Sandra hat rund die Hälfte seiner Patenkinder an das Heim 126 abgetreten. So hat Sandra, die es nicht mehr schafft hinten auf einem Moto(rrad)-Taxi über Stock und Stein zu den weit entfernten "Sítios" der Familien zu fahren, weniger Aufwand und kümmert sich besser um ihre Patenkinder direkt in der Stadt.

Cláudia hingegen hat einen Motorradführerschein und dem Heim steht auch ein eigenes Motorrad zur Verfügung. Es ist sogar das gleiche Modell wie jenes, welches Cláudia bereits in Araçoiaba benutzt hatte.

Als Assistentin hilft ihr Sra. Raiane. Sie hatte vor 1 Jahr die Schule sehr gut abgeschlossen und seit einigen Monaten im Heim 125 in Princesa Isabel-PB gearbeitet. Raiane hat es in der Rekordzeit von 8 Wochen geschafft ihren Motorradführerschein zu machen. So steht den Besuchen bei den weiter entfernt lebenden Familien nichts mehr im Weg.

Nach den Sommerferien, vermutlich im Februar, werden im Heim 126 dann auch wieder einige "interne" Patenkinder aufgenommen, die Wochentags dort wohnen.

2019-10-04 Heim 125 - Neuer Backofen

Unsere Köchin Maria das Graças, im Heim 125 in Princesa Isabel-PB, hatte schon seit einigen Monaten Probleme mit ihrem Backofen. Dieser war, nach vielen Jahren im täglichen Betrieb, nun doch am Ende der Lebensdauer angekommen.

Eine solche Ausgabe wird bei uns nicht von den Spenden an die Kinder abgezogen, sondern von allgemeinen Spenden bezahlt. Leider ist, außer im November und Dezember, kaum mit solchen Spenden an den Verein zu rechnen. Daher musste auch diese Anschaffung immer wieder verschoben werden und so fiel für die internen Patenkinder der Kuchen zum "Lanche" (nachmittägliche Zwischenmalzeit) oft aus.

Bei einer Trauerfeier für eine verstorbene Patin und den damit verbundenen Sonderspenden, kam nun im Oktober die nötige Summe zusammen und "Graça" hat wieder einen funktionierenden Backofen.
Die Herdplatten werden übrigens nur im Ausnahmefall benutzt, denn die Küche hat (links im unteren Bild zu erahnen...) einen professionellen 6 Flammen Gasherd für Großküchen.

Rette ein Kinderleben e.V. benötigt immer wieder auch Spenden, die nicht direkt für ein Patenkind oder anderweitig zweckgebunden sind, um die Infrastruktur der Heime zu erhalten.

Danke für Ihre Sonderspende!

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

2019-09-02 Heim 127 - Sport- und Spielplatz

Der große Platz in unserem Heim 127 brauchte schon lange einen neuen Anstrich. Die bisherige Bemalung mit Linien, wie bei einem Sportplatz, war schon immer uninteressant. Niemand vor Ort kennt die Regeln für solche Spiele. Also dachten wir daran, einfach etwas neutrales oder vielleicht ein schönes Bild aufzumalen. Das Heim hatte einige Ideen und letztendlich setzte sich die Idee der brasilianische Flagge durch. Nachdem es, auf Rückfrage aus Deutschland hin, keine Bedenken dagegen gibt, dass die Kinder später die Flagge "mit den Füßen treten", hat das Heim mit dem Übermalen begonnen: 

Einige Risse im Beton wurden noch ausgebessert, bevor die Flagge aus- bzw. aufgerollt wurde.

Auch die Wand haben wir optisch etwas verschönert. Neue LED Strahler runden das Bild ab.

2019-08-28 - Versammlung der Jugendlichen

Alle unsere Heime veranstalten mindestens 4 Mal im Jahr besondere Veranstaltungen für die jugendlichen Paten"kinder". Dies sind "Pflichtveranstaltungen" und wer unentschuldigt fehlt erhält den Hilfscoupon für einen Monat gestrichen.

Aber nicht nur deswegen sind diese Veranstaltungen gut besucht: Es gibt immer auch viel Spaß und Kuchen oder Süßes und "Refrigerantes" (Softdrinks).

Oft kommen z.B. Zahnärzte und erklären das richtige Putzen der Zähne. Über das Vermeiden von Mückenstichen und der damit verbundenen Krankheiten wurde mehrfach informiert.

Ziel dieser Veranstaltungen ist nicht zuletzt auch die Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütung. Da wir nicht als "Deutsche" mit erhobenem Zeigefinger auftreten möchten, bieten wir den örtlichen Gesundheitsstützpunkten eine Möglichkeit unsere Veranstaltungen zur Information zu nutzen. Diese nehmen unsere Einladung immer wieder gerne an, denn so haben Sie eine guten Möglichkeit mt größeren Gruppen von Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Hier ein Bild aus dem Heim 110 in Olinda-PE:

Es werden anschließend gratis Kondome verteilt. Sowohl die "üblichen" wie auch die großen, speziell für Frauen.
Leider ist uns dieses Verteilen im Hinterland so nicht möglich, denn die Eltern dort sind deutlich konservativer eingestellt und könnten uns unterstellen, dass wir ihren Kinder erst "anstiften" würden Sex zu haben. Da müssen die Heimleiterinnen etwas Rücksicht nehmen. Leider haben wir dadurch gerade im Hinterland viel zu oft schwangere 12-14 jährige Mädchen. 


Unsere Heimleiterin Elizabete bei einer Versammlung im Heim 102 in Igaci-AL:

 


Hier ein Bild aus unserem Heim 112 in Araçoiaba-PE mit der Heimleiterin Sra. Cláudia rechts. Sie wechselt aber ab Oktober ins Hinterland weil sie gerne nahe dem Haus Ihrer Eltern in Triunfo-PE arbeiten möchte. Links sitzt Srta. Geovana, die ab Oktober das Heim leiten wird.


 Im Heim 122 in Jaqueira-PE ist der offizielle Teil der Veranstaltung gerade zu Ende gegangen und nun beginnt der Spaß:

 

2019-06-25 Heim 127 - Roller statt Fahrrad und andere Neuigkeiten

Vor 3 Jahren kauften wir für unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE ein kleines und ein großes Fahrrad. Die Kinder hatten viel Spaß damit. Unser heimeigener "Sportplatz" bietet ja auch eine perfekt ebene und geschützte Umgebung.

Aber die Freude währte leider nicht lange, denn, nach Berichten der Heimleiterin, gingen die Bremsen immer nach ein paar Tagen kaputt. Die Räder wurden zig Mal repariert. Irgendwann waren alle Reparaturen zusammen bereits so teuer, wie die Räder selbst einmal waren. So entschied die Heimleitung letztendlich, diese "aus dem Verkehr" zu nehmen.

Für neue Fahrräder mit einer besseren Qualität fehlen uns leider die allgemeinen Spenden an den Verein. So konnten die Kinder leider lange Zeit nicht mehr damit spielen.

Als kostengünstige Alternative wurden nun zumindest 2 Tretroller angeschafft:

Sicher kein vollständiger Ersatz, aber die Kinder haben auch damit viel Spaß.


 

Für die Kleinen hatte der 1. Vorsitzende bei seinem letzten Besuch ein Spielzeug mitgebracht, welches aus magnetisch kombinierbaren Teilen besteht. Ein unerwarteter "Erfolg" bei den Kindern. Jeden Tag wollen sie damit spielen:

Die Heimleitung hatte noch diverse andere Spielsachen neu gekauft, denn keines der Mädchen hat zu Hause je mit einer Puppe gespielt.

 

Bitte erlauben Sie uns an dieser Stelle nochmal, unsere Kontonummer für Ihre Spenden in Erinnerung zu bringen:

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

2019-06-23 Heim 101 und 127- Unsere Banda

Vor mittlerweile 3 Jahre starteten wir in Triunfo ein kleines Projekt, um Patenkindern ein Angebot für Ihre Freizeit zu machen und diese dabei sinnvoll zu beschäftigen. Mittlerweile ist das Projekt "Banda" gewaltig gewachsen und wir können uns vor den vielen Wünschen auch mitmachen zu dürfen kaum retten. Auch die Heime 125 in Princesa Isabel-PB und 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE beteiligen sich mit ergänzenden Teilen.

Hier einige Bilder eines "offiziellen" Auftritts zum Geburtstag der Stadt Triunfo. Daran war, aufgrund des Anlasses, ausschließlich der Teil der Banda des Heimes 101 beteiligt.

 

 

Gespielt wurde vor vielen Zuschauern entlang des Weges, sowie vor den Honoratioren, Stadtverordneten und natürlich dem Bürgermeister der Stadt. Unsere "Dançarinas" tanzten dazu.


Einen etwas anderen Auftritt hatte neulich der "Melodie- und Chor-Teil" unserer Banda des Heimes 127 in der Kirche von Santa Cruz da Baixa Verde:

Für die meisten Besucher waren insbesondere die Melodicas eine Überraschung. Dieses Instrument kennt man dort üblicherweise nicht.

Ein weiteres, neues Instrument, welches man in Brasilien (im Allgemeinen) nicht kennt, wurde in Deutschland für das Heim 127 gekauft:

Hier versucht, die wirklich gute Flötenspielerin, Maria de Lourdes eine Melodie auf einem elektronischen Dudelsack zu spielen. Im Gegensatz zu einem sehr teuren, originalen Duselsack hat man mit diesem Profi-Instrument (Deger Pipe II Plus) gleich 5 verschiedene Klangfarben und muss sich nicht um das Pusten von Luft kümmern. Da der Klang elektronisch erzeugt wird, benötigt das Gerät einen kleinen Verstärker, der mit Batterien betrieben wird und den man "um den Hals" hängen kann.
Links im Bild der 1. Vorsitzende Ralf Fitzner, rechts sieht Maria Aparecida, eine unserer Assistentinnen des Heimes 127, zu.


Gerade erst vor wenigen Tagen erhielt unsere Banda eine Sonderspende, die aus einer Sammlung anlässlich des Geburtages einer Patin aus Bayern stammt. Damit konnten nun weitere Klang-Instrumente angeschafft werden. Danke!
Hier die neu gekauften Instrumente:

2019-06-14 Paten besuchen ihre Patenkinder in Brasilien

Immer wieder rufen uns Paten an und fragen, ob und wie sie ihr Patenkind in Brasilien denn auch besuchen könnten.

Ja, das geht natürlich.

Eine Reise "auf eigene Faust" können wir absolut nicht empfehlen, denn dazu ist es in Brasilien viel zu gefährlich!!!

Jeder, wirklich jeder der bislang mit vor Ort war hat bestätigt: Hier würde ich mich nicht trauen, mit dem Auto zu fahren. Dann die Sprache: Niemand spricht Englisch oder gar Deutsch! Sie sind alleine dadurch absolut hilflos. Sicher haben Sie schon viele Gebiete auf dieser Welt bereist und immer hat alles irgendwie gut funktioniert: In Brasilien funktioniert gar nichts! Es ist lebensgefährlich nach Eintritt der Dunkelheit (ca. 18:00h) auf die Straße zu gehen!

Aber wir bieten Ihnen eine Möglichkeit: Begleiten Sie unseren 1. Vorsitzenden auf einer seiner 2 jährlichen Reisen in den Nordosten von Brasilien. Das ist natürlich keine "Pauschalreise". Wir sind schließlich kein Reiseveranstalter.

Sie buchen ihre Flüge und Hotels selbst und sind weitgehend selbständig. Dafür haben wir natürlich aus Erfahrung diverse Tipps für Sie.

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, mit zu den Heimen zu fahren und Ihre Patenkinder zu besuchen. So können Sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass Ihre Spenden zweckgebunden und zielgerichtet verwendet werden. Sie können auch zu den Kindern nach Hause und sehen, wie diese leben. Gerne räumen wir Ihnen aber auch Zeit für ein Erholungs-Wochenende am Strand mit ein, denn die Tour ist durchaus anstrengend.

Hier einige Paten, die in den letzten 2 Jahren jeweils eine ein- oder zweiwöchige Reise unternommen haben:

Herr Günter Henze aus B. fuhr im November 2017 für eine Woche mit und besuchte seine 3 Patenkinder in den Heimen 112 in Araçoiaba-PE, 125 in Princesa Isabel-PE und im Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Da jeweils im November alle 2 Jahre, von Rette ein Kinderleben e.V. für viele unserer Patenkinder organisiert, das "Festa de 15 Anos" (Fest zum 15. Geburtestag - Südamerikanische Tradition, die sich die armen Familien selbst nicht leisten können) in Triunfo stattfindet, hatte er auch die Möglichkeit, mit der Leiterin des benachbarten und befreundeten Heimes "Santa Elizabete" ein Tänzchen zu wagen. Herr Henze war so begeistert davon, dies alles vor Ort anzusehen, dass er sich gerne an der Arbeit des Vereins mit beteiligen wollte. Heute ist er unser Schriftführer und damit ehrenamtliches Vorstandsmitglied.


 

Frau Petra K. aus D. fuhr im März 2018 für 2 Wochen die Tour zu allem Heimen mit. Sie traf im Heim 103 ihr damaliges 1. Patenkind. Anschließend, im Heim 101 in Triunfo-PE, traf sie auch ihr ehemaliges 2. Patenkind. Später in der Nähe des Heimes 122 in Jaqueira-PE besuchte sie ihr aktuelles Patenkind zu Hause. Hier auf dem Foto ist sie beim Patenind einer ihrer Freundinnen zu Hause, in der Nähe des Heimes 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Frau K. war so begeistert von der Reise, dass sie gleich noch begann zusätzlich ein 2. Patenkind zu unterstützen.


 

Einer unserer jüngeren Paten, Herr Jonas M. aus Bad S., fuhr im November 2018 für 2 Wochen mit in alle Heime. Hier besuchten wir ein "Sítio" in der Nähe von Santa Cruz da Baixa Verde-PE, eine außerhalb der Stadt liegende "Siedlung", die aber in diesem Fall nur aus diesem Haus besteht. Er ging mit der Familie auch bis an die Wasserstelle, von wo aus die Familie jeweils in Eimern das benötigte Wasser zum Waschen und Kochen holt.


 

Herr M. aus L. wollte trotz seiner 80 Jahre unbedingt einmal vor Ort in Brasilien sehen, was aus seinen vielen Patenkindern über die Jahre geworden ist. Um es einfacher für ihn zu gestalten und damit er mehr Zeit mit seinem aktuellen Patenkind verbringen kann, haben wir den Jungen und seine Familie von Triunfo nach Recife gebracht. Niemand dieser Familie war zuvor jemals in einer Großstadt. Niemand von Ihnen kannte eine Wasserspülung, eine warme Dusche, eine Rolltreppe oder einen Aufzug. Sie haben auch zuvor noch nie ein Flugzeug oder gar das Meer gesehen. Der Junge wollte später gar nicht mehr aus dem Hotelpool heraus... Herr M. fuhr 2 Wochen mit und besuchte alle Heime. Er ließ es sich auch nicht nehmen, mit einem geländegängigen Pick-Up, über Stock und Stein und viele unbefestigte Wege, zum Wohnhaus seines Patenkindes zu fahren, welches ca. 2 Stunden Fußmarsch von Triunfo entfernt, auf dem Gipfel eines Berges liegt.


 

Familie K. aus K. konnte nur 1 Woche mitfahren. Daher haben wir einfach ihre beiden Patenkinder und deren Mütter aus dem Heim 112 in Araçoiaba-PE und dem Heim 101 in Triunfo-PE nach Recife kommen lassen. Auch diese beiden Kinder waren zuvor noch niemals in einer großen Stadt. Zu der mitgebrachten Schokolade aus Deutschland strahlte das Mädchen und sagte: Ich habe noch niemals Schokolade gegessen. Familie K. besuchte mehrere unserer Heime und auch beide Patenkinder zu Hause. Sie sah dort auch dringenden Handlungsbedarf, z.B. in der "Bretterbude", in dem das Mädchen zusammen mit Mutter und Oma lebt.

Als wir vor Ort waren regnete es heftig und die ganze Wohnung stand unter Wasser... Mit einer Sonderspende haben Sie nun dafür gesorgt, dass die Familie feste, gemauerte Wände und ein einfaches aber dichtes Dach bekommen wird.
In den Wochen nach Ihrer Rückkehr hat die Familie K. schon 7 neue Paten für Rette ein Kinderleben e.V. gewinnen können! Auch sie selbst haben ein 3. Patenkind ausgewählt.

 


 

Im Zeitrahmen April/Mai/Juni und September/Oktober/November eines Jahres fliegt unser 1. Vorsitzender meist für 2 Wochen nach Recife. Das jeweilige Datum ist davon abhängig, wann CONDOR ab Frankfurt die günstigsten Flüge anbietet. Teilweise kosten Hin- oder Rückflug nur je 199,-€, meist aber je um die 400,-€. Hotels in Brasilien kosten, als Faustregel, um die 40-50€/Tag pro Zimmer.
Weitere Kosten: Ihr Essen & Trinken. Die Preise dafür liegen deutlich unter denen in Deutschland. Sie sind natürlich nicht verpflichtet, sich an den Benzin- (in unserem Fall. Ethanol) Kosten zu beteiligen. Meist ist dies für die Paten aber keine Frage, die sich wirklich stellt.

Falls Sie auch einmal vor Ort sehen möchten, was mit Ihren Spenden geschieht, wie Ihr Patenkind lebt, so können Sie gerne über unser Kontaktformular anfragen, ob noch Platz zum Mitfahren ist.

 Nachtrag, 21.08.2019: CONDOR stellt überraschend ab Oktober 2019 alle Flüge nach Süd-Amerika ein. Damit wird die Anreise leider viel umständlicher, denn es bleiben jetzt nur noch Flüge mit Umsteigeverbindungen übrig, z.B. über Lissabon (TAP) oder Madrid (AirEuropa). Das bedeutet auch, dass ein Flug teurer wird, dass es gibt keine Premium Economy mehr gibt und man mehrere Stunden Aufenthalt beim Umsteigen hat.


 

Unser Auto in Brasilien hat übrigens Platz für bis zu 2 Mitreisende.

Unser 3 Jahre alter Jeep Renegade (aus brasilianischer Produktion) über der Stadt Triunfo-PE

2019-05-31 Heim 109 - Einbruch trotz hoher Mauern

Unser Heim 109 im Stadtteil Barra de Jangada von Jaboatão dos Guararapes-PE wurde gestern Nacht überfallen.
Fernseher aus dem Wohnzimmer, Mikrowelle aus der Küche, diverse persönliche Gegenstände unserer Heimleiterin aus deren Schlafzimmer...alles weg.

Das Heim liegt in einem extrem gefährlichen Gebiet, in dem man nach Einbruch der Dunkelheit (ca. 18:00h) niemals das Haus verlassen sollte.
Aber auch Tagsüber ist man nicht sicher, wie unsere Heimleiterin Sra. Anália Adriele vor ca. 1 Jahr erleben musste:
Sie hatte den Vater eines Patenkindes im Heim, der ihr geholfen hat die Büsche und Bäume zu schneiden. Als sie das große Tor aufgemacht hatte um den Grünschnitt nach aussen zu transportieren, hat direkt jemand, der wohl zufällig vorbei kam, die Chance genutzt und die beiden massiv bedroht, um Adriele das Handy und dem Vater das Fahrrad zu klauen.

Daraufhin hatten wir damals eine weitere, kleine Eingangstür mit zusätzlichem Schutzgitter eingebaut, hinter der eine Art "Sicht- und Sicherheitsschleuse" mit einer 2. Tür liegt. Dazu eine Klingel mit Kamera.

 

Gerade erst von 2 Wochen hatten wir auch die letzte der 4 umgebenden Mauern auf 3m erhöht, um uns vor nächtlichen "Besuchern" zu schützen, die früher des öfteren mal über diese Mauer geklettert waren.
Unsere beiden Wachhunde wurden leider schon vor längerer Zeit vergiftet und neue wollten wir deswegen nicht anschaffen.
Für die nächsten Wochen war noch das Anbringen von "Nato-Draht" zur Abschreckung oben auf der Mauer geplant, wie wir es schon bei unserer Zentrale haben...

Nun hatten wir aber leider das schwächste Glied der (Sicherheits-)Kette übersehen: Unser Heim 109 ist aus historischen Gründen ziemlich genau in der Mitte von einer, vor ca. 2 Jahren auf 3m erhöhten, Trennmauer durchzogen. Eine Verbindungstür in dieser Trennmauer wurde uns nun zum Verhängnis, denn der "alte" Teil des Heimes, den wir schon seit Jahren nicht mehr wirklich nutzen, hat lediglich eine Mauer von 2m Höhe. Da kam man wohl relativ leicht über die Mauer.

Das Schloß des Verbindungstores zu knacken war offensichtlich ein Leichtes, ebenso das abgeschlossene Gitter vor dem Wohnbereich im ersten Stock.

Zum Glück war unsere Heimleiterin gestern Nacht nicht im Heim.
Da zur Zeit eine Patenfamilie aus Deutschland in Recife ist, betreut sie dort deren 2 Patenkinder, die mit ihren Müttern aus dem Hinterland angereist waren, um sich hier mit den Paten zu treffen.

Auch zum Glück wurde unser Büro im Erdgeschoß nicht aufgebrochen.

Da bauliche Veränderungen an diesem Verbindungstor nicht über Nacht zu realisieren sind, haben wir heute das Büro des Heimes 109 weitgehend leer geräumt und Computer, Scanner, Drucker, Akten usw. zum ca. 10km entfernten Heim 103 gebracht.
In Kürze werden auch die Betten der Mitarbeiter, Kühlschrank, Gasherd und alles andere, was irgendwie von Wert ist, zum Heim 103 transferiert.

Das Heim 109 werden wir ab sofort nur noch für wenige Stunden im Monat öffnen, damit die Mütter zur Versammlung kommen können, um den monatlichen Einkaufscoupon zu erhalten.
Nachts können wir keiner Mitarbeiterin mehr zumuten, dort zu schlafen.

 

Nachtrag, 23.06.2019:

Leider konnten wir trotz mehrerer neuer Schlösser und einer Kette nicht verhindern, dass erneut eingebrochen wurde. Diesmal hat man nicht die Schlösser "geknackt", sondern gleich je das ganze, eingemauerte Metallgitter herausgerissen. Sowohl im Durchgang wie auch im Aufgang zu den Wohnungen.

Der Umzug praktisch aller wichtigen Dinge vom Heim 109 in das Heim 103 ist zum Glück fast abgeschlossen.

Da es weiterhin keine schnelle Möglichkeit gab, eine Alu-Tür einzubauen, haben wir nun eine radikale Methode ausgewählt: Zugemauert...

 

 

2019-05-15 Heim 127 - Bohnen und Mais

Zusätzlich zu unserem Projekt mit den verschiedenen Obst und Gemüsesorten, hat das Heim 127 auch das andere Grundstück, auf dem später mal ein zusätzlicher Schlafsaal geplant ist (Siehe Bericht vom 15.01.2019), zum "Feld" umfunktioniert.
Mitte Februar wurden Bohnen und Mais gepflanzt.

Schon nach wenigen Wochen waren diese hoch gewachsen. Anfang Mai konnte nun die Ernte eingeholt werden. Hier sind die Kinder dabei, die (weißen) Bohnen sowie den Mais von der Schale zu befreien.

 

Dass dieses Projekt solch eine Begeisterung im Heim auslösen würde war vorher nicht abzusehen. Man muss sowohl die Mitarbeiterinnen wie auch die Patenkinder manchmal regelrecht von den Pflanzen "losreissen", sonst würden sie dort den ganzen Tag verbringen.

Unsere Heimleiterin Eliane Cristina (links) und unsere Köchin Maria José können nun einfach "hinter dem Haus" ihre frischen Lebensmittel ernten, die dann in der heimeigenen Küche verarbeitet werden.

2019-04-16 Heim 124 - Ein ganz besonderer Besuch und viele Überraschungen

Viele Paten haben schon Ihre Patenkinder im Nordosten von Brasilien besucht. Früher gab es dazu organisierte Busreisen, heute können Paten unseren 1. Vorsitzenden auf seinen beiden jährlichen Reisen begleiten.

Nun gab es aber etwas ganz besonderes: Ein Filmteam, das im Auftrag einer sehr bekannten deutschen Serie filmt, hat den Besuch einer Patin dokumentiert.

Hier etwas zur Vorgeschichte:
Frau Katharina S. war im Vorjahr die amtierende deutsche Weinkönigin. Da sie selbst, wie auch ihre Mutter, schon lange Paten bei Rette ein Kinderleben e.V. sind, hat sie bei uns gefragt, ob wir einen 4stelligen Betrag sinnvoll einsetzen können, der vom Verein "Wine saves Life e.V." zur Verfügung gestellt werden kann.
Da fiel uns sofort der kleine José aus União dos Palmares ein, der mit krummen Füßen geboren wurde. Der mittellosen Familie fehlte natürlich das Geld für eine korrigierende Operation.
Unsere Heimleiterin, Sra. Adriana, die vom Heim 122 in Jaqueira-PE aus auch das Heim 124 in União dos Palmares in benachbarten Bundesstaat Alagoas mit leitet, hat sich über viele Wochen lang intensiv mit José und der Operation befasst. Dutzende Fahrten von der Wohnung zum Krankenhaus waren erforderlich. Auch nach der OP, die im März 2018 stattfand, musste der Junge noch mehrfach zu Nachuntersuchungen zum Krankenhaus begleitet werden.

 

Frau Katharina hatte nun angekündigt, am 3. April mit einem Kreuzfahrtschiff in Maceió, der Bundeshauptstadt von Alagoas, anzukommen. Dabei würde sie von einem Filmteam begleitet werden, denn sie möchte gerne den kleinen José besuchen und über den Fall berichten.

 

Hier nun der Bericht dazu, den unsere Heimleiterin Adriana verfasst hat:

 

BESUCHSBERICHT – Frau Katharina beim Kind José + Überraschung

Wie geplant bin ich am 2.4.2019 zum Heim 124 gefahren, um am 3.4.2019 zusammen mit Dona Rosângela (Josés Mutter), seiner Schwester Madalena und dem kleinen José nach Maceió zu fahren, um dort Frau Katharina am Hafen abzuholen.

Pünktlich um 10:15 Uhr haben wir mit dem Fahrer União dos Palmares verlassen. Um 11:15 Uhr sind wir in Maceió angekommen und haben dort auf die Ankunft des Schiffes gewartet, welches gegen 14:00 Uhr eintraf.

 

Zusammen mit der Familie habe ich auf einem Platz vor dem Hafen gewartet, um mit einem großen Transparent Frau Katharina willkommen zu heißen. Nach einer Weile erschien eine Frau am Treffpunkt, die uns mitgeteilt hat das wir noch ca. 15 Minuten warten müssten. Eigentlich ist alles ganz gut gelaufen, abgesehen von der Tatsache, dass ich weder Englisch noch Deutsch konnte. Deshalb haben wir einen Übersetzer des Hafens, der den Touristen hilft, aufgesucht.

 

Nach etwa 15 Minuten ist Frau Katharina dann zusammen mit 5 anderen Personen erschienen. Sie hatte wohl nicht erwartet, dass wir mit dem Kind José am Hafen erscheinen würden. Deshalb war die Freude noch größer, als sie uns aufgrund des Transparent sofort erkannt hat. Sie war sehr bewegt und hat gleich angefangen zu weinen, während sich Dona Rosângela ausgiebig für die Unterstützung bei der Behandlung von José bedankt hat. Das Ganze hat natürlich viel Aufmerksamkeit erregt und viele Leute haben sich uns genähert.

 

Zusammen mit Frau Katharina kam auch der Schiffsarzt, der Portugiesisch spricht. Somit war es für mich viel einfacher mich zu verständigen. Nachdem sich alle vorgestellt hatten, wurden auch schon die ersten Aufnahmen in Maceió für die Reportage über José gemacht. Danach sind wir zurück zum Fahrzeug, wo wir Mineralwasser und andere Getränke für alle vorbereitet hatten, genau wie Herr Ralf angewiesen hatte.

 

Das Fahrzeug war sehr bequem und wir sind dann alle zusammen nach União dos Palmares gefahren. Unterwegs haben wir mehrmals angehalten, damit Filmaufnahmen gemacht werden konnten.

Um 15:26 Uhr sind wir am Haus von José angekommen. Dort wurden wir vom Vater und den anderen Kindern begrüßt und empfangen. Nachdem wir ins Haus gegangen sind, wurde die Mutter über den Gesundheitszustand des Kindes befragt. Man wollte wissen, wie viele Operationen gemacht wurden und wie die Resultate waren. Sie hat alle Fragen beantwortet und der Übersetzter hat alles auf Deutsch übersetzt. Die Fragen die die Mutter nicht beantworten konnte habe ich für sie beantwortet, da ich ja den ganzen Prozess im Krankenhaus begleitet habe. Die ganze Reportage hat ungefähr 40 Minuten gedauert. Danach hat die Mutter von José an Frau Katharina ein T-Shirt als Geschenk überreicht, das das Heim angefertigt hat. Es zeigt Fotos von José die vor und nach der Operation gemacht wurden. Darauf ist sehr gut zu erkennen welche Verbesserung die Operation gebracht hat. Frau Katharina, die sehr berührt und bewegt war, hat das T-Shirt sofort angezogen. Das war auch das Ende der Reportage.

 

Nachdem wir uns noch mit der Familie unterhalten haben, habe ich mitgeteilt, dass wir noch eine Überraschung hätten. Das eigene Patenkind von Frau Katharina, Leandra (Nr. 81610), kam herein und hatte ein Plakat, eine Rose und ein T-Shirt mit ihrem Bild darauf für ihre Patin dabei. Auch dies war ein weiterer sehr bewegender und schöner Moment. Alles wurde von Anfang an gefilmt.

Zuerst hat die Patin ihr Patenkind gar nicht erkannt, später hat sie mich dann gefragt wie das alles möglich sei, denn ihr Patenkind lebt doch hunderte von Kilometern entfernt?! Da habe ich ihr erklärt, dass alles von unserem Chef, Herrn Ralf, organisiert wurde. Über diese große Überraschung hat sie sich sehr gefreut.

 

Danach hat die Patin noch etwa eine Stunde mit ihrem Patenkind, den Geschwistern von José und anderen Kindern von der Straße gespielt. Alle waren sehr fröhlich und hatten viel Spaß und waren sehr glücklich über die Anwesenheit der Patin. Vor allem die Mutter war sehr glücklich.

 

Um 17:45 Uhr sind wir dann zurück nach Maceió gefahren, obwohl niemand zurück wollte, denn die Stimmung war sehr gut und alle hatten eine schöne Zeit. Aber für 20 Uhr war das Auslaufen des Kreuzfahrtschiffes geplant, das dann weiter nach Recife gefahren ist. Auf der Rückfahrt hat das Patenkind die Deutschen sehr begeistert und für gute Stimmung gesorgt. Sie hat die ganze Zeit über gesungen. Alle hatten viel Spaß und haben zusammen mit Leandra gesungen und viel gelacht. Während der Fahrt gab es auch einen kleinen Imbiss im Fahrzeug. Wir haben dann alle zum Hafen in Maceió begleitet und uns verabschiedet. Die Patin hat sich herzlich für alles bedankt. Alles ist wie geplant abgelaufen, die Filmcrew wird uns noch einen Link zusenden damit wir die fertige Reportage im Fernsehen ansehen können.

 

Im Anschluss hatte Herr Ralf noch eine besondere Überraschung für das Patenkind geplant: Leandra und ihre Mutter mussten nicht gleich wieder die 8 Stunden Fahrt nach Hause antreten, sondern wir sind (für 2 Nächte) in ein Hotel gefahren, welches in Maceió direkt am Strand liegt. Das Patenkind war total begeistert, da sie noch nie einen solchen Ort besucht hat und weder sie noch ihre Mutter waren zuvor schon einmal am Meer. Das waren sehr viele neue und sehr schöne Eindrücke für die beiden. Auch meine Kollegin, Dona Aparecida vom Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde, die Leandra und Ihre Mutter begleitete, war begeistert vom Hotel und auch den Ereignissen den ganzen Tag über. Wir waren mit allen am Strand, sind an der Promenade spazieren gegangen und dann haben wir auch noch einen Handarbeitsmarkt besucht. Dort hat sich das Patenkind Leandra eine hübsche Puppe ausgesucht, die sie dann den ganzen Tag nicht mehr aus der Hand gelegt hat, denn sie hat noch nie zuvor eine Puppe besessen. Wir haben in einfachen aber hübschen Restaurants sehr gut gegessen und es war eine wunderbare Reise.

Aber am meisten hat sich das Patenkind über den Strand gefreut, denn sie war sehr neugierig und hatte zu Anfang etwas Angst, aber zum Schluss wollte sie gar nicht mehr aus dem Wasser kommen.

 

Es ist unglaublich wie viele Träume dieses Kindes “Rette ein Kinderleben e.V.” verwirklicht hat. Ganz sicher werden weder sie noch ihre Mutter so schnell vergessen, welche schönen Momente sie zusammen mit uns erlebt haben. Es hat ihnen in dieser Zeit an nichts gefehlt und sie haben jede Minute genossen.

Auch ich danke Ihnen ganz herzlich, denn ich hatte die Gelegenheit von allem ein bisschen genießen zu können. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehe ich ihnen jeder Zeit zur Verfügung.

Vielen Dank!

Adriana
Heimleiterin der Heime 122 und 124

 

 

P.S.

Für ganz Neugierige: Auf dem Bild unten links erkennt man einen schwarzen Kühlschrank mit der Aufschrift "EISENBAHN". In der Tat gibt es in Brasilien eine Brauerei mit diesem Namen. Sie ist in der von deutschen Aussiedlern gegründeten Stadt Blumenau im Süden des Landes angesiedelt und produziert, nach deutschen Reinheitsgebot, die ganze Palette von Pils über Kölsch bis Weizenbier.

2019-02-25 Heim 110 - Neuer Eingangsbereich

Das Heim 110 in Olinda-PE ist in einem, damals günstig gekauften, Wohnhaus untergebracht. Es ist zwar flächenmäßig relativ klein, die Heimleiterin Gabriela betreut aber dutzende Familien in den Favelas im Umkreis von gut 30km.

Vor dem Heim verläuft eine kaputte Straße, auf der auch Busse fahren. Das staubt sehr stark und ist jedesmal ziemlich laut.

Wenn es regnet, dann steht gleich die ganze Straße unter Wasser, denn dieser Ort ist nur wenige cm über dem Meeresspiegel und das Wasser läuft nur sehr langsam ab. Daher hatten wir schon vor vielen Monaten eine kleine "Staumauer" am Eingang hoch gezogen. So sah das Heim noch bis vor kurzem aus:

Um nun dem Lärm, Staub und Wasser dauerhaft zu entgehen (und nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen), wurde der Eingang des Heimes jetzt komplett umgestaltet.

Leider haben der Pedreiro (Bauarbeiter) und ich unterschiedliche Ansichten über Symmetrie... So ist leider die Tür von ihm nicht in die Mitte gesetzt worden. Die Glasbausteine sind auch viel zu wenige. Aber man muss sich mit solchen Dingen arrangieren, denn aufregen hilft nichts. Er hat es so gut gemacht, wie er es konnte.

Das schwere Metalltor wurde in der Breite angepasst und eingemauert. Innen wurde ein Pfirsich-Farbton gestrichen, aussen sollte es ein Blau sein, wie die Kacheln unten. Na ja... fast...

Immerhin haben wir nun einen komplett neuen "Look" mit Kacheln in den brasilianischen Farben.

Der Briefkasten ist neu, ebenso die Klingel mit eingebauter Kamera. Der Stromzähler musste nach aussen versetzt werden.

 

Nachtrag 30.03.2019:

Die helle, blaue Farbe war nicht so wirklich passend.Deswegen haben wir es jetzt nochmal nachgestrichen:

 

2019-02-01 Heim 102 - Neue Assistentin

Zum ersten Mal seit langem haben wir wieder eine neue Assistentin: Jessica.

Jessica war seit März 2003 Patenkind des Heimes 127. Ihre Paten aus Gerolstein haben sie in all den Jahren vorbildlich unterstützt und auch mit einigen Sonderspenden dazu beigetragen, dass sich die Lebenssituation der Familie sehr verbessert hat. Baumaterial, Kleidung, Betten bis hin zu einem neuen Gasherd.

Jessica hat ihren Paten (und auch uns) gedankt, indem sie in der Schule sehr gut mitgearbeitet hat und stets gute Resultate nach Hause brachte. Nun hatte sie Ende letzten Jahres ihre Schule mit dem "Ensino Médio" abgeschlossen. Das ist der höchste Schulabschluß, den man, wenn man nicht allzu schlecht ist, mit ca. 19 Jahren erreicht.

Mit diesem Abschluß erwirbt man auch das Recht, an der ENEM-Prüfung teilzunehmen. Dies ist die weltweit zweitgrößte Prüfung (nach China), die zeitgleich an allen entsprechenden Schule in Brasilien stattfindet.

Wer die ENEM Prüfung sehr gut besteht, darf dann kostenlos studieren. Wer sie nicht so gut besteht, kann natürlich auch studieren, muss dann aber selbst dafür bezahlen.

Jessica hat von uns statt dessen das Angebot erhalten, als Assistentin zu arbeiten und zunächst einen "Contrato de experiência" bekommen. Das bedeutet soviel wie: 3 Monate Probezeit.

Sie lernt nun von unserer sehr erfahrenen Heimleiterin Elizabete im Heim 102 in Igaci-AL die ersten Schritte in der Arbeitswelt. Wie sie es geschafft hat, sich mit unserem Hund im Heim 102 anzufreunden, bleibt ihr Geheimnis. Der ist eigentlich eher ein guter Wachhund und wen er nicht kennt, den mag er nicht wirklich...

Bei Rette ein Kinderleben e.V. in Brasilien arbeiten übrigens ausschließlich ehemalige Patenkinder, die aus eigener Erfahrung wissen was es bedeutet, Hilfe zum Leben zu erhalten. 

Jessica wird nach einigen Monaten im Heim 102 auch noch in 2 anderen Heimen weiter ausgebildet werden, bevor sie dann fest einem Heim zugeordnet wird. 

Unsere eigentliche Assistentin im Heim 102, Sra. Edneide, ist noch bis zum Juli krankgeschrieben, nachdem sie sich bei einem Unfall mit einem "Mototaxi" (Motorrad-Taxi) den Unterschenkel 2 Mal komplett durchgebrochen hatte. Zum Glück zahlt ihr eine Versicherung den Lohn weiter, bis sie wieder zurückkommt.  

 

Hier noch ein Foto, welches den 1. Vorsitzenden Ralf Fitzner zusammen mit Jessica vor ca. 2 Jahren zeigt:

Damals hatte Jessica von ihren Paten neue Matratzen als Sonderspende bekommen.

Wie Sie sicherlich wissen, fotografieren wir grundsätzlich solche Einkäufe und schicken die Fotos, zusammen mit einem Dankesbrief, an den Paten, damit dieser weiß, was mit seiner Spende gekauft wurde.

Aus Spaß kam dieses Bild (Photobombing) zustande.

 

2019-01-15 Heim 127 - Obst- und Gemüsegarten

Unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE wurde damals auf einem geschenkten-, aber auch sehr verwinkelten Grundstück gebaut. Dabei blieben auf "unserer" Seite der Begrenzungsmauer auch Freiflächen übrig. So sieht das Ganze von oben aus:

Der gelbe Pfeil kennzeichnet eine Fläche, die wir später einmal mit einem weiteren Schlafsaal bebauen wollen, wenn ausreichende Spenden vorhanden sind.

Der blaue Pfeil zeigt auf eine Fläche, die relativ öde und leer als Abstellbereich für "übriggebliebenes" und zum Trocknen der Wäsche auf gespanntem Stacheldraht verwendet wurde.
So sah es dort noch vor 1 Woche aus:


Hier werden wir nun ein kleines internes Projekt versuchen: Einen Obst- und Gemüsegarten. Es sollen verschiedene Dinge angepflanzt werden, die nicht zuletzt in der heimeigenen Küche verwendet werden können. Dazu einige Obstsorten. Insbesondere Obst, welches es in der Region kaum gibt, wie z.B. Erdbeeren und "Abacaxi" (Ananas). Das x wird übrigens wie ein sch gesprochen.

Die ersten kleinen Bereiche wurden bereits angelegt. Es wurde Samen gestreut und 2 Mal täglich wird gegossen. Aufgrund der Nähe zum Äquator gibt es täglich von morgens um etwa 06:00Uhr bis ca. 18:00Uhr sehr viel Sonne. Die "Dämmerung" ist jeweils nur sehr, sehr kurz. Abends "fällt" die Sonne praktisch vom Himmel.

Im Februar gibt es eine kurze "Regenzeit". Anschließend ist es meist wieder monatelang knochentrocken... bis zum nächsten Februar.

Außerdem sind im Februar die Sommerferien zu Ende. Das Heim wird dann wieder voll mit Patenkindern sein. Es werden dann Gruppen mit jeweils 2-3 Kindern gebildet, die für ihren persönlichen Bereich verantwortlich sind. Praktisch alle Patenkinder in dieser Region kommen aus sog. "Sítios" (Siedlungen) in denen Landwirtschaft für den Eigenbedarf üblich ist. Sie sind also damit aufgewachsen und bringen gleich die richtigen Kenntnisse mit.

Wir sind sehr gespannt, ob und was hier wachsen wird. In einigen Wochen kommen weitere Fotos dazu.


Ergänzung 18.01.2019:

Es ist offensichtlich gar nicht so einfach auf "normalem" Boden etwas zu pflanzen. Hier sind 2 Väter von Patenkindern damit beschäftigt, 3 neue Beete für Ananas anzulegen. Da müssen anscheinend eine Menge "Fremdkörper" aus der Erde geholt werden.

Die Ananas Stecklinge mussten von weit entfernt besorgt werden, da es im Umkreis von bestimmt 150km niemanden gibt, der Ananas anpflanzt. Nun warten wir mal ab, ob es in 2-3 Jahren zur ersten Ernte kommen wird.

Das "Gerümpel" am schmalen Ende des Grundstücks wird bald weg kommen und dann stellen wir extra für die Pflanzen einen eigenen 2000l Wasserbehälter auf.


Ergänzung 24.01.2019

Man glaubt es kaum, wie schnell sich die Natur hier ans Werk macht. Schon nach einer Woche kommt es überall grün hervor:


Ergänzung 06.02.2019:


 Ergänzung 18.02.2019:

Nach nur 1 Monat konnte nun schon das erste Mal geerntet werden: Radieschen!

Die Wasserversorgung wurde durch das Anbringen einer Regenrinne verbessert. Die letzten Beete wurden angelegt, u.a. für Erbeeren (Morango) und Weintrauben (Uva).

Die Heimleitung und die Patenkinder sind in ihrer Begeisterung und bei der Gartenarbeit kaum zu bremsen...

2019-01-09 Heim 126 - Vorübergehende Schließung

Unser Heim 126 "Casa Katja" in Triunfo-PE muss aus organisatorischen Gründen für eine Weile schließen.

Neben einigen Dingen, die renoviert werden müssen und frische Farbe benötigen, kommt hier auch dazu, dass wir, aufgrund brasilianischer Gesetze, Mitarbeiter in lokale Organisationen ausgliedern. Dazu müssen diese mindestens 2 Monate entlassen werden, denn auch in Brasilien mahlen die Mühlen der Verwaltung etwas langsamer als erwünscht.

Da die Schulkinder in Brasilien im Januar große Sommerferien haben, steht das Haus ohnehin einige Wochen leer.

Alle internen Patenkinder werden nun organisatorisch vom Heim 126 (intern) zum Heim 101 (extern) wechseln. Unser Heim 101, welches seit jeher die Verantwortung für seine "Filiale" 126 hat, liegt nur ca. 15-20 Geh-Minuten entfernt

2018-12-19 Verbot von WhatsApp, Facebook u.a.

Es ist allen Patenkindern in Brasilien schon seit vielen Jahren strengstens verboten, mit ihren Paten in direkten Kontakt über soziale Netzwerke zu treten. Bei Verstößen beenden wir unverzüglich die Patenschaft!
Das Patenkind und damit auch seine Familie werden dann die Unterstützung aus Deutschland verlieren.

Bitte bringen Sie Ihr Patenkind nicht von sich aus in eine solch unangenehme Situation, indem Sie versuchen, direkten Kontakt unter Umgehung von Rette ein Kinderleben e.V. aufzunehmen.

Ich möchte Ihnen erläutern, WARUM wir hier so streng sind:

Es geht in Brasilien um minderjährige Kinder und Jugendliche, die unserem Schutz unterstehen. Wir von Rette ein Kinderleben e.V. sind für unsere Patenkinder verantwortlich. Wenn es "Vorfälle" gibt, werden wir in Brasilien zur Verantwortung gezogen, und unser in 35 Jahren aufgebauter, guter Ruf würde schlagartig von den Medien vor Ort in den Schmutz gezogen werden.

Beispiele: Es gab diverse Fälle in den letzten Jahren, bei denen männliche Paten versucht haben, sich ihrem minderjährigen, weiblichen Patenkind durch eindeutig zweideutige Begriffe in den Briefen "anzunähern". Stellen Sie sich bitte nun einmal vor, was wäre, wenn dies "an Rette ein Kinderleben e.V. vorbei" passieren würde, ggf. auch mit entsprechendem Bildmaterial.

Andere Paten haben z.B. aus einer Depression heraus an ihr Patenkind geschrieben, dass "alles ohnehin keinen Sinn macht und sie sich wohl bald umbringen werden". Vor solchen und anderen Dingen MÜSSEN wir unsere Patenkinder schützen!

Nun werden Sie vielleicht denken: Aber bei mir doch nicht...

Ok, reden wir über Betrug und Erpressung:

Es kam mehrfach vor, dass ein Familienangehöriger, meist ein Stiefvater oder Onkel, sobald er von diesem direkten Kontakt erfuhr, diesen ausgenutzt hatte, um durch das Erfinden von übelsten Geschichten Gelder zu erbetteln bzw. zu erpressen. Da werden plötzlich Familienmitglieder schwer krank und benötigen viel Geld für eine Behandlung. Eine Patin hatte so alle 3 Monate zwischen 3000 und 4000 Euro nach Brasilien geschickt, weil sie alle diese Geschichten geglaubt hatte und "ein christliches Herz" hat, bis wir diesen Betrug aufgedeckt haben und das Ganze beenden konnten.

Ebenso wird gerne gedroht, dass dem Patenkind etwas geschieht, wenn kein extra Geld fließt. Ich darf Ihnen versichern, dass man dort sehr erfinderisch ist, wenn es darum geht, "reichen Deutschen" das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wir bitten Sie daher dringend um Ihr Verständnis, dass wir aufgrund einer Vielzahl solcher, ganz realer, Erfahrungen einen direkten Kontakt zwischen unseren Patenkindern und ihren Paten nicht genehmigen. Wir schützen damit die Patenkinder, aber, wie Sie aus obigem Beispiel ersehen können, ebenso auch die Paten. Und nicht zuletzt schützen wir damit auch die Zukunft unserer Arbeit, über unseren in langen Jahren aufgebauten, guten Ruf - vor Ort, in Brasilien!

Seien Sie gewiss: unsere Heimleiterinnen kennen JEDES Patenkind und dessen Familie. Sie wissen also genau, ob jemand krank ist oder ob es besonderen finanziellen Bedarf gibt. Wenn dem so ist, erhalten Sie von uns Nachricht UND Auskunft über die Höhe eventuell anstehender Kosten.

 

2018-12-06 Bitte keine Pakete, Päckchen oder gar Geldscheine nach Brasilien schicken !!!

Wichtig: Bitte keine Päckchen oder Pakete an das Patenkind nach Brasilien schicken!

 Die brasilianische Post "Correios" kassiert nun für das Austragen eines Paketes vom Empfänger (!) eine Zustellgebühr ab R$15 aufwärts. Dies kann von den Familien der Patenkinder aber nicht aufgebracht werden. Dazu kommt, dass man die Austragung des Paketes unter Angabe der Paketnummer im Internet beauftragen muss. Der Empfänger muss also die Nummer kennen, die der Absender beim Einreichen des Paketes erhält.

 Dadurch ist es praktisch unmöglich geworden, dass ein Paket beim Patenkind ankommt. Das Paket wird schlicht in Brasilien irgendwo "verschwinden", da es nicht abgeholt bzw. zugestellt wird.

 Rette ein Kinderleben e.V. rät seit langem davon ab, für teures Geld Pakete nach Brasilien zu schicken.

Unsere Heime in Brasilien können die Abholung/Zustellung der Pakete ebenfalls nicht durchführen oder bezahlen!

 Es ist so einfach, stattdessen eine Sonderspende an das Patenkind zu schicken, welche wir grundsätzlich mit Fotos der gekauften Dinge und einem Dankesbrief bestätigen. Am einfachsten geht dies über unser Formular "DIREKT SPENDEN", hier oben auf unserer Webseite.

 Wenn es dennoch einmal gewünscht ist, etwas Persönliches an das Patenkind zu schicken, so können Sie maximal einen Brief vom Format DIN C4 verwenden. Hier passt z.B. ein selbstgemachter Fotokalender in entsprechender Größe hinein. Wenn dieser an das Heim Ihres Patenkindes addressiert wird, kommt er wahrscheinlich an und kostet die Empfänger nicht die schon erwähnte Gebühr!


 Wichtig: Bitte keine Euro-Geldscheine an das Patenkind nach Brasilien schicken!

 Die Deutsche Post verbietet ausdrücklich, dass in Briefprodukten Geldscheine verschickt werden. Auch nicht mit der Zusatzleistung "Wert international".

Die Patenkinder haben ohnehin keine Möglichkeit ausländische Geldscheine bei irgendeiner Bank im Nordosten von Brasilien umzutauschen. Lediglich bei einigen Wechselstuben in den 3 Shopping Centern in Recife wäre dies für Touristen unter Vorlage des Reisepasses möglich.

Als ich Mitte November in unserem Heim 125 in Princesa Isabel-PB war, fragte mich die Heimleiterin, ob ich 30 € tauschen könne. Ein Pate hatte Bargeld im Briefumschlag geschickt...

Zunächst einmal grenzt es fast an ein Wunder, dass dieser Brief nicht auf dem Transportweg geöffnet und das Geld gestohlen wurde.

Niemand vor Ort kann das Geld offiziell in die Brasilianische Währung Real umtauschen. So hatte das Patenkind 30 € und konnte nichts dafür kaufen.

Der nächste "Knackpunkt" ist, dass oft ein Onkel oder Stiefvater das Bargeld an sich nehmen würde und dann schlicht "versäuft". Aus diesem Grund erhalten die Familien von uns einen Einkaufsgutschein, mit dem keine Rauschmittel gekauft werden können!

In einem anderen Fall im Sommer hatte ein Pate 10 € per Brief an sein Patenkind in Triunfo geschickt. Letztendlich erhielt das Kind dafür den Gegenwert von 4 € von einem Apotheker, der das Geld zu einem selbst ausgedachten Umtauschkurs gewechselt hat. Wären diese 10 € über eine Sonderspende abgewickelt worden, wäre beim Patenkind etwa doppelt so viel angekommen. Daher noch einmal die Bitte: sehen Sie davon ab, Bargeld nach Brasilien zu verschicken!


 Wichtig: Bitte keine "Internationalen Antwortscheine" schicken!

Die Brasilianische Post "Correios" akzeptiert diese ohnehin nicht. Da wir sowieso seit Jahren schon keinerlei Briefpost mehr zwischen Brasilien und Deutschland hin und her schicken, können wir mit solchen Post-Gutscheinen schlicht nichts anfangen. Das ist gut gemeint, aber verlorenes Geld.

2018-11-29 Unterwegs im Nordosten von Brasilien

Ich bin zum 2. Mal in diesem Jahr in Brasilien und wollte Ihnen einfach mal diese 4 Bilder zeigen, die ich unterwegs gemacht habe:

Im Nordosten von Brasilien werden Kinder in eine oft ausweglose Situation geboren. Es ist vor allem eine Situation, die sie sich nicht aussuchen konnten. Bittere Armut, Schmutz, Vernachlässigung, Gewalt, Drogen. Zustände, die man sich in Deutschland kaum wirklich vorstellen kann.

Rette ein Kinderleben e.V. hilft genau solchen Kindern den Kreis der Armut zu durchbrechen und eine bessere Zukunft zu gestalten.

Durch Ihre Spenden schaffen Sie persönlich die Möglichkeit, dass Kinder sauber und ohne Hunger in die Schule gehen können. Mit einem Schulabschluß stehen diesen später dann Möglichkeiten offen, die die Mütter der Kinder in ihrer Jugend nicht hatten. Oftmals sind diese bis heute kaum des Lesens und Schreibens mächtig.

Patenkinder erhalten bei Rette ein Kinderleben e.V. eine fundierte Betreuung und Unterstützung. Sowohl im Rahmen der eigenen Familie, wie auch in unseren eigenen Kinderheimen mit "internen" Kindern.

Sehen Sie sich bitte oben das Foto der fröhlichen Kinder aus dem Heim 125 in Princesa Isabel-PB an und vergleichen Sie es mit dem Mädchen auf der Treppe in Jaqueira-PE. Dazwischen liegen - für jeden erkennbar - Welten, und den Unterschied, den machen SIE, als Pate, Förderer und Spender von Rette ein Kinderleben e.V.

Bitte denken Sie immer daran, dass Sie mit einer Spende an uns wirklich direkt und ohne Umwege helfen.

Hunderte Familien, die nicht wissen, was sie ihrem Kind am nächsten Tag zu essen geben können, warten auf Sie und Ihre Spende. Kein Cent versickert bei uns in unsinnigen Projekten. Jeder Cent kommt an!

 

Danke!

 

Rette ein Kinderleben e.V. ist seit 35 Jahren als mildtätig anerkannt.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer persönlichen Spende. Danke! 

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

 

 

 

2018-11-01 Heime 110 und 127 - Vitoria

Ich möchte Ihnen gerne ein Beispiel unserer Vereinsarbeit geben. Dabei geht es um die heute 9 jährige Vitoria aus Olinda.

Ihre Eltern haben das Kind nach der Geburt nicht registrieren lassen. "Offiziell" existierte Vitoria gar nicht...

Der Vater hat das Kind nie als sein eigenes anerkannt. Die Mutter ist wegen Mordes verurteilt und sitzt im Gefängnis.

Vitoria lebte seit Kleinauf bei der Oma, die mehrfach wegen Drogengeschäften verhaftet und auch inhaftiert war.

Die Wohnung wurde im Laufe der Jahre oft gewechselt, da die Familie nicht selten auf der Flucht war. Auch zuletzt ist es alles andere als ordentlich. Die Matratze, auf der Vitoria mit einem Bruder zusammen schlafen muss, lag ohne Bettgestell auf nassem Boden.

Auch alle Onkel, Tanten, Geschwister im Haus sind mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die damalige Heimleiterin unseres Hauses 110 in Olinda-PE sagte mir: Außer der kleinen Vitoria sind alle im Haus schwer kriminell.

Wenn Vitoria krank wurde, dann konnte sie nicht zum Arzt gebracht werden, da sie ja nicht offiziell existierte.

Als Vitoria eigentlich hätte zur Schule gehen müssen, so wurde auch das nicht weiter beachtet, denn ohne Papiere keine Anmeldung.

ReK110 2017 03 24 110913

 

Da lebt ein kleines, wirklich unschuldiges, 8 jähriges Mädchen in einem solchen Umfeld. Vitoria kann nichts dafür! Sie wurde in eine solch komplizierte, aber für diese Gegend leider auch häufig vorkommende Situation geboren. Was wären die Zukunftsaussichten von Vitoria gewesen: Keine Bildung, Drogenkonsum, Kriminalität, Prostitution, Krankheiten, Gefängnis.

 

Ich habe damals mit dem Paten von Vitoria telefoniert und ihm von diesen Zuständen berichtet. Ich habe ihm versprochen: Hier müssen wir unserem Namen alle Ehre machen und ein Kinderleben retten!

 

Wir haben dann, mit Hilfe des Jugendamtes, in einem wirklich monatelangen und anstrengenden Kampf mit Ämtern und Behörden, eine Geburtsurkunde für Vitoria ausgestellt bekommen. Damit war es nun technisch möglich, dass sie eine Schule besuchen konnte.

Andere Kinder in Brasilien müssen schon ab 4 Jahren in die Vorschule. Vitoria konnte weder lesen noch schreiben noch rechnen noch irgendetwas, was gleichaltrige bereits können. Außerdem war lediglich eine einzige Schule in Olinda bereit sie aufzunehmen, die aber weit weg von der Wohnung der Oma lag, so dass Fahrtkosten entstanden, die die Oma nicht aufbringen wollte.

 

Nach erneuten, langen Gesprächen konnten wir die Oma überzeugen, dass es das Beste für Vitoria sein würde, wenn sie in eines der "internen" Kinderheime von Rette ein Kinderleben e.V. wechselt, wo sie mit anderen Patenkindern zusammen lebt. Die Oma wollte das Kind aber nicht gehen lassen, denn dadurch würde ja die monatliche Hilfe durch Rette ein Kinderleben e.V. im Haushalt fehlen. Ein leider sehr typisches Argument, mit dem Familien ihre Kinder zurückhalten und sie nicht in ein Heim geben. Auch hier half erneut ein klärendes Gespräch zwischen dem Jugendamt ("Conselho Tutelar") mit der Oma und der Androhung des Entzuges des Sorgerechts. Über 11 Monate hat dies alles gedauert...

 

Seit April 2018 lebt Vitoria nun in unserem Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Das ist rund 400km von Olinda, Drogen und Gewalt entfernt, im ruhigen Hinterland von Pernambuco.

Die Fortschritte, die Vitoria nun in rund einem halben Jahr gemacht hat, treiben einem wirklich die Tränen in die Augen.

 

Als Vitoria mit nun schon 9 Jahren in Santa Cruz eingeschult wurde gab es eine Schulkonferenz und es wurde beschlossen, dass sie eine eigene Lehrerin beigestellt bekommt. Innerhalb weniger Monate holte Vitoria auf, was sie zuvor in 5 Jahren verpasst hatte. Nun ist sie schon im regulären Unterricht angekommen. Sie benimmt sich vorbildlich, strengt sich an und hat viele neue Freunde in ihrem Alter gefunden.

Mit ihrer Oma hat sie regelmäßig Gespräche über Skype. Diese will Vitoria wieder zurück nach Olinda holen. Wir können Vitoria natürlich nicht gegen deren Willen oder gegen geltende Gesetze bei uns behalten. Aber zum Glück haben wir die Rückendeckung durch das Jugendamt. Eine Rückkehr in das Drogenmilieu wäre fatal.

ReK127 2018 11 01 122338

Vitoria lebt in unserem Heim ein sorgenfreies Leben. Sie wird gut betreut, hat Ansprechpartner vor Ort und viele Kinder um sich. Sie hat ein sauberes Bett mit einem eigenen Mückenschutz und Ventilatoren an den Wänden. Sie erhält 4 Mahlzeiten täglich, geht regelmäßig zur Schule und wird bei den Hausaufgaben betreut. Sie nimmt mit anderen Kindern an den Veranstaltungen und Feiern des Heimes teil. Zum Tag des Kindes Mitte Oktober war sie zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Schwimmbad. Und, ganz wichtig: Vitoria ist glücklich.

 

Rette ein Kinderleben e.V. ist seit 35 Jahren als mildtätig anerkannt.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer persönlichen Spende. Danke! 

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

 

2018-10-27 In eigener Sache - Vorstandswahl

Wie jeder Verein, so muss auch Rette ein Kinderleben e.V. mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung abhalten, u.a. um den Vorstand zu entlasten. In anderen Worten: Es wird darüber abgestimmt, ob der Vorstand korrekt gearbeitet hat, ob z.B. der Finanzbericht schlüssig und die Handlungen im Sinne des Vereins waren. Es wurde über das Geschäftsjahr 2017 abgestimmt und der Vorstand wurde einstimmig entlastet. In diesem Zusammenhang: Unser Verwaltungskostenanteil wurde erneut leicht gesenkt und leigt nun knapp unter 15%.

Alle 2 Jahre muss der Vorstand neu gewählt werden. Das war in diesem Jahr der Fall. Die Mitglieder haben einstimmig den 1. Vorsitzenden Ralf Fitzner (Berlin) im Amt bestätigt. Auch die 2. Vorsitzende Petra Menzner (Bad Schwartau), die Schatzmeisterin Anja Fitzner (Troisdorf) und der Schriftführer Günter Henze (Berlin) erhielten die Bestätigung, so dass der Vorstand seine Arbeit unverändert weiterführen kann.

03b

Die 4 ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder: Günter Henze - Petra Menzner - Anja Fitzner, B.A. - Ralf Fitzner

 

2018-10-12 Dia das Crianças - Tag des Kindes

Jedes Jahr im Oktober wird in Brasilien der Tag des Kindes gefeiert. In einigen Heimen finden Feste für alle Patenkinder statt, andere Heime gehen mit den Kindern in ein Schwimmbad, denn wo es wenig Wasser gibt ist das Planschen darin für die Kinder meist ein großes Erlebnis.  

Ich habe hier aus dem Heimen über 200 Fotos mit glücklichen Kindern. Warum zeige ich Ihnen statt dessen einen Kuchen: Weil diese tolle EU Datenschutzgrundverordnung fordert, dass ich von jedem Individuum, dessen Foto ich im Internet veröffentliche, die schriftliche Erlaubnis benötige. Bei Kindern natürlich die der Erziehungsberechtigten. Tja, und nun müsste ich also alle Familien, die in Brasilien von uns Hilfe erhalten, unterschreiben lassen, dass ich Fotos von ihnen und den Kindern im Internet zeigen darf. Können Sie sich ungefähr ausmalen, welchen organisatorischen Aufwand dies erfordern würde? Gerade auch dann, wenn der "Erzeuger" sich schnellstens aus dem Staub gemacht hatte... Und was ist mit den Kindern aus der Nachbarschaft der Heime, die sich regelmäßig und geduldet unter die feiernden Kinder mischen...

Die DSGVO bedeutet für uns extrem viel Arbeit und ist eine praktische Zensur unserer Berichterstattung. Natürlich dürfen wir nun auch nicht mehr auf GPS Daten in den Fotos hinweisen. 

Nun könnte man sagen, wo kein Kläger, da keine Anklage. Aber darauf kann und will ich es nicht ankommen lassen. Abmahnanwälte warten nur darauf aktiv zu werden.

 

Ob und wie dieser Blog unter diesen Bedingungen weitergeführt werden kann ist bislang noch nicht ganz klar.

2018-10-02 Heim 125 - Frische Farbe

Mit dem Mauerwerk in Brasilien ist das so eine Sache. Da muss man ständig aufpassen, dass es einem nicht unter dem Allerwertesten wegbröckelt. Die Ziegelsteine haben eine erschreckend schlechte Qualität. Hochwertigere Alternativen gibt es im Hinterland praktisch keine, weil ja auch fast niemand Geld hätte, um einen Aufpreis zu bezahlen. Also ist ständige Pflege angesagt.
Viele Mauern in den Außenbereichen haben wir in den letzten Monaten mit Fliesen versehen oder verputzt. Nun war es an der Zeit auch die viel benutzten Innenräume zu renovieren.

Der Speisesaal des Heimes 125 war mir seit langem ein Dorn im Auge. Alles viel zu dunkel. Also wurden die internen Patenkinder gefragt, welche Farbe welche Wand haben soll.

Gefragt, getan:

Schon sieht das alles viel kindgerechter und vor allem heller aus. Ihre Patenkinder freuen sich darüber! In dieser Woche wird auch noch der Raum für den Nachhilfeunterricht frisch und bunt gestrichen!

2018-07-23 - In eigener Sache: Unsere Facebook-Seite wurde entfernt

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Betreiber von Facebook-Seiten für die Verarbeitung der Daten der Besucher der Facebook-Seite mit verantwortlich sind.

Da wir schlicht keine Ahnung- und insbesondere keine Kontrolle darüber haben, was Facebook mit Ihren Daten macht, die Sie beim Besuch unserer Facebook-Präsenz gewollt oder ungewollt hinterlassen, haben wir entschieden unsere gesamte Präsenz bei Facebook komplett zu löschen.

2018-06-25 Heim 101 - Motorradunfälle

Motorräder sind für den Nahverkehr unverzichtbar. Wo man sonst nur zu Fuß oder mit einem Pferd hinkommt, da bringt einen das "Mototaxi" für relativ wenig Geld auch hin. Diese Maschinen haben meist 125-180ccm . Für viele Jugendliche ist der Beruf des "Taxista", also des Fahrers eines (Moto-)Taxi ein Traumberuf, für den so mancher auch die Schule abbricht. Leider kommt es nicht selten zu Unfällen, denn die Straßen und erst recht die kleineren Wege sind schlecht. Die Wartung der Motorräder kostet Geld und wird möglicht weit hinausgezögert. Wegen der großen Hitze von meist über 35° tragen nicht alle einen Helm, auch wenn dieser vorgeschrieben ist.

 

Vor kurzem schickte die Heimleiterin Sandra ein Foto des Patenkindes 11352, welches nach einem schweren Motorradunfall in der Klinik liegt.

Sie hatte dabei schwere Abschürfungen erlitten, die Nase gebrochen und diverse weitere schwere Verletzungen, die nicht sofort sichtbar sind.

Rette ein Kinderleben e.V. hat hier als Soforthilfe einen Betrag bereitgestellt, damit die nötigen Untersuchungen schneller erfolgen und man Klarheit bekommt, was an inneren Verletzungen vorliegt.

 

Kaum war dieser Schock verdaut, kam heute eine weitere, sehr traurige Nachricht, ebenfalls aus dem Heim 101:

Bei einem anderen, schweren Motorradunfall starb heute Francinaldo Lima da Silva.

 

Francinaldo war überaus beliebt. Er hatte eine so freundliche und hilfbereite Art an sich, dass man gar nicht anders konnte, als ihn zu mögen.

Einmal kam eine Reisegruppe aus Deutschland in Triunfo an und nach der allgemeinen Begrüßung wollte man nach Hilfe fragen, um die Koffer ins Hotel zu tragen. Zu spät: Francinaldo hatte dies bereits erledigt.

Francinaldo hat beim Ausbau der oberen Etage im Heim 101 mitgeholfen, ebenso beim Dachdecken. Er stand am Grill, wenn es ein Fest gab und ohne zu fragen schleppte er schwere Dinge, egal ob Baumaterial oder Reste einer Feier. Er war immer von selbst da, wenn man ihn brauchte.

Sogar wenn ein Mädchen bei Ihrem Fest zum 15. Geburtstag keinen Begleiter fand: Francinaldo war zur Stelle.

Francinaldo hatte eine komplizierte Kindheit. Seine Mutter kommt mit der Welt nicht richtig klar. Er kam daher zur Mutter unserer Heimleiterin Sandra, die ihn als Pflegekind aufnahm.

16 Jahre lang war Francinaldo das Patenkind einer Berliner Familie. Vor 2 Wochen erst feierte er seinen 27. Geburtstag.

Wohl jeder, der bei Rette ein Kinderleben e.V. arbeitet, kannte Francinaldo. Wir sind alle, wirklich alle, erschüttert und sehr traurig.

26.06.2018: Die Aufbahrung fand unter großer Anteilnahme im Versammlungssaal des Heimes 101 statt. Eine Stunde später ging der Trauerzug zum Friedhof, wo Francinaldo viel zu früh seine letzte Ruhe fand.

 

2018-06-21 Heim 102 - Neue Schutzmauer

Igaci im Bundesstaat Alagoas. Bis vor kurzem noch eine friedliche, kleine Stadt, erlebt derzeit Bandenkriege, bewaffnete Überfälle und Morde auf offener Straße.

Die Polizei ist für diese Zustände nicht genügend ausgerüstet und schon gar nicht genug präsent. Sie erschießt zwar ab und zu einen der Räuber auf der Flucht, wie mir unsere Heimleiterin Elizabete berichtete, bekommt aber die Gesamtsituation nicht mehr richtig in den Griff.

Im letzten Jahr hatten wir einen Brandanschlag auf dieses Heim 102 und nun wurden auch noch unsere Mitarbeiterinnen in sozialen Netzwerken und ganz persönlich am Telefon bedroht.

Daher bekam nun auch das Heim 102 eine neue Schutzmauer. Unser bislang offener und einladender Eingang musste leider weichen.

Auch wenn es von dieser Eingangsfront aus nicht so wirkt: Unser Heim 102 ist von der Fläche her eines unserer größten Heime, denn es befindet sich hinter 2 Häusern in Reihe noch ein riesiger, ummauerter Platz, auf dem täglich Patenkinder sicher spielen können.

 

Ein Baum in einem Kübel und der Fahnenmast wurden beseitigt und die Arbeiten begannen. Anfangs fragt man sich nicht selten, ob das so denn auch was wird, aber das Ergebnis ist jedesmal besser als erwartet.

Aus der Erfahrung heraus, dass eine Mauer, trotz eines Anstrichs, schnell "untenherum" anfängt zu schimmeln, haben wir hier blaue Kacheln verklebt. Vom letztjährigen Neubau des "Galpão" (überdachter Versammlungsplatz) hatten wir noch ausreichend Kacheln in den deutschen Farben übrig, so dass unser Heim 102 nun zum absoluten Schmuckstück der Straße wurde. (...wie uns die Nachbarn und Mütter mehrfach berichteten):

 

Stromzähler, Briefkasten und Klingel mit Kamera funktionieren. Auch diese Patenkinder freuen sich.

 

2018-06-20 Vorübergehende Schließung von 5 Heimen

Sie kennen dies sicher von Ihrem Teppichhändler an der Ecke: Räumungsverkauf, alles muss raus! Und wenn Sie ein paar Wochen später wiederkommen ist es praktisch noch der gleiche Laden...

Bei Rette ein Kinderleben e.V. ist es kein Räumungsverkauf, aber eine Umgestaltung. Daher sind die Heime 109, 110, 112, 122 und 124 im Juli und August vorübergehend geschlossen. Die Symbole von Rette ein Kinderleben e.V. wurden schon, wie hier an der Mauer des Heimes 122 in Jaqueira-PE, entfernt:

 

Aus organisatorischen Gründen wird sich Rette ein Kinderleben e.V. in Brasilien in mehrere Teilbereiche aufteilen. Während die Grundstücke, Heime und natürlich auch die Patenkinder bei Rette ein Kinderleben e.V. verbleiben werden die Mitarbeiter nach und nach in eigenständige, brasilianische Vereine ausgegliedert.

So haben z.B. im April die Mitarbeiter des Heimes 127 einen eigenen, nicht Profit orientierten Verein namens Simja-SC gegründet und unsere Heimleiterin Eliane ist nun selbst 1. Vorsitzende.

Sra. Eliane und die bisherigen Mitarbeiter führen weiterhin die gleiche Tätigkeit im Heim aus, sind aber nun "ihr eigener Chef".

Die Mitarbeiterinnen der Heime 109, 110, 112, 122 und 124 sind zu Ende Juni 2018 entlassen und bleiben, aufgrund des saisonbedingten geringen Arbeitsaufkommens, im Juli und August zunächst 2 Monate arbeitslos.

Ab September werden sie dann von Simja-SC neu und zu den gleichen Konditionen wieder eingestellt.

(Den Patenkindern und ihren Familien wurden im Juni 2 Coupons ausgegeben, so dass diese ausreichend Lebensmittel für 2 Monate kaufen konnten.)

 

Die Trennung von Immobilien und Mitarbeitern ist ein Schritt um die Abhängigkeit von einer einzigen brasilianischen Steuernummer (CNPJ) zu beenden.

Bislang konnte die Banco do Brasil, wenn diese meinte, es würden irgendwelche Dokumente oder Informationen falsch sein oder fehlen, sämtliche Konten sperren, die zu einer CNPJ-Nummer gehören. Das kam durchaus schon vor und war sehr hinderlich.

Nun hat Simja-SC ein eigenes Konto bei einer anderen Bank und auch eine eigene CNPJ. Sämtliche Vereinsmitglieder von Simja-SC sind brasilianische Staatsbürger (und ehemalige ReK Patenkinder). Diese können bei Bedarf kurzfristig selbst vor Ort unterschreiben oder erklären was nötig ist. Es muss also nicht extra der erste oder zweite Vorsitzende aus Deutschland außerplanmäßig anreisen. Eine komplette Blockade ist nun nicht mehr möglich.

 Im Herbst wird ein weiterer SIMJA-Verein in Brasilien gegründet werden, um auch die restlichen Heime unter ein neues Dach zu bringen.

 

Rette ein Kinderleben e.V. bleibt weiterhin federführend, denn wie sagt man so schön: "Wer die Band bezahlt, bestimmt auch die Musik die sie spielt". Es bleibt, was die Patenkinder und deren Betreuung angeht, alles so wie es war. Für Sie als Paten ändert sich nicht das Geringste!

"Große Neueröffnung!" würde der obige Teppichhändler an die Schaufenster kleben. Wir zelebrieren das allerdings, wie hier beim Heim 127, deutlich stiller:

 

 

2018-06-18 Heim 127 - Wasserversorgung

Es tropfte, wo es nicht tropfen sollte. Der Wasserbehälter im Heim 127 war undicht geworden und lief langsam aus.

Wenn man jetzt noch weiß, wie prekär die Wasserversorgung im Hinterland von Pernambuco ist, dann musste hier schnell eine Lösung gefunden werden.

Insbesondere auch da der Behälter auf einer Betonkonstruktion steht, die durch die Sonne mürbe wurde.

 

Da es nicht jeden Tag Wasser aus der städtischen Versorgung gibt, manchmal sogar nur alle paar Wochen einmal, haben praktisch alle Häuser in der Stadt einen Wasserbehälter von meist 500-2000l auf dem Dach, der als Zwischenspeicher fungiert und außerdem durch die Höhe den nötigen Druck im hauseigenen Wassernetz aufbaut.

Ich habe entschieden, dass wir nun einen etwas größeren Wasserbehälter benutzen werden der, auf neu zu errichtenden Betonfüßen, vor der Sonne geschützt, unter einem Dach untergebracht wird. Um nicht allzuviel an den vorhandenen Anschlußleitungen ändern zu müssen, haben wir dazu einen Standort ca. 3m vom alten Wasserbehälter entfernt gewählt.

Eine bisherige Abstellkammer, die neben der ehemaligen Hundehütte liegt, war genau richtig für diesen Zweck. Der Boden wurde aufgehackt und Bewährungseisen wurden mit Beton zu Stützen für die neu einzuziehende Betondecke gegossen.

 

Zwar gibt es auch in Brasilien Betonmischmaschinen, in den großen Städten sogar fahrbare Betonmischer, aber im Hinterland geht es etwas rustikaler zu. Da wird einfach ein freier Platz auf dem Boden benutzt.

Der neue 5000l Wassertank wurde von der Straße über das Dach des Heimes gehievt um dann letztendlich an seinem neuen Standort anzukommen.

Währenddessen wurde neben der ehemaligen Hundehütte noch ein Loch in den Boden gegraben, vermauert und wasserdicht verputzt.

 

In diesem "Bodentank" kommt das Wasser von der Straße zunächst an und füllt diesen. Ist der Bodentank voll, schließt eine einfache Schwimmer-Konstruktion den Zulauf.

Der neue große Tank auf dem Dach hat ebenfalls einen Schwimmschalter. Dieser steuert eine Pumpe, die das Wasser aus dem Bodentank nach oben drückt. Fehlt oben Wasser, so wird dies also automatisch aus dem Bodentank nachgeliefert.

Das Dach über dem blauen Wassertank haben wir in einer einfachen Abdeckung mit "Brasilit" (Eternit) ausgeführt.

Nun kam der spannende Moment und das erste Wasser lief in den Bodentank.

Eine solch große Baustelle hatten wir lange nicht. Es war aber unvermeidbar und wir mussten ziemlich tief in die Tasche greifen.

Zum Glück hat das Heim einen Sponsor, nach dessen Mutter unser "Casa Anna" benannt ist. Er konnte mehr als die Hälfte der Kosten für uns aufbringen.

Rette ein Kinderleben e.V. sagt Danke!

 

Für alle anderen Sonderspenden, ob groß, ob klein, bedanken wir uns ebenfalls!

Und zur Erinnerung an dieser Stelle noch mal unsere Kontonummer:

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

2018-05-07 Schulbildung in Brasilien

Der Sinn einer Patenschaft bei Rette ein Kinderleben e.V. ist nicht zuletzt der, dass Patenkinder durch Bildung eine Chance haben ihrer Armut, in die sie unschuldig hineingeboren wurden, zu entfliehen.

 

In den letzten Jahren hat sich in Brasilien im Bereich Bildung sehr viel zum Besseren entwickelt.

Das Schulsystem wurde seit 1996 entscheidend optimiert. Der Anteil der Analphabeten sinkt stetig.

 

Pre-Escola

Kleinkinder müssen zwingend ab dem 4. Lebensjahr in eine Vorschule gehen.

 

Ensino fundamental

Üblicherweise ab dem 6. Lebensjahr geht man 9 Jahre lang in die Schule, um eine Grundbildung zu erhalten, den Ensino fundamental.

 

Ensino médio

Meist ab dem 15-16 Lebensjahr besucht man für 3 Jahre eine weiterführende Schule um den Ensino médio zu erlangen.

 

Daran anschließend kann man eine sog. ENEM Prüfung machen. Wenn man diese gut besteht, darf man kostenlos studieren.

Besteht man die Prüfung nicht kann man diese wiederholen oder muss, falls man trotzdem studieren möchte, bei einer nicht staatlichen Schule ein Studium selbst bezahlen.

Berufsausbildungen im dualen System, wie bei uns üblich, kennt man in Brasilien natürlich nicht. Möchte man einen qualifizierten Beruf wie z.B. Krankenschwester erlernen, so muss man selbst für diese Ausbildung bezahlen.

 

 

In der Realität gibt es gerade im armen Nordosten von Brasilien viele Einschränkungen bei der Schulbildung.

Oft fehlen qualifizierte Lehrer, Fächer fallen monatelang aus, Streiks der Lehrer dauern mitunter wochenlang.

Im Ort Manaira, wo wir unser Haus 128 betreiben, gibt es derzeit gar keine Schule und dementsprechend keinen Unterricht...

 

Wir von Rette ein Kinderleben e.V. wollen mit unserer Hilfe da ansetzen, wo Hunger und Armut einer guten Schulbildung im Weg stehen.

Wer nichts zu Essen hat und mit Hunger im Bauch zur Schule geht, der wird es deutlich schwerer haben einen guten Schulabschluß zu erlangen.

Und ohne guten Schulabschluß sind die Chancen dem Kreis der Armut zu entkommen leider äußerst gering.

 

Im armen Hinterland leben viele Familien nicht in Städten oder Dörfern, sondern in entlegenen Siedlungen, den sog. Sítios.

Von dort ist es oft ein Fußmarsch von 1-2 Stunden um zur Schule zu kommen.

Daher betreiben wir eigene Kinderheime mit internen Kindern die dort wochentags leben.

Von dort aus ist es nur ein kurzer Weg in die Schule und bei Bedarf gibt es im Heim auch Nachhilfeunterricht.

Nicht zuletzt haben die Patenkinder in unseren Heimen ausreichend zu Essen, haben saubere Betten und auch ganz viel Spaß mit anderen Patenkindern.

An den Wochenenden gehen die Kinder meist zu den Eltern ins Sítio. 

 

2018-03-25 Eindrücke aus dem Nordosten von Brasilien

Nach vielen Monaten war ich im März 2018 wieder in Brasilien unterwegs, um in unseren Heimen nach dem Rechten zu sehen. Hier einige wenige Eindrücke meiner Reise:

Emanuely Luiza aus Olinda-PE hat noch keinen Paten. Ihre Familie ist bitterarm. Einen "Ernährer" gibt es nicht.

Die Mutter muss sehen, wie sie ihre 2 Töchter durchbringt. Hier ein Blick in die Küche der Wohnung, in der die Familie lebt, dahinter die Toilette:

Bei Regen steht die Wohnung unter Wasser. Der Gasherd funktioniert schon lange nicht mehr. Die Gasflaschen sind ohnehin für diese Familie viel zu teuer. (ca. 15€ für rund 4 Wochen) Daher wird vor dem Haus mit Holz auf einer primitiven Kontruktion gekocht. Außer Reis kommt kaum etwas anderes auf den Teller... 


 Etwa 50km entfernt, in Araçoiaba-PE lebt Maria Luiza mit Ihrer Mutter und 2 Geschwistern in sehr armen Verhältnissen. Auch Sie erhält bislang noch keine Hilfe von Rette ein Kinderleben e.V. da wir in dieser Jahrerszeit praktisch keine neuen Paten finden:

Auch das Wohnzimmer der Familie ist sehr einfach eingerichtet:


Ebenfalls in Araçoiaba-PE lebt Elayne Vitoria. Ebenfalls unter einfachsten Bedingungen, ebenfalls ohne Mann im Haus lebt die Mutter mit 6 Kindern in einem einfachen Haus, das zur Hälfte aus Lehm und zur anderen Hälfte aus guter Hoffnung (...dass es nicht zusammenbricht...) besteht. Auch sie hoffen, dass sie eines Tages Hilfe durch Rette ein Kinderleben erhalten können:

 


Rette ein Kinderleben e.V. hat derzeit rund 400 solcher Fälle auf der Warteliste. Ca. 150 davon erhalten als Geschenk, also ohne dass Sie einen Paten haben, einen halben Einkaufscoupon. Dies finanzieren wir durch allgemeine Spenden.

Bitte helfen Sie uns zu helfen.

Wir möchten, dass auch Emanuely Luiza, Maria Luiza und Elayne Vitoria ohne Hunger zur Schule gehen können, um durch Ausbildung eine Chance auf eine bessere Zukunft zu erhalten.

Dauerhaft können Sie diese Kinder durch eine Patenschaft unterstützen.

Aber auch einzelne Spenden helfen diesen Familien. Danke! 

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

2018-03-24 Heim127 - Ansichten

Unser Heim 127 liegt in Santa Cruz a Baixa Verde-PE. Das liegt im Hinterland des Bundesstaates Pernambuco in der steppenähnlichen Region Sertão, die durch ca. 11 monatige Trockenheit gekennzeichnet ist.

Dieses Heim 127 betreut, neben rund 270 externen Kindern, auch in 4 Schlafsälen viele interne Kinder durch 24/7 Rundumbetreuung.

 

Alle Kinder haben einzelne Betten mit einer guten Matratze und einem Mücken/Fliegennetz darüber:

 

Verglichen mit der Situation die diese Kinder in ihrem zu Hause haben, erleben sie bei uns fast schon "Luxus". Nur ca. 5 km vom Heim entfernt besuchte ich in einem "Sítio" eine arme Familie und fand deren Sohn auf dem Sofa schlafend, inmitten dutzender Fliegen, die ihn immer wieder aufweckten.

 

In unseren Heimen mit internen Kindern gibt es täglich 4 Mahlzeiten mit wechselnder Speisekarte, bei der auch die Kinder mitbestimmen, welche Gerichte für sie gekocht werden:

 

Dazu gibt es natürlich viel "Spaß und Spiel". Aber auch Hausaufgabenbetreuung sowie Nachhilfeunterricht bieten wir an.

Das Heim 127 hat u.a. auch ein kleines "Planschbecken", sowie 2 Fernseher für die verschiedenen Altersgruppen:

Wenn Sie sich wirklich jemals fragen sollten, was mit Ihrem Geld passiert:

Diese Kinder müssen sich, Dank Ihrer Hilfe, keine Sorgen mehr um Ihre täglichen Mahlzeiten machen und können ausgeruht zur Schule gehen. Nur so können sie, durch gute Noten in der Schule, die Weichen für eine bessere Zukunft stellen.
Viele, viele Kinder die später studiert hatten und gute Arbeit erlangten bestätigen uns in dieser Arbeit.

 

Rette ein Kinderleben e.V. versucht seit nunmehr 35 Jahren alles erdenkliche, um diese Zukunft Real werden zu lassen.

 

Während die meisten anderen Hilfsorganisationen Geld in sinnlose, oft am Schreibtisch erdachte, Projekte stecken, die nicht selten auch noch "genderneutral und barrierefrei" sein müssen, so packen wir lieber direkt dort an, wo es dringend nötig ist. Dort, wo die Mutter nicht weiß, was sie ihren Kindern am nächsten Tag zu Essen geben soll...

 

Unsere Paten, Förderer und Spender geben uns die Möglichkeit zu helfen und diesen Kindern einen sorgenfreien Weg in eine bessere zukunft zu ermöglichen!

 

Danke für Ihre Spenden!

 


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2018-02-20 Heim 125 - Land unter

Unser Heim 125 in Princesa Isabel im Bundesstaat Paraíba hat, wie alle Bewohner der Region, jahrelang unter der Dürre gelitten. Etwa 11 Monate im Jahr ist nicht mit Regen zu rechnen und in den letzten Jahren war auch im Februar, also im Hochsommer wenn eine Art "Regenzeit" beginnt, kaum ein Tropfen gefallen, so dass die Stadt austrocknete.

Der Weitsicht des damaligen Präsidenten "Lula" ist es zu verdanken, dass, trotz erbitterter Proteste von Umweltschützern, der Bau von 2 Kanälen erfolgte, die Trinkwasser aus dem hunderte Kilomenter entfernten Rio São Francisco in die Sertão, also das Steppenähnliche Hinterland von Pernambuco, Paraíba und anderen Regionen, bringen.RFI2017 05 05 153728

Selbst Princesa Isabel profitiert davon, seit im Sommer 2017 endlich die letzten Wasserleitungsrohre, über ebenfalls hunderte Kilometer von diesem Kanal aus, bis in die Stadt fertig verlegt wurden. Das Weiße am unteren Bildrand ist übrigens kein Schmutz im Wasser sondern es sind Wolken, die sich spiegeln.

 

Und kaum ist die Wasserversorgung wieder relativ sicher, da fängt es in diesem Februar so gewaltig an zu regnen, dass ganze Landstriche unter Wasser standen, weil der ausgetrocknete Boden diese Wassermasse nicht in kurzer Zeit aufnehmen konnte. Die Energie die in diesem Regen steckt reichte auch aus, um diverse Dachziegel in unserem Heim zu zu verschieben. Und so lief literweise Wasser auf die abgehängte Decke unseres Büros, bis diese dann letzendlich stellenweise durchbrach.125nass cr

Der Computer, den das Heim gerade erst im November erhielt: Schrott. Der Scanner: eine Badewanne... Das Telefon sagt nur noch: Blubb Blubb. Diverse Dokumente: Nass und verklebt.

 

Auch im Heim 122 in Jaqueira-PE läuft bei Regen immer wieder Wasser ins Büro und vor allem auch im Wohnbereich in die Betten und die Couch und und und...

Daher hatten ich ohnehin schon einen Test mit einer anderen Dachbedeckung begonnen.

Die üblichen Dachziegel sind extrem einfach. Halbrunde Schalen die wechselseitig über- und untereinander gelegt werden. Dazu von sehr einfacher Qualität. Schimmel setzt sich auch sehr schnell fest.

Auf der Suche nach Alternativen kam ich auf Eternit. In Deutschland damals etwas in Verruf geraten, weil früher Asbest mit dem Zement und den Fasern vermischt wurde. Aber das ist heute nicht mehr so.

In Brasilien nennt man dies alles "Brasilit".

 

Als Testobjekt hatte ich schon vor 3 Wochen einen kleinen "Galpão" im Heim 125 ausgesucht. Das ist so ein überdachter kleiner Platz, unter dem die Kinder Ping-Pong, Tischfußball u.ä spielen. Auf dem Bild hinter den Mädchen zu sehen, die gerade eine kleine Theateraufführung üben. Da waren die Ziegel auch schon extrem angegriffen und mussten entfernt werden, bevor sie jemandem auf den Kopf fallen.125galpao crBrasilit (Eternit) sieht vielleicht nicht ganz so "schön" aus, aber es scheint eine kostengünstige und vor allem wirksame Lösung gegen die tropfenden Decken zu sein.

Ich werde dies in einigen Wochen vor Ort ansehen und mir die Erfahrungen der Heimleiterin berichten lassen. Eventuell wird dann auch ihr Büro und das Heim 122 je eine neue Abdeckung mit Brasilit erhalten.

 

Leider ist die Sonderspendenlage im Frühjahr extrem "ruhig", so dass es Monate dauern wird bis etwas Geld übrig ist und auch dies in Angriff genommen werden kann. Eine Sonderspende von Ihnen würde natürlich sehr dabei helfen, dies zeitnah durchzuzführen.

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

Danke!

 

 

 

 

 

 

2017-12-22 Glückliche Kinder zu Weihnachten

Auch in diesem Jahr haben unsere Mitarbeiterinnen in Brasilien unmögliches möglich gemacht, damit Ihre Weihnachtsspenden noch rechtzeitig ankommen. Zunächst hatten die Heime, wie an jedem Monatsanfang, die "Donativo-Liste" (Spendenliste) erhalten, in der alle Spenden aufgelistet waren, die im Vormonat (in diesem Fall November) bei uns eingegangen sind.

Aber wegen der vielen Sonderspenden zu Weihnachten bekamen die Heime eine zusätzliche Liste 2017-13, in der alle Spenden aufgelistet waren, die noch bis Mitte Dezember bei uns eintrafen.

Hier ein Bespiel aus dem Heim101 in Triunfo-PE, wie eine solche (ReK-interne) Liste aussieht:entfernt

 

Da alle unsere Heime, wie auch unser Büro in Limburg, über die Microsoft Cloud "OneDrive" miteinander verbunden sind, können wir heute innerhalb von Sekunden Informationen wie solche Listen transferieren. Noch bis Ende 2014 musste das per Briefpost verschickt werden, was jeweils mehrere Wochen gedauert hat.

 

Während eine Donativo-Liste z.B. im Februar, meist nur 5-10 Einträge hat, so kamen nun pro Heim Listen mit jeweils dutzenden von Einträgen in Brasilien an. Das bedeutete in der Praxis: In dem ohnehin schon "kurzen" Monat Dezember (1. bis 22.12.) musste nun zusätzlich eine große Menge von Familien benachrichtigt werden, die Spenden ausgegeben werden, die Spenden per Foto dokumentiert werden usw.

Zusätzlich haben die Mitarbeiterinnen von Rette ein Kinderleben e.V. die ebenfalls enormen Mengen an "Patenpost" überbracht.

 

Das alles hat wieder sehr gut funktioniert und praktisch alle Heime haben zurückgemeldet, dass sie sämtliche Donativos augeben konnten.

Insbesondere bei Spenden an EX-Patenkinder, die teilweise schon seit über 10 Jahren nicht mehr vom Paten und über das Heim versorgt werden, ist es manchmal nur über "5 Ecken" möglich einen Kontakt herzustellen.

 

Was kann es schöneres geben, als zu Weihnachten in die Gesichter von glücklichen Kindern zu sehen.ReK127 2017 12 19 142911

Danke dass Sie Ihre Patenkinder unterstützen. Danke für Ihre Sonderspenden!

 

P.S.

Spenden die uns nach dem 15.12. erreichten werden ab Januar ausgegeben.

Die Dankesbriefe für die Spenden werden ebenfalls erst ab Januar geschrieben, da die Heime nun erstmal "Weihnachtsferien" haben. Alle Schulen haben bis Ende Januar große Ferien und die Kinder sind nun bei Ihren Familien.

2017-12-12 Heim 125 - Weihnachtsüberraschung für die CSA Familien

Jeden Tag kommen Familien in unsere Heime und Stützpunkte und fragen nach Hilfe durch Rette ein Kinderleben e.V.

Wir registrieren diese Familien, machen Fotos und hoffen eines Tages auch für Sie einen Paten zu finden.

Die Kinder dieser Familien werden bei uns "CSA" genannt - "Criança sem ajuda" - Kind ohne Hilfe

Je nach Eingang von allgemeinen Spenden an den Verein können wir einigen dieser Familien zumindest einen halben Einkaufscoupon geben.

So erhielten im letzten Jahr von über 400 wartenden Familien knapp 180 regelmäßig einen solchen halben Coupon. (Projekt CSP - Siehe weiter unten)

Die anderen gehen leider noch leer aus.

Zum Weihnachtsfest 2017 erhalten nun alle registrierten CSA Familien von uns ein besonderes Weihnachtsgeschenk:

Einen einmaligen Einkaufscoupon in Höhe von R$100 (derzeit rund 25€) Das ist natürlich weniger, als Patenkinder erhalten, aber es lag uns besonders am Herzen, dass auch diese Kinder zu Weihnachten einmal ausreichend Essen zu Hause haben.

Hier links im Bild die Heimleiterin Sra. Aparecida zusammen mit CSA Familien in der Stadt Princesa Isabel-PB.ReK125 2017 12 12 083918Bei der Couponausgabe muss natürlich der Empfang des Geschenks quittiert werden, denn unsere Kassenbücher werden regelmäßig vom Finanzamt überprüft. Da muss immer alles stimmen.ReK125 2017 12 12 085732

Mit dem Coupon gehen die Familien dann in einen von uns ausgesuchten Supermarkt, der die nötigen Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge auf Lager hat: Reis, Bohnen, Mehl, Zucker usw. Und für die Kinder gab es jeweils auch noch ein paar Kekse.ReK125 2017 12 12 092434

Eine solche, außerordentliche Hilfsaktion können wir nur ganz selten durchführen. Dazu benötigen wir allgemeine Spenden an den Verein. Bitte bedenken Sie immer: Hinter jeder Spende steht ein Kind, das davon zu Essen erhält! 

 

Unser Spendenkonto: IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC HELA DE F1 LIM

 

Danke!

2017-12-04 Sonderspende zu Weihnachten

Wie schon vor 2 Monaten an dieser Stelle angekündigt: Es ist es ist allerhöchste Zeit an Ihre Sonderspenden zum Weihnachtsfest zu denken!

Natürlich ist niemand gezwungen extra etwas zu spenden, aber die allermeisten Paten möchten Ihren Patenkindern gerne etwas besonderes zum Fest zukommen lassen.

Schieben Sie es bitte nicht zu lange auf, denn nun wird es zeitlich langsam knapp.

 

Alle Sonderspenden, die bis Ende November bei uns eingegangen sind, haben wir bereits nach Brasilien gemeldet. Diese kommen sicher noch vor dem Fest an.

 

Für Spenden die uns bis zum 15.12.2017 ereichen werden wir eine 2. Liste nach Brasilien schicken.

Besonders schnell funktioniert natürlich die Spendenmöglichkeit über unsere Webseite. So erhalten wir im selbem Moment, in dem Sie Ihre Spende abschicken, schon die Ankündigung darüber und können diesen Betrag sofort auf die Transferliste setzen.

 

Spenden die uns erst ab der 2. Dezemberhälfte erreichen können erst im Januar übergeben werden.

Unser Spendenkonto: DE85 5115 0018 0000 0007 78

 

Wie Sie sicher aus Erfahrung wissen, wird bei uns jede Sonderspende per Brief und Foto bestätigt.

So können Sie immer nachvollziehen, was von Ihrer Spende gekauft wurde.ReK127 2017 02 09 144640 DE137 FP cr

An diesem Tag Anfang des Jahres 2017 war ich zufällig gerade im Heim 127, als Jessica (80102) Ihre von der Sonderspende gekauften Dinge zum Fotografieren auslegte. Als "Fotobombe" habe ich mich einfach mal aus Spaß daneben gesetzt.

 

Ein frohes Fest, Gesundheit und ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen

 

Ralf Fitzner

1. Vorsitzender

Rette ein Kinderleben e.V.

 

 

2017-11-21 Heim 102 - Müll einsammeln und Badetag

Die Heimleiterin Elizabete des Hauses 102 in Igaci im Bundesstaat Alagoas ging mit einigen Patenkindern zum Müll sammeln an einen der in der Nähe der Stadt liegenden Seen.ReK102 2017 11 06 081735

Ich sage immer aus Spaß, "in Brasilien ist die Schwerkraft viel größer als in Europa", denn dem Durchschnittsbrasilianer fällt sein Müll immer gleich an Ort und Stelle aus der Hand. Es muss zu schwer sein seinen Müll in einen Mülleimer zu werfen...

Während man in Deutschland wiederverwendbare Plastiktüten im Supermarkt abschafft, wird in Brasilien alles, aber auch wirklich alles in kleinste, dünne Plastiktütchen eingepakt, die anschließend "vom Winde verweht" die Landschaft verschandeln. Oder der Müll fließt über offene, stinkende Abwasserkanäle durch die Stadt ins Meer. Das sieht dann so aus:

Das Dunkle ist übrigens die Hinterlassenschaft von Millionen von Haushalten. Es gibt keine Kläranlagen. Alle Toiletten- und sonstige Abwässer fliessen direkt ins Meer. Man badet praktisch in seiner eigenen Sch...

Daher kann man die Aktion des Heimes 102 nur begrüssen.

Auch für unseren, vor einem halben Jahr angeschafften, Wachhund des Heimes war es ein besonderer Tag: Er durfte endlich mal baden:

2017-11- 20 In eigener Sache - Neue Administration in Brasilien

Manchmal erhalten Paten einen Brief von unserem Büro in Limburg der berichtet, dass ihr Patenkind mitsamt der Familie aus der Region unserer Heime weg gezogen ist . Oftmals versuchen die Familien in São Paulo ein neues Leben aufzubauen.

 

Nun hat es auch uns selbst so getroffen, denn unsere Maria das Graças (genannt "Jaidete") will nun ebenfalls in São Paulo ein anderes Leben aufbauen.

Ihr Mann arbeitet dort bereits einige Zeit und so hat sie zum Ende des Jahres gekündigt, um mit Sohn, Tochter und dann auch wieder mit dem Ehemann ein neues, gemeinsames Familienleben zu starten.

Jaidete (in Gelb) bei einem Besuch des Heimes 127 in Santa Cruz da BaixaVerde-PE imOktober 2017

 

Jaidete arbeitete seit vielen Jahren als Administratorin für alle Heime in Brasilien. Sie kümmerte sich um die Arbeitsverträge, die Gehälter, die Urlaubstage, bezahlte die Strom-,Telefon- und Wasserrechnungen aller Heime sowie die Supermärkte in denen die Mütter einkaufen und nicht zuletzt war sie in Brasilien damit betraut bei der Banco do Brasil die aus Deutschland geschickten Spendengelder umzutauschen. Viele Stunden verbrachte sie auch wartend in diversen Cartórios (Notariaten) um Dokumente zu registrieren.

Jaidete hat ein kleines Notizbuch das Gold wert ist, denn darin befinden sich alle wichtigen Kontakte und Telefonnummern, vom Pedreiro (Maurer) bis hin zu Steuerberater und Anwalt. Mit diesem Buch machte Sie unmögliches möglich.

Herzlichen Dank Jaidete für viele Jahre wunderbar funktionierende Zusammenarbeit und von Herzen alles Gute!

 

Ab Dezember übernimmt nun unsere neue Administratorin die Aufgaben von Jaidete: Sra. Taís.

 Taís bei der Vorbereitung einer Versammlung mit den Jugendlichen Patenkindern des Heimes 110

 

Taís ist seit mehreren Jahren die Heimleiterin des Hauses in Olinda-PE. Sie hatte bereits einige Wochen parallel mit Jaidete zusammengearbeitet, denn ich wollte schon vor einigen Monaten eine Urlaubsvertretung aufbauen.

Taís wurde wegen ihrer intelligenten und zuverlässigen Arbeitsweise schon im Alter von 20 Jahren die Leiterin des Hauses in Olinda. Nun wird sie mit 25 die große Verantwortung der Administração übernehmen.

Viel Glück und alles Gute, Sra. Taís.

2017-11-12 verschiedenen Heime - Thema Zähne

Nach einem Auftritt unserer "Banda" bekam ich im September auch vom beteiligten Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE viele Fotos. Mir fiel beim Betrachten auf, dass Maria de Lourdes, 14 Jahre alt, immer nur mit geschlossenem Mund lächelte. Nur auf einem einzigen Bild zeigt Sie ihre Zähne. Da sah ich, sie hat vorne schief nach innen stehende Schneidezähne mit einer deutlich sichtbaren Lücke dazwischen. Ich dachte mir, dass ist für ein junges Mädchen bestimmt nicht angenehm und organisierte die nötigen finanziellen Mittel, um ihr eine korrigierende Spange zu ermöglichen.

Tja, und dann kam der Schock: Es mussten praktisch sofort 8 Zähne gezogen werden, die nicht mehr zu retten gewesen sind. Total verfault. Das Mädchen hatte seit Monaten, wenn nicht Jahren Zahnschmerzen. Auch der restliche Zahnstatus zeigte kein erfreuliches Bild. Die Zahnärzte versuchen nun zu retten, was noch zu retten ist. Die Kosten liegen sicher über 1000€...

Wie kann das sein? Die Mitarbeiterinnen von Rette ein Kinderleben e.V. überprüfen grundsätzlich bei Hausbesuchen, ob Zahnbürsten und Zahnpasta vorhanden sind. Dies wird schon seit über 20 Jahren so gehandhabt. Aber sie haben natürlich keine Möglichkeit zu überprüfen, ob diese auch wirklich benutzt werden.

Beim Besuch eines Paten aus Berlin im November 2017 besuchten wir sein Patenkind in Araçoiaba (Heim 112) und machten viele Fotos der Familie. Auf einem Foto lächelte dann auch die Mutter des Kindes:

Ich habe nun angeordnet, dass die Aufklärung über Zähne und Zähneputzen intensiviert wird. In unseren Heimen mit internen Kindern gab es mittlerweile Besuche von Zahnärzten, die den Kindern erneut Wissen vermittelt haben, gezeigt haben, was passieren kann, wenn man die Zähne nicht richtig putzt und jedem einzelnen Kind individuell nochmal erklärt haben, wie Zahnpflege funktioniert.

Bei allen kommenden Versammlungen der Mütter, die Ihren monatlichen Einkaufscoupom abholen, wird dieses Thema nun erneut angesprochen. In Zusammenarbeit mit den Supermärkten, in denen die Mütter regelmäßig einkaufen, wurden Zahnbürsten und Zahnpasta für jede Familie und jedes ihrer Mitglieder organisiert.

Maria de Lourdes war ein Weckruf, um erneut das Thema Zahnpflege aufzugreifen. Ich möchte betonen, dass der überwiegende Teil der Kinder gute, gepflegte Zähne hat. In unseren Heimen mit internen Kindern wird von den Mitarbeiterinnen streng darauf geachtet, dass sich jedes Kind regelmäßig die Zähne putzt. Dieses Bewustsein wollte ich auch in den Familien stärken, in denen die Kinder vielleicht von den Eltern her nicht so oft an das Putzen erinnert werden, damit wir nie wieder einem 14 jährigen Mädchen, das bald ihren ersten Freund küssen möchte, 8 Zähne ziehen lassen müssen.

 

Auch die 6jährige Tainara bekam ihr neues Zahnpflegeset. Leider hatte Tainara aber Ende Oktober ihren Paten verloren. Sie hofft, dass sie bald wieder Hilfe von Rette ein Kinderleben und damit regelmäßiges Essen zu Hause bekommen kann.

2017-10-10 Administration und Heim101 - Hausputz

Ab und zu muss man mal vor der eigenen Haustür kehren. In unserem Fall war die Aussenansicht unserer Zentrale in Jaboatão dos Guararapes-PE ein wenig "pflegebedürftig".

Die Farbe der Mauer musste mal wieder aufgefrischt werden. Die starke Sonne hatte hier ganze Arbeit geleistet. Da Bauwerke im Nordosten von Brasilien aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch immer wieder gerne anfangen "untenherum" zu schimmeln haben wir diesmal einen kleinen "Fuß" unten an der Mauer angebracht.

Nachdem die Seite links neben dem Eingangstor fast fertig war kam die goldene Sonne hervor und so sieht es nun deutlich schöner aus als zuvor:

Unser Bürohaus hinter der Mauer muss noch eine Weile auf einen neuen Anstrich warten. Jetzt wird von uns aber noch das wild wachsende "Grünzeug" an der Bordsteinkante entfernt.

 

Eine ganz andere Art von Hausputz findet derzeit in unserem Heim 101 in Triunfo-PE statt. Nachdem wir Ende 2015 das Haus ja verlassen mussten, weil es Risse in Decken und Wänden gab, wurde im Rahmen der Restaurierung 2016 eine Betondecke gegossen um eine weitere, 2. Etage zu erhalten. Dies alles stand dort nun über 1 Jahr im Rohbau, da uns nicht genug Sonderspenden zur Verfügung standen, die wir für unsere Infrastruktur verwenden konnten. Nun gab es immer wieder Vögel, Katzen und alles mögliche mit mehr als 4 Beinen dort oben. Um diese ungebetenen Gäste fern zu halten haben wir nun zumindest Fenster eingesetzt und auch gleich die Wand verputzt. In Kürze wird diese Seite hellgrün gestrichen.  

Man beachte die "schwebende" Konstruktion, auf der der Pedreiro (Bauarbeiter) steht.

Einige Tage später sah es schon richtig schön aus:

2017-10-03 Weihnachtsspende

Als ich Ende September bei ALDI einkaufen war konnte ich es kaum fassen: Alle Mandelspekulatius waren schon ausverkauft. Und das 3 Monate vor Weihnachten.

Hätte ich bloß früher daran gedacht welche zu kaufen…

So oder ähnlich geht es vielen Paten, die Ihren Patenkindern zu Weihnachten ein kleines Geschenk in Form einer Sonderspende machen möchten. Plötzlich ist Silvester und man hatte vollkommen vergessen an die Sonderspende zu denken.

 

Daher hier eine wichtige Information:

 

Sonderspenden, die das Patenkind noch zu Weihnachten erreichen sollen, müssen bis ENDE NOVEMBER bei uns eingegangen sein.

 

Wer also erst im Dezember daran denkt zu spenden muss damit leben, dass dieses Sonderspende frühestens im Januar weitergegeben werden kann.
Das liegt daran, dass der Geldumtausch in Brasilien in aller Regel 2-3 Wochen dauert.


Auf unserer Webseite gibt es die Möglichkeit online zu spenden.
Bitte möglichst immer die Spender- oder die Kindernummer mit angeben.

 

Danke!

2017-09-21 Heim 112 - CSP Keylla Thaisa

Ich möchte hier am Beispiel der kleinen, 7 Monate alten Keylla Thaisa aufzeigen, wie Rette ein Kinderleben e.V. im Rahmen unseres Projektes CSP auch Familien hilft, für die wir keinen Paten finden.

 

Vor einigen Wochen kam die auch noch sehr junge und verzweifelte Mutter mit der kleinen Keylla Thaisa zu unserem Heim 112 in Araçoiaba-PE und bat um Hilfe.

Die Mutter lebt mit dem Kind allein, der Vater des Kindes hat sich aus dem Staub gemacht. 

Die Wohnung sieht ausgesprochen aufgeräumt aus. Ein lobenswertes Beispiel. Die ganze Hütte besteht aber leider nur aus Holz, Lehm und einer gewagten Konstruktion, die sich Dach nennt.

Die Mutter hat kein eigenes Einkommen. Welche Chance hat die kleine Keylla Thaisa. Natürlich kann man lange über Verhütung, Verantwortungsbewustsein u.ä. diskutieren. Aber davon wird Keylla Thaisa nicht satt. Da ist sie und möchte auch gerne spielen und später in die Schule gehen.

So sieht übrigens die Toilette der Familie aus:

Das hier ist das Badezimmer:

Die Nachbarn haben es besser. Die Wohnen in gemauerten Häusern. Die müssen sich auch keine Sorgen machen, dass Nachts die Raubwanze "Triatoma infestans" aus dem Lehm der Wände kriecht und die lebensgefährliche Chagas-Krankheit überträgt.

Aber Keylla Thaisa und Ihre Mutter haben kein Geld für Ziegelsteine und schon gar nicht für einen "Pedreiro" (Bauarbeiter).

Keylla Thaisa bekommt von Rette ein Kinderleben e.V. einen halben Einkaufscoupon für Lebensmittel geschenkt.

Sie ist ein CSP, ein "Criança sem Padrinho", ein Kind ohne Paten. Wir finanzieren solche Hilfe durch allgemeine Spenden an unseren Verein.

Das Projekt CSP läuft nun schon gut 2 Jahre und wir helfen auf diese Weise rund 180 Familien. Die Spendenlage ist jahreszeitlich gesehen sehr unterschiedlich. Fast hätten wir diesen 180 Familien schon sagen müssen, dass wir ihnen nichts mehr geben können, dass Sie bald nichts mehr zu Essen haben. Einem Benefizkonzert der Firma Betten Günther und einer Erbschaft, die Rette ein Kinderleben e.V. in diesem Jahr erhielt, ist es zu verdanken, dass dieses Projekt noch einige Wochen aufrecht erhalten werden kann.

 

Mit einem eigenen, persönlichen Paten hingegen würde sich die Situation von Keylla Thaisa natürlich immens verbessern. Sie würde dann einen ganzen Einkaufscoupon erhalten und erfahrungsgemäß spendet der Pate ab und zu ein wenig Extra in Form einer Sonderspende, was man direkt zur Verbesserung der Wohnsituation verwenden würde.

 

Auf unserer Webseite kann man Pate werden oder auch nur einen einmaligen Betrag spenden. Beides hilft uns weiter kleinen, notleidenden Kindern wie Keylla Thaisa eine Zukunft ohne Hunger zu ermöglichen.

 

Bitte helfen Sie uns!

 

P.S.
Auch wenn Keylla Thaisa bald einen Paten finden sollte, so werde ich dieses Beispiel unverändert hier weiter zeigen, da es exemplarisch für all die Kinder steht, die auf Hilfe von uns hoffen. Genauer gesagt: Neben den 180 CSP stehen noch 260 registrierte Kinder ohne jegliche Hilfe auf unserer Warteliste...

2017-09-10 In eigener Sache - Wir trauern um Norbert Storch

Plötzlich und unerwartet verstarb am 10.09.2017 im Alter von 69 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit unser langjähriger 2. Vorsitzender, Herr Norbert Storch.

Norbert Storch war Mitgründer von Rette ein Kinderleben e.V. und sein halbes Leben lang dessen 2. Vorsitzender.

 

In seinem Heimatort Charlottenberg war er sowohl im Sportverein, der feiwilligen Feuerwehr wie auch im Ortsbeirat vertreten. Erst vor kurzem wurde er vom Landrat für seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten geehrt. Wie sehr sich Norbert für Andere einsetzte sieht man auch daran, dass er über 50 mal Blut spendete.

 

Zuletzt besuchte er Brasilien im Jahr 2014. Erst vor 2 Wochen, bei der Jahresmitgliederversammlung, sprachen wir noch über seine nächste Reise, die für den November 2017 schon gebucht war.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Ein kurzer Krankenhausaufenthalt und innerhalb weniger Tage verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide.

 

Der Vorstand, die Mitglieder und Mitarbeiter von Rette ein Kinderleben werden seiner besonderen und freundlichen Art in würdevoller Erinnerung gedenken.

 

Die Beisetzung der Urne fand am 16.09.2017 unter großer Anteilnahme auf dem Dorffriedhof von Charlottenberg statt.

 

Nachtrag:

Unsere Zentrale im Nordosten von Brasilien in der Stadt Jaboatão dos Guararapes-PE wurde nun umbenannt in "Casa Norbert".

 

2017-09-04 Heime 101, 126 und 127 - Heimlich, still und LAUT: Banda Fanfarra

Im Frühjahr 2016 hatten wir im Raum Triunfo heimlich, still und leise ein Projekt gestartet, damit Patenkinder ein neues und zusätzliches Freizeitangebot erhalten. Seit Jahren schon lag mir die Heimleiterin Sandra in den Ohren, dass wir eine "Banda Fanfarra", eine Musikgruppe bräuchten. Und ich antwortete stets, dass wir dafür kein Geld übrig hätten.

Nun gibt es immer wieder mal besondere Spendenanlässe wie Geburtstage, Todesfälle, ein Benefizkonzert, eine Firmentombola u.a. bei denen unerwartetes Geld in die Kasse kommt. Nachdem ein Großteil dieses Geldes für unser Projekt "CSP - Crianças Sem Padrinho" (*) verwendet wird, bleibt anschließend auch meist ein wenig übrig, um Musik zu machen. Über die Monate wurden mehrere Trommeln und Rhythmusinstrumente angeschafft. Im Sommer 2016 hatten wir schon diesen Stand erreicht:

Die Kinder lernten was Takt und Rhythmus bedeutet und fingen nach einigen Monaten auch an in Formation zu marschieren. Rechts im Bild der "Professor", dessen Gehalt die Stadt Triunfo für uns übernommen hat.

Während dies hier Kinder der Heime 101 und 126 au Triunfo sind hatte ich gewünscht, dass auch die Kinder aus dem ca. 7km entfernt liegenden Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PB mit beteiligt werden.

 

Der "Professor" (was im Deutschen schlicht: Lehrer bedeutet) hatte für 127 die Idee, dort die Blasinstrumente anzusiedeln. Und bevor jemand auch nur von Trompete oder Tuba träumen konnte, musste zunächst auch hier ein Gefühl für Musik und gemeinsames Spielen geschaffen werden... mit Blockflöten:

Nach vielen Wochen konnten dann erstmals beide Gruppen aus 3 Heimen zusammen die Proben aufnehmen. Die Blockflöten dienen, wie gesagt, nur dem Einstieg in die Materie.

 

Nun fehlte leider noch etwas sehr wichtiges für die Kinder, fast noch wichtiger als die Instrumente: Die "Fardas" (Uniformen)

Diesmal habe ich den Heimen absolut freie Hand bei der Gestaltung gelassen, denn eine Banda Fanfarra ist ja schließlich etwas ziemlich typisch Brasilianisches.

So sehen die neuen Uniformen nun aus:

Schwarz, Rot, Gold. Ich werde mich auch weiterhin nicht einmischen, denn die Kinder haben in einem langen, demokratischen Prozess darüber diskutiert und abgestimmt...auch wenn diese zitronengelbe Hose etwas ins Auge sticht...

Diesmal stammte das erforderliche Geld aus einer Erbschaft. Es reichte aber bislang noch nicht für die Blasinstrumente

Die Kinder würden sich sehr freuen , wenn Sie eine Sonderspende zum Thema "Banda Fanfarra" schicken würden. Über unseren Menüpunt "Direkt Spenden" geht das übrigens ganz schnell...

 

Am 07.09., dem "Dia de Independência" (Unabhängigkeitstag) feiert ganz Brasilien. In diesem Jahr hatte unsere neue Banda Fanfarra ihren ersten offiziellen Auftritt. Hier einige Eindrücke aus Triunfo:

Die Aufstellung vor unserem Heim 101 "Casa Margot und Theo Menzner" in Triunfo im Bundesstaat Pernambuco.

Anschließend ging es Richtung Stadtzentrum.

Leider begann es mittendrin heftig zu regnen.

35 Jahre ReK in Brasilien ist noch ein bisschen Voreilig. Aber im nächsten Jahr will man dieses Banner ja auch noch benutzen.

Vor dem Theater der Stadt begann dann die Aufführung unter Anteilnahme vieler Zuschauer. Die Heimleiterin Sandra berichtet, dass Anschließend viele Zugaben gefordert wurden und viele andere Mädchen auch gerne bei unserer Banda mitmachen würden.

Und: Die Kinder wollten die Uniformen gar nicht mehr ausziehen...

 


 

(*) Erklärung CSP:

Viele Familien fragen jede Woche an den Türen unserer Heime, ob auch sie Hilfe aus Deutschland erhalten können. Leider haben wir nicht genügend neue Paten für alle diese hilfesuchenden Familien.

Daher habe ich vor über 2 Jahren das Projekt CSP gegründet, bei dem auch Kinder ohne einen Paten durch die allgemeinen Spenden an Rette ein Kinderleben e.V. Hilfe erhalten können.

Diese CSP Familien erhalten allerdings nur einen halben Einkaufscoupon, der aber immer noch besser als Hunger ist.

Derzeit unterstützen wir 180 CSP Familien aus dem Topf der Sonderspenden. Weitere 250 Familien, die bei uns schon mit Foto registriert sind, können wir leider noch nicht unterstützen, da die Sonderspenden leider nicht dafür reichen würden.

2017-09-05 Heim102 - Neuer Versammlungsort fast fertig

Nach dem Brandanschlag auf unser Heim 102 in Igaci-AL vor einigen Monaten hatten wir einiges zu renovieren. Natürlich wurde die Mauer zum Nachbargrundstück, über die damals der Täter kletterte, deutlich erhöht. Außerdem wurde der ehemalige "Galpão" (ein überdachter Teil mit Stützen an den Ecken) nicht wieder aufgebaut, sondern durch eine andere, schräge Dachkonstruktion spürbar vergrößert.

Hier das derzeitige Zwischenergebnis:

Rechts die ehemals nur ca. 2m hohe Mauer. Kacheln in den deutschen Farben an den Wänden und darüber eine hellgrüne Innenfarbe. Praktisch die gleiche Variante wie schon im Heim 122. Oben haben wir nun 7 große LED Lampen angebracht. Lediglich der Fußboden muss noch warten, denn erst wenn wieder ausreichend Geld "übrig" ist,können wir auch da neue Fliesen verlegen.

Die Mütter, die in diesem Raum ihre monatlichen Einkaufscoupons erhalten sind jedenfalls begeistert von der neuen Gestaltung.

Und auch die Kinder freuen sich, während sie hier zusammen mit der Assistentin Edneide Nachhilfeunterricht in Mathematik haben.

2017-09-01 Heim 125 - Wand, Palme und Portrait

Im Heim 125 in Princesa Isabel im Bundesstaat Paraíba war es nötig die hintere Seite des Heimes ein wenig zu verändern.

Zum Einen hatte das Heim ein bislang in Recife beheimatetes Auto von Rette ein Kinderleben e.V. "geerbt". Das sollte nicht ungeschützt auf der Straße parken, sondern die seit Jahrzehnten ungenutzte Einfahrt an der Rückseite des Heimes nutzen.

Dieses Auto war schon "gut gebraucht" als wir es damals kauften. Es wird aber vor Ort dringend benötigt, weil das Heim einen Umkreis von rund 100km betreut und die Fahrt mit "öffentlichen" Verkehrsmitteln teilweise Stunden dauert und auch Übernachtungen in anderen Orten nötig machte.

Zum Anderen werden in allen Heimen die schützenden Mauern erhöht. Während die Vorderseite schon einige Monate fertig und schön ist, tristete die andere Ecke des Heimes einen Dornrößchenschlaf.

Nun gab es aber ein im wahrsten Sinne des Wortes großes Problem: Eine wunderschöne Palme. Diese Palme sieht exakt so aus, wie man sich eine Palme eben vorstellt. Leider kommt zu dieser Schönheit auch die Gefahr: Kokosnüsse. Das ist praktisch "Munition", die das geparkte Auto erheblich beschädigen könnte.

Natürlich hätte man diese Palme entfernen können. Aber, und ich bitte um Entschuldigung, diese Palme ist einfach zu schön um sie herauszureißen.

Also wurde mit der Heimleitung besprochen, die Einfahrt auf die andere Seite der Mauer zu verlegen.Ein paar kräftige Hände und schon sah es so aus. Mauer erhöht, alte Zugänge verschlossen und eine neue Einfahrt auf der linken Seite.

Wie sollte diese neue Wand nun gestrichen werden. Seit einigen Monaten haben wir mit den Mitarbeitern in Brasilien zusammen definiert, dass Außenmauern Dunkelblau gestrichen werden, während es in den Heimen eher Hellgrün sein soll. Dazu kommt jeweils der dezente Hinweis, dass wir eine deutsche Hilfsorganisation sind in Form der Farben der deutschen Flagge.

Außerdem wollte ich gerne, dass man auch weiß wer "Princesa Isabel" eigentlich war. Zum Einen war sie 3 Mal die brasilianische Königin, bis nach ihr die Monarchie in Brasilien endete.

Zum Anderen hatte sie 2 sehr wichtige Gesetze erlassen, wie auch das zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien. Darauf sollte Bezug genommen werden.

Leider hatte der Airbrush-Künstler zu der Zeit eine persönliche Krise und kam mehrfach nicht, um die Mauer zu bemalen. Und als er dann kam um die vereinbarten Portraits der Princesa Isabel zu malen, war das Ergebnis leider absolut nicht sehenswert. Mein erster Gedanke war: Wer ist denn dieser Mann auf dem Bild. Eine Ähnlichkeit mit den in Wikipedia veröffentlichten Bildern war praktisch nicht vorhanden. Daraufhin haben wir einen anderen Maler gebeten, die Portraits mit den Wappen der Stadt und des Bundesstaates zu übermalen:Die Mauer, und damit die Sicherheit, ist erhöht, das Auto kann nun wunderbar hinter dem elektrischen Schiebetor parken und die Palme kann ungestört weiter mit schweren und harten Kokosnüssen um sich werfen...

2017-05-21 Heim 122 - Frisch gestrichen

In unserem Heim 122 in Jaqueira-PE wurde in den letzten Wochen die innere Mauer mit Kacheln verkleidet und neu gestrichen.

Die Kinder freuen sich, dass es dort nun so schön aussieht: Leider mussten die Arbeiten über viele Wochen "gestreckt" werden, da die Sonderspendenlage im Frühjahr sehr "ruhig" ist. Nun ist das Werk aber vollbracht.

 

Jetzt müssen nur die Mitarbeiterinnen noch ein wenig warten, bis wieder genug Spenden zusammen kommen, um auch ihr schimmelndes Wohnhaus zu reparieren. Man erkennt auf dem Bild noch links wo das Hochwasser 2010 stand... Bis über die Fensterunterkante...  Für die Renovierung dieser Hauswände erbitten wir höflichst Ihre Spenden.

2017-04-04 Heim102 - Oben ohne

Derzeit sieht es in unserem Heim 102 in Igaci-AL etwas ungewohnt aus:

Nach einem Brandanschlag vor einigen Tagen mussten wir das Dach des Versammlungsplatzes, wo die Mütter üblicherweise ihre monatlichen Einkaufscoupons erhalten, komplett abreissen.

Jemand war mitten in der Nacht über eine Mauer geklettert, hatte die Tür, die oben im Bild nur noch zu erahnen ist, aufgebrochen, einen Stuhl an einen Schrank gestellt und darauf Feuer gelegt. Das Feuer griff auf das Dach über.

Nur dem Hund des Nachbarn ist zu verdanken, dass jemand das Feuer des am Wochenende leer stehenden Hauses bemerkte. 5 Nachbarn löschten den Brand dann, in dem sie aus Ihren Häusern Wassereimer schleppten. Eine Feuerwehr gibt es vor Ort natürlich nicht...

Als erste Maßnahme haben wir, wie schon in anderen Häusern, die Mauer erhöht.

Diese Sicherheitsmaßnahme ist aufgrund der gestiegenen Gewalt im Nordosten von Brasilien dringend nötig. In den Häusern 103, 109, 122 und 125 sind die Mauern nun schon ca. 3m hoch gewachsen. In den Häusern 112, 126 und jetzt eben 102 waren die Erhöhungen schon für die nächsten Wochen geplant.

Feuerlöscher hatten wir vor Monaten schon für die Heime im Großraum Recife gekauft. Jetzt haben auch alle anderen Heime zwischen 2 und 4 Feuerlöscher erhalten.

Bester Schutz gegen Einbrecher sind eigentlich Hunde, die Nachts frei auf dem Gelände laufen können. 2 davon hatten wir im Heim 109. Die wurden beide vergiftet... Das war eigentlich der Auslöser, für die höheren Mauern... Nun also auch noch als Brandschutz...

2017-03-30 Heim 126 - Über unser Heim

Unser Heim 126 ist benannt nach Katja Barth, die diese Welt leider viel zu früh verlassen musste. Ihre Eltern spendeten Rette ein Kinderleben e.V. das Haus, welches im Gedenken an ihre Tochter "Casa Katja" heißt.

Im Heim 126 werden Mädchen betreut und versorgt, die weit entfernt von der nächsten Schule wohnen. Statt dass Sie täglich einen stundenlangen Fußmarsch bewältigen müssen, können Sie so ausgeruht von unserem Heim  zur Schule gehen.

Im Laufe des letzten Jahres wurden in mehreren Etappen alle Matratzen gegen Neue ausgetauscht. Auch 3 neue Ventilatoren gab es für die Schlafsäle.

Alle Fenster haben Mückenschutzgitter erhalten. Nicht zu vergessen: Das Heim bekam auch eine Waschmaschine, eine Musikanlage und einen 32" Fernseher mit digitaler Satellitenanlage!

 

Nachmittags stehen die Hausaufgaben auf dem Programm. Im Einzelfall leistet unsere Assistentin Maria do Carmo auch Nachhilfeunterricht.

Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz:

Für das leibliche Wohl sorgt unsere Köchin Nildete. Seit kurzem zusätzlich mit neuem Grill und Mikrowelle.

2017-02-23 Heim 109 - Einmalige "ENEM"-Freude

Zum ersten Mal in der langen Geschichte unseres Heimes 109 in Jaboatão dos Guararapes-PE hat ein Patenkind die Aufnahmeprüfung zur Universität bestanden!

Lais Maria Muniz hat im Alter von 17 Jahren nicht nur den Schulabschluß "Ensino Médio" bestanden; in der ENEM(*)-Prüfung erzielte Sie so gute Noten, dass Sie nun an der Universidade Federal de Pernambuco (UPE) das Fach Naturwissenschaften studieren darf.

Die Heimleiterin Sra. Adriele bezeichnet Lais als "Vorzeigepatenkind". Immer gute Manieren, immer gut gelaunt, stets aufmerksam und in der Schule niemals auch nur die geringsten Probleme. Gerade in den Favelas rund um unser Heim 109 ist Lais eine herausragende und wunderbare Ausnahme.

Die große Freude teilt mit Ihr und uns auch Ihre langjährige Patin in Hankock, NH - USA, die Lais schon seit 12 Jahren regelmäßig unterstützt.


* ENEM = Exame Nacional do Ensino Médio
Die weltweit zweitgrößte Schulabschlußprüfung, die gleichzeitig in allen brasilianischen Bundesstaaten zur selben Uhrzeit im November eines jeden Jahres stattfindet.

2017-02-12 Heim 127 - Wasserspaß und Trockenheit

Es hatte zum ersten Mal seit vielen Monaten kurz geregnet. Ich dachte mir, dass man mit dem aufgefangenen Regenwasser auch ein wenig Spaß haben könnte. Zunächst wolte ich kleine Wasserpistolen kaufen, aber das war im Umkreis von 30km unmöglich. In Serra Talhada-PE, im allerletzten Laden, bevor ich mein Vorhaben aufgeben wollte, gab es dann doch noch diese "Wasserpumpen".

Die Kinder hatten einen riesen Spaß sich gegenseitig nass zu machen...


Grundsätzlich ist die Wassersituation präkär. In Princesa Isabel-PB gibt es seit über 2 Jahren schon kein Wasser mehr aus der Leitung. Arme Familien müssen mitlerweile Wasser aus Tümpeln trinken, in welchen man hier nicht mal einen Finger stecken würde. Einige Städte versorgen die Bürger über "Wasser-LKW" ("PIPA") und große Wassertanks mit relativ sauberem Wasser:

In Princesa Isabel-PB, wo der letzte Bürgermeister wegen Korruption verhaftet wurde, funktioniert aber auch das nicht...

Die wichtigsten Flüsse sind ausgetrocknet. Hier der Rio Pajeú, ein "Fluß" der normalerweise vor der Stadt Flore-PE floß. Früher bis hoch zu den Betonteilen. Er ist lebenswichtig für das gesamte Ökosystem in der trockenen, steppenähnlichen "Sertão", doch nun liegen 350km Flußlauf trocken. Damit versiegen auch praktisch alle Quellen im Umkreis.

In der Stadt União dos Palmares-AL hatte im Jahr 2010 der reißende Fluß nach starken Regenfällen die halbe Stadt mit sich gerissen und vielen Familien die Häuser geraubt. So sieht dieser Fluß heute aus:

Auch die Quelle, die unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE versorgte ist auch trocken. Dadurch lief auch unsere Wasserpumpe heiß und ist nun nur noch Schrott. Auch dort müssen wir nun Wasser per LKW anliefern lassen. Obwohl als "Trinkwasser" deklariert, kommt es doch oft aus unsauberen Wasserstellen. Die Heimleiterin berichtete mir, dass 2000l frisch angeliefertes Wasser am nächsten Tag plötzlich grün wurde.

2016-06-09 Man should it not for possible hold...

Als der damaligen Moderator Werner Reinke (*) diesen Spruch vor rund 40 Jahren in seiner Radiosendung brachte, bin ich vor Lachen fast vom Sofa gefallen...

Die wörtliche Übersetzung von "Man soll es nicht für möglich halten", die aber im Englischen überhaupt keinen Sinn ergibt...

Nun passiert im Moment etwas ähnliches: Paten, die kein Wort portugiesisch sprechen versuchen durch Online-Übersetzungsprogramme wie z.B. Google-Translator deutsche Briefe an ihr Patenkind ins Portugiesische übersetzen zu lassen.

 

Bitte, bitte: Tun Sie das dem Patenkind nicht an.
Portugiesisch in Brasilien ist etwas anderes als Portugiesisch in Portugal.
Sie können nicht wissen, welche Version von Portugiesisch das Übersetzungsprogramm benutzt?

Die Sprache, die im Nordosten von Brasilien gesprochen wird, basiert zwar auf dem Portugiesisch der Eroberer ab dem Jahr 1500, aber es haben sich so viele Eigenheiten ausgebildet, dass man mit einem computerbasiertem Übersetzer garantiert ins Fettnäpfchen tritt.

 

Nur ein Beispiel: Das Wort "Boceta" beschreibt in Portugal eine kleine Handtasche oder Kiste, wie z.B. in "A boceta da pandora".

In Brasilien hingegen beschreibt man mit "Boceta" das weibliche Geschlechtsteil...

Sowas kann enorm peinlich weden!

 

Als Pate ist der Übersetzungsservice durch Rette ein Kinderleben e.V. für Sie natürlich kostenlos. Wir arbeiten in Brasilien mit mehreren Deutschen Auswanderern zusammen, die Ihre Briefe liebend gerne und schnell übersetzen. So können Sie sicher sein, dass auch wirklich das in Brasilien ankommt, was Sie sagen wollten.

Seit es möglich ist Briefe über unsere Webseite www.simja.org im Menü PATENPOST an das Patenkind abzuschicken, steht die Übersetzung oft schon nach wenigen Stunden bereit.

 

(*)
Werner Reinke moderierte in den 70er und 80er Jahren im Hessischen Rundfunk die wohl beliebtesten Sendungen "Hitparade International" und "Mittagsdiskotheke". Seine markannte Stimme erkennt man unter Millionen...
my lovely mr. singing club...